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Widerstand kann helfen

Energieversorgung Widerstand kann helfen

Die Energiewende kann nicht konfliktlos umgesetzt werden. Weder Windräder noch Strommasten stoßen überall auf Begeisterung. Doch der Widerstand kann auch zu besser umsetzbaren Kompromissen führen, haben brandenburgische Forscher herausgefunden.

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Ein Konfliktfeld der Energiewende: Stromtrassen.

Quelle: ZAB

Erkner. Auseinandersetzungen um die Energieerzeugung wie der Streit über Windräder oder Überlandleitungen zum Transport des Stroms sind nicht nur in Brandenburg an der Tagesordnung. Forscher sehen solche Spannungen auch als Ausweg aus den Problemen der Energiewende. „Konflikte sind eine Chance für eine Neuausrichtung der Energieversorgung vor Ort und kein Hindernis“, sagt Matthias Naumann vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner (Oder-Spree). Mit diesem Aufruf fasst der Geograf die Ergebnisse des Projekts „EnerLOG“ des IRS zusammen. Die Forscher haben drei Jahre lang im Rahmen von Fallstudien die Energiewende vor Ort untersucht. Ihr Fokus lag nicht nur auf bundesweit beachteten Entwicklungen wie die Rekommunalisierung der Hamburger Energieversorgung. Sie begleiteten die Umsetzung der Energiewende auch in zwei brandenburgischen Kommunen.

Einmal ging es um Widerstände gegen den ehemals größten Windpark Europas in Schipkau (Oberspreewald-Lausitz) auf der Fläche von früheren Braunkohle-Tagebauen. Anwohner zeigten sich von den rund 60 Windrädern zunächst wenig begeistert. Entschärft wurde der Konflikt durch einen jährlichen Bonus von 80 Euro pro Anwohner aus den Einnahmen der Stromerzeugung. Ebenfalls im Blick der Forscher war die Rekommunalisierung des Gas- und Stromnetzes. Gerade kleine Kommunen schrecken vor einer Übernahme der Leitungen und damit vor Einflussnahme auf die Energieversorgung oft zurück, weil kurzfristige finanzielle Lasten den Haushalt überfordern könnten. In Hohen Neuendorf (Oberhavel) wurde diesem Pro­blem durch die Struktur der Anteile an den Netzgesellschaften aus dem Wege gegangen. Die Kommune hält jeweils 51 Prozent und damit die Mehrheit der Stimmrechte, die Energieunternehmen EMB und Edis die übrigen 49 Prozent.

„Ein langfristig angelegtes Handeln“ sei die Voraussetzung dafür, Energiekonflikte als Chance nutzen zu können, so Naumann. Quelle für Konfliktlösungen könnten vor allem auch neue Organisationsformen sein. Ihre Hilfestellungen haben die Forscher in einer Broschüre zusammengefasst.

Internet:
http://transformation-des-energiesystems.de

Von Gerald Dietz

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