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Willkommen im Obenland

MAZ-Konzerttipp Willkommen im Obenland

Vor drei Jahren erst trommelte die Schlagzeugerin Eva Klesse ihr Quartett zusammen. „Obenland“, das erste zweite Album des Ensembles, zu dem Musiker an Saxofon, Kontrabass und Klavier gehören, ist eine äußerst farbenreiche Jazzplatte geworden. Modern und klassisch. Mutig und fassbar. Konzentriert und sublim.

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Eva Klesse gibt den Takt vor.

Quelle: Arne Reimer

Potsdam. Schlagzeugerin mit einem Doppel-Diplom ist sie: Eva Klesse. Wie sie Becken und Trommeln bedient ist eine Klasse für sich. Eva Klesse kann rascheln, tippeln, zischeln, klöppeln und zu gewiefter perkussiver Wirkmächtigkeit aufschwingen. Überdies gibt sie versiert und variabel die Takte für ihr Jazz-Quartett vor, das seit drei Jahren besteht. Wie auf dem jüngst erschienen Album „Obenland“. Der erst zweiten Einspielung merkt man die unter den Bandmitliedern gewachsenen Zusammenhalt genauso an wie das fortgesetzte Wagnis, in das sich die vier für den intensiven wie subtil ausgeformten Gruppenklang munter stürzen. Bewegung und Entwicklung als Ziel.

Die smarte Schlagzeugerin Eva Klesse

Die smarte Schlagzeugerin Eva Klesse.

Quelle: www.fotosally.de

Ob es sich nun um Evgeny Ring handelt, der seinen Atem strömen lässt und auf dem Saxofon sowohl mit lyrisch entspannten Tonfolgen aufwartet oder in beherrschte atonale Höhen klettert. Oder ob man Robert Lucaciu auf die Finger blickt, wenn er wohltemperiert den Kontrabass summen lässt oder sogar streicht. Schließlich wäre da noch der Pianist Philip Frischkorn, der an Klassik geschulte Einflüsse geläufig einbindet.

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Das Kari Ikonen Trio perfektioniert das permanente Wechselspiel von Wirkung und Gegenwirkung. Schlägt der finnische Pianist lyrische Töne an, dann folgen ihm Kontrabass und Drums. Brummelnd und klingelnd. Auf wuchtige, gar kantige Blöcke reagieren die Mitspieler prompt. Halten dagegen oder mit. Ikonen zupft, reißt und zerrt sogar an den Bespannungen seines Klaviers. Das Trio macht Lieder aus Stille und Lärm. Es wandert von impulsiven Eruptionen zu feinnervig ziselierten Klangfiguren. Andauernd. Am 17. November, 18.30 Uhr im Watergate, Berlin-Kreuzberg

Kari Ikonen Trio: Beautous Tales and Offbeat Stories. Ozella Music/Galileo MC.

Luft, Lust und Laune scheinen die gemeinsamen Schaffensprinzipien – und jeder aus dem Vierer steuerte Kompositionen bei. Eva Klesse lüftet dann auch noch das Rätsel um den Albumtitel: Als Mädchen zog es sie auf den Dachboden. Das Oberland war ein Ort, an dem es sich Gedankenspielen hingeben konnte. Fantastisch wie das Quartett zwischen Traum und Wirklichkeit wandelt. Konzentriert für mutiges Miteinander.

Konzert: Donnerstag, 17. November, 21 Uhr, A-Trane in Berlin-Charlottenburg.

Von Ralf Thürsam

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