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Kultur Westernhagen irritiert mit Ansage zum Terror
Nachrichten Kultur Westernhagen irritiert mit Ansage zum Terror
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09:44 06.09.2017
Westernhagen streute politische Ansagen in sein Konzert ein. Quelle: dpa (Archivbild)
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Berlin

Wer ein Unplugged-Konzert besucht, ist darauf eingestellt, irritiert zu werden. Simpel gestrickte Rock-Hits werden episch arrangiert, Geiger spielen Gitarrenriffs und plötzlich taucht mitten in der Mitgröhl-Nummer ein Gospel-Chor auf. Zur bösesten Überraschung beim Konzert von Marius Müller-Westernhagen in der Berliner Waldbühne gerät keine auf akustisch getrimmte Version eines Hits, sondern eine politische Ansage.

Der Sänger erinnert sich an die Terroranschläge vom 11. September 2001. Damals habe eine amerikanische Bekannte von ihm gefragt, warum man ihrem Land so etwas antue. Westernhagens flapsige Antwort: „Ich kann dir 100 Gründe nennen.“ Es schleicht sich das Gefühl ein, der Altrocker empfinde Verständnis für Terroristen. Und tatsächlich: Westernhagen verweist auf die Zustände in palästinensischen Flüchtlingslagern. Es sei doch klar, dass sich in den Menschen etwas aufstaue.

Bluesgetränkte Versionen seiner Hits

Es ist nicht die einzige krude Ansage des Herrn Westernhagen am Dienstagabend. Dafür erntet er kaum Applaus, Buh-Rufe aber auch nicht. Eher so ein Ach-lass-Opa-mal-reden-Schulterzucken. Die 17.500 Zuschauer sind nicht da, um eine Lehrstunde in Islamismus und Terror zu absolvieren, sie wollen Hits im akustischen Gewand. Westernhagen und seine virtuosen Bandkollegen spielen bluesgetränkte Versionen von „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“, „Sexy“ und „Mit 18“. Bei „Willenlos“ wird in Irish-Folk-Manier geflötet, bei „Lass uns leben“ zum Klang der Hammond-Orgel geschmachtet. An Westernhagens Seite singt seine Tochter Mimi.

Fast zweieinhalb Stunden dauert das Konzert. Am Ende erhebt sich Westernhagen von seinem Hocker und singt „Freiheit“. „Die Verträge sind gemacht / Und es wurde viel gelacht“ – das ist schon wieder große Politik, aber diesmal gesungen und nicht zerredet. Zum Glück.

Von Maurice Wojach

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