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„Wilsberg“-Erfinder Jürgen Kehrer liest in Potsdam

Krimi live „Wilsberg“-Erfinder Jürgen Kehrer liest in Potsdam

Das ZDF feierte unlängst die 50. Folge. Seit 25 Jahren schreibt Jürgen Kehrer „Wilsberg“-Krimis. Die Figur des Privatdetektivs, der in Münster Verbrechen aufklärt, entdeckte das ZDF vor 20 Jahren. Doch neben der Fernsehkost schrieb Kehrer immer auch Bücher, die unverfilmt bleiben. Was unterscheidet den „Wilsberg“ im Film vom „Wilsberg“ im Buch?

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Jürgen Kehrer schreibt seit 25 Jahren „Wilsberg“-Krimis.

Quelle: PR

Potsdam. Die Stadt Münster markiert den Wilden Westen von Deutschland. Mord und Totschlag verbinden sich hier mit Reihenhaussiedlungen, Naturnähe und Mutterwitz. Dass dies zusammenpasst, geht auf den Krimi-Autor Jürgen Kehrer zurück. Seit 20 Jahren strahlt das ZDF die „Wilsberg“-Krimis aus. Kehrer hat die Figur des Privatdetektivs, der ursprünglich in der Altstadt ein Briefmarken- und Münzgeschäft betrieb, 1990 erfunden. Aus dem Laden machte das ZDF ein Antiquariat und drehte bis heute 50 Folgen.

Seit 2002 hat der knuffige Wilsberg (gespielt von Leonard Lansink) eine starke und gar nicht so unähnliche Konkurrenz durch den ARD-Tatort bekommen. Denn Kriminalhauptkommissar Thiel und Rechtsmediziner Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) sind ebenfalls einsame Herren mit reichlich Lebenserfahrung, die in Münster mit einem heftigen Augenzwinkern Verbrechen aufklären. Dass sie dabei die eigenen Ecken und Kanten hervorkehren und oft auch die Fragen nach dem Sinn des Lebens oder nach dem richtigen Lebensstil streifen, entspringt offenbar einem speziellen west-westfälischer Humor.

Aus dem Grundkonflikt zwischen ordentlich bestallten Kriminalpolizisten und dem oft hemdsärmelig, halblegal und risikofreudig ermittelnden Privatdetektiv lassen sich immer wieder neue Pointen schlagen. Nachzulesen im aktuellen Krimi „Wilsberg. Ein bisschen Mord muss sein“ (Grafit Verlag, 190 Seiten, 9,99 Euro).

Das Buch führt den Leser ins Milieu von Schlagersängern, die sich hinter ihrer schmierig-freundlichen Fassade in Missgunst und Verachtung verbunden sind. Einer der Barden, den Wilsberg aus Jugendtagen noch als Punk kennt, lockt den Detektiv mit einem gut bezahlten Auftrag. Doch der „hüftsteife und angegraute“ Wilsberg scheint das Unglück magisch anzuziehen. Mehrere Explosionen passieren vor seinen Augen. Und die münsteranische Polizei schlägt wieder einmal seine Hilfe aus, kann sich zum Schluss aber bei ihm bedanken. „Hätte ich beim Verlassen der Hotelhalle ein paar Sekunden weniger getrödelt“, heißt es einmal, „dann würde ich jetzt auf einem Metalltisch im rechtsmedizinischen Institut liegen“. Sicher eine feine Anspielung auf den Tatort. Bisher konnten sich ARD und ZDF jedoch nicht auf eine mögliche Zusammenlegung beider Krimi-Formate einigen.

Doch was unterscheidet den Wilsberg im Buch von dem Wilsberg im Film? Jürgen Kehrer lässt den Detektiv Wilsberg seine Abenteuer selbst erzählen. Da schwingt viele mehr Lebensgefühl mit. „Die Plots sind für eine Fernsehdramatisierung nicht spannend genug“, ließ das ZDF kürzlich die Wilsberg-Fans wissen. Lesespannung sei nicht gleich Fernsehspannung. Ein Glück!

Jürgen Kehrer liest aus „Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“. 14. Januar, 19 Uhr. MAZ-Mediastore. Friedrich-Ebert-Straße 85, Potsdam.

Von Karim Saab

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