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Wie Putzen Spaß macht

Bühne Wie Putzen Spaß macht

Seit fast 25 Jahren sorgt das Rhythmusspektakel Stomp für volle Häuser auf aller Welt. 15 Millionen Menschen haben die Show bereits gesehen. Dominik Schad ist der einzige Deutsche im Team der lärmenden Putzkolonne, die jetzt nach Berlin kommt. Wie erklärt er den Erfolg?

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Lärm ist nicht gleich Lärm. Ein Szenenbild.

Quelle: Promo

Berlin.  

MAZ: Herr Schad, putzen Sie gern?

Dominik Schad: Privat putze ich nicht so gerne. Bei Stomp sieht das natürlich ganz anders aus. Ich gebe allerdings zu, dass mich ehr der Klang der Besen, als die Sauberkeit der Bühne antreibt.

Was sind Ihre persönlichen Voraussetzungen, dass Sie als Akteur bei Stomp seit 2015 mitwirken können?

Schad: Die wichtigsten Voraussetzungen sind mit Sicherheit ein starkes Rhythmusempfinden und ein ausgeprägter Drang, auf der Bühne stehen zu wollen.

Wie sah das Casting aus?

Schad: Hunderte junge Menschen aus aller Welt pilgerten im Januar nach London, um an der Stomp Audition teilzunehmen. Da stand ich also an Nummer 84 in der Warteschlange für die erste Runde. Tänzer, Schlagzeuger, Schauspieler, Bodypercussionisten so weit das Auge reicht. In kleinen Gruppen schwingen wir die Besen, trommeln auf Fässern, klatschen und stampfen. Nach drei Casting Runden bleibt ein Dutzend Bewerber übrig. Sechs davon werden offiziell zum Training eingeladen.

Lehrer für Body-Percussion

Dominik Schad stammt aus dem Allgäu und lebt heute in Köln. Zu der internationalen Bühnenperformance Stomp stieß er erst in diesem Jahr. Er ist der einzige Deutsche im Team. Schad ist für unterschiedliche Projekte – von Pop, Rock über Folk bis hin zu gegenwärtiger und klassischer Musik – tätig. Sein Studium in den Bereichen Jazz, Rock und Pop absolvierte er an der Hochschule für Musik, Drama und Medien in Hannover. Mit der Global-Pop-Band Dexico feierte er schon einige Erfolge. Als Experte in Sachen Rhythmus und Body-Percussion ist Dominik ein angesehener Lehrer.

Stomp ging 1991 aus einer britischen Percussion-Band hervor. Die Show zeigt eine Putzkolonne, deren Fingerschnipsen, Besenschwingen und Mülltonnengeklapper mitreißende Rhythmen ergeben. Worte werden nicht gewechselt, dafür aber Blicke und so manches Haushaltsgerät. Mehr als 15 Millionen Besucher haben Stomp bereits gesehen. Mitunter besteht die Gruppe aus mehr als zehn Personen, in Berlin sind es aber nur acht.

Das Rhythmusspektakel Stomp gibt es jetzt schon seit fast 25 Jahren. Haben Sie nicht das Gefühl, dass Sie nur ein altes Muster am Leben erhalten?

Schad: Ja und nein. Meinen Teil dazu beitragen zu können, die Magie von Stomp am weiterzutragen, halte ich für ein großes Privileg. Das bedeutet allerdings auch, dass die Show ständig weiterentwickelt wird. Neue Werke werden integriert und neue Performer verändern den Charakter von Stomp. Wenn die heutige Besetzung auf der Bühne steht, ist die Show jedenfalls zu 100 Prozent im Jahr 2015. Nostalgie ist bei Stomp noch lange nicht angesagt.

Wie streng ist Stomp choreografiert?

Schad: Der Großteil der Musik ist auskomponiert und viele Formationen, logistische Abläufe und grundsätzliche Wesenszüge der acht Charaktere sind festgelegt. Soweit das Fundament...

Gibt es für die Darsteller auch Freiräume?

Schad: Auf dem oben beschriebenen Fundement, bietet sich uns Stompern viel Platz für Interpretation und Improvisation. Sowohl musikalisch als auch in Sachen Interaktion untereinander oder mit dem Publikum. Bei Stomp darf jeder Darsteller seinen eigenen Charakter mit auf die Bühne bringen. Ich glaube, genau das macht die Show so zugänglich für das Publikum.

Stomp 29. und 30. Dez., 20 Uhr, 31. Dez.. 19 Uhr. Admiralspalast, Friedrichstraße 101, Berlin-Mitte. Karten unter 0331/ 2840284.

Von Karim Saab

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