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15:16 01.12.2015
Blick durch das von Museumssprecherin Christine Handke gehaltene „Wilhelm Gustloff“-Requisit in den Raum „Märchenfilm und Studiobau“ in der Schau im Filmmuseum. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Science-fiction-mäßig befand sich der Defa-Film auf Weltniveau. Zwischen 1960 und 1976 entstanden in den Babelsberger Studios utopische Filme, in denen die Szenographen an Bildtraditionen und Konventionen eines internationalen Genres anknüpften. Werner Pieskes und Erich Krüllkes Szenenbild in „Signale“ (1970) etwa muss sich nicht hinter Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) verstecken. Wenige Jahre später kam der cleane, die Megatechnik huldigende Look in Sci-Fi-Filmen außer Mode. Die Raumschiffe sahen schrottiger, „angegrabbelter“ aus, erzählt Kunsthistoriker Marcus Becker. In Hermann Zschoches „Eolomea“ von 1972 ist die trashige Optik – „damals wichtigste Innovation im Genre“ – gut erkennbar. Hollywood hält es genauso mit der Gebrauchtschiff-Ästhetik – siehe John Carpenters Kultfilm „Dark Star“ (1974) oder die „Alien“-Reihe. „Das war der Zeitgeist – und die DDR war vorn mit dabei“, so Becker.

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Die MAZ verlost 5 mal 2 Karten für die Ausstellung „Alles nur Kulisse“ im Filmmuseum. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie und raten Sie, zu welchem Film die Kulissen gehören. Ein paar Tipps geben wir Ihnen auch. Schicken Sie Ihre Lösungen bis zum 4. Dezember, 10 Uhr an online@maz-online.de. Bitte geben Sie Ihren Namen an. Viel Glück!

Becker ist einer der vier Kuratoren der von der Märkischen Allgemeinen Zeitung präsentierten Sonderausstellung „Alles nur Kulisse?! Filmräume aus der Traumfabrik Babelsberg“, die am Donnerstagabend eröffnet und bis zum 4. Dezember 2016 zu sehen sein wird. Lange, bevor die erste Klappe fällt, erschaffen Szenenbildner zunächst auf dem Papier, als Modell, am Computer und später dann in Lebensgröße jene künstlichen Welten, ohne die kein Film „echt“ wirken würde. Dafür bleibt selten ein Stein auf dem anderen. Szenographen formen die Realität nach den jeweiligen Erfordernissen des Drehbuchs um – oder bauen sie komplett neu. Wie, das will die Ausstellung vermitteln. Rund 400 Exponate – Skizzen, Fotos, Modelle, Requisiten – sind auf sieben Themenräume verteilt. Echte Schätze wie die Raumschiff-Modelle aus „Signale“ und „Eolomea“ sind darunter – gehoben aus den Tiefen des Filmmuseumsarchivs.

Im Mittelpunkt des ersten, abgedunkelten Raumes steht das Modell der „Thronrettungsmaschine“ aus dem Defa-Märchenfilm „Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ (1985). Von der Idee bis zum Film lassen sich die Szenographie-Stationen nachvollziehen. Auf dem Boden und an den Wänden sind Grund- und Aufriss der Atelier-Dekoration für die Werkstatt des Hochgrafen Julius Oertel von Rattenzuhausbeiuns simuliert. Der Eindruck einer begehbaren Atelier-Filmdekoration entsteht– mit technischen Zeichnungen. „Der Besucher wird selbst Teil der Szenerie“, sagt Filmmuseumsmitarbeiterin und Kuratorin Dorett Molitor. Echte Baumstämme im Hintergrund imitieren die Caspar-David-Friedrich-hafte Wald-Flucht-Szene aus „Gritta“. Fast drei Millionen DDR-Mark (allein fast 500  000 für die Baukosten) investierte das Defa-Studio. Außenschauplätze – wie der „Gespensterwald“ bei Tremsdorf oder die mystische Klosterruine Eldena bei Greifswald – sowie große in den Babelsberger Ateliers gebaute Dekorationen wurden für die Märchenverfilmung zu Drehorten.

Begleitendes Filmprogramm

Die Sonderschau „Alles nur Kulisse?! Filmräume aus der Traumfabrik Babelsberg“ wird am Donnerstag um 19 Uhr im Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1A, in Anwesenheit von Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) eröffnet. Zeitgleich erscheint im Verlag VDG Weimar das gleichnamige Buch.

Um 20.30 Uhr wird der Historien-Thriller „Anonymus“ gezeigt.

Ein Filmprogramm begleitet die bis zum 4. Dezember 2016 geöffnete Ausstellung. Zu den Vorführungen kommen Regisseure, Kameraleute, Szenenbildner oder Ausstellungskuratoren.

Am spektakulärsten sind bis heute eigens gebaute Filmwelten. Prominentes Beispiel aus jüngerer Zeit ist der Historien-Thriller „Anonymus“, den Roland Emmerich 2011 im Studio Babelsberg drehte. Zunächst wollte der Hollywood-Regisseur das Elisabethanische Zeitalter ausschließlich am Computer wiederauferstehen lassen, besann sich dann aber auf die gute alte Filmkulissenbaukunst. Und so ließ Szenenbildner Sebastian Krawinkel das Londoner „Globe Theatre“ von Handwerkern des studioeigenen Art Department nachbauen. Abbildungen und Modell des „Globe“ befinden sich ebenfalls in der Schau.

Ein Raum widmet sich den Potsdamer Schlössern und Gärten, die gern als Drehorte genutzt wurden. Besonders beliebt, na klar: Schloss Sanssouci, das bereits 1919 als Kulisse für Ernst Lubitschs Kostümdrama „Madame Dubarry“ (1919) diente. Während Sanssouci und Schloss Cecilienhof in Filmen meist als authentische Orte verwendet wurden, diente das Neue Palais auch schon mal als Berliner Stadtschloss, das im Zweiten Weltkrieg massiv zerstört und dessen Reste 1950 gesprengt wurden.

Von Ricarda Nowak

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