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Wonnemonat beschert außergewöhnliche Künstler

MAZ-Konzerttipp Wonnemonat beschert außergewöhnliche Künstler

In Tucson, Arizona, kennt man sich: Einer, der wohl mit dem Gros der dort beheimateten Szene gemeinsame Sache gemacht hat, ist Howe Gelb. Nach dem Chefdenker von Giant Sand kommen erneut alte Bekannte nach Berlin: Dan Stuart, den mancher von Green On Red kennen dürfte, Vinicio Capossela und Marianne Dissard.

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Vinicio Capossela pflegt die Verbindung von Italien und Amerika.

Quelle: Promo

Potsdam. Der liebe Mai ist gekommen und hat gemacht: Nämlich Tucson im US-Bundesstaat Arizona ins Blickfeld gerückt. Seit Jahrzehnten ist die Stadt eine kreative Brutstätte für außergewöhnliche Musik. Giant Sand und deren Vordenker Howe Gelb stammen von dort. Wie auch Calexico. Eben noch haben der Wüsten-Rocker Rich Hopkins mit seinen Luminarios und Howe mit seiner neuesten musikalischen Häutung, einem Swing-Piano-Trio, in Berlin Station gemacht, da kündigen sich schon die nächsten an – die dem Ort eng verbunden sind.

Dan Stuart kommt aus dem mexikanischen Oaxaca nach Berlin

Dan Stuart kommt aus dem mexikanischen Oaxaca nach Berlin.

Quelle: Darren Andrews

Wie Dan Stuart. Er gehörte einst der dortigen Punk-Szene an. Stuart spielte bei Green On Red, die allerdings eher an Los Angeles und den dortigen Paisley Underground angekoppelt war. Green On Red zählen zu den potenten Vorarbeitern für die Alternative Country Szene. Ihr vorerst letztes wie großartiges Lebenszeichen ist ein Konzertmitschnitt von 2005 – aus Tuscon. Stuart verschwand von der Bildfläche, trat nur sporadisch auf und zog nach Mexiko. Ein solistischer Schnellarbeiter ist der 56-Jährige allerdings noch immer nicht. Im Vorjahr legte er „Marlowe’s Revenge“ vor – sein erst dritter Alleingang. Ein Gringo mit Hang zum Fatalistischen, den der vormalige Ruhm wohl kaum jemals ernährte, legt mit einigen höchstens halb so alten Begleitern noch einmal mächtig los. Rüde gerockt, mit schlichten, peitschenden Riffs und einigem halb-akustisch ausgebreitetem Glanz.

Einen Spaß hat sich Vinicio Capossela auf seinem zwischen 2003 und 2015 aufgenommenen Album „Canzoni della Cupa“, seinen Gesängen von Staub und Schatten, gemacht: „Ohne dass sie es wussten, habe ich Howe und Calexico zusammengebracht.“ Geboren in Hannover und aufgewachsen in Emilia Romagna hat der Sänger Capossela sehr genau zu gehört. Den Folk seiner Heimat verknüpft er genial mit den Musik und den harten, existenziellen Lebensgeschichten, wie sie sich Süden, im Grenzland von Mexiko und den USA, zutragen. Karge Landschaften, finstere Moritaten und unabwendbare Schicksale, die es hüben wie drüben gibt. Hinreißend.

Marianne Dissard gehört seit einige Zeit zum Kreis der Musikanten aus Tuscon

Marianne Dissard gehört seit einige Zeit zum Kreis der Musikanten aus Tuscon.

Quelle: Cynthia Karalla

Eine vierköpfige Tucson-Band, die ausschließlich aus Frauen besteht, hat Marianne Dissard mittlerweile auf die Beine gestellt: Die Dokumentarfilmerin, die eigentlich aus Südfrankreich stammt, kam während ihres Studium sogar in der Wohnung von Howe Gelb unter. Nicht lange und sie hatte Kontakt zu den relevanten Musikern aus Tuscon. Neues Chanson aus Frankreich trifft auf Desert-Rock und seine Angehörigen. Man darf erneut gespannt auf die Sängerin und ihre Begleiterinnen sein.

Die Konzerte auf einen Blick:

Dan Stuart spielt mit Don Antonio am Freitag, dem 19. Mai, um 20 Uhr im Auster Klub in Berlin-Kreuzberg.

Vinicio Capossela gastiert am Donnerstag, dem 18. Mai, um 20 Uhr in der Apostel-Paulus-Kirche in Berlin-Schöneberg.

Marianne Dissard tritt erst am Sonntag, dem 28. Mai, um 21 Uhr im B-Flat in Berlin-Mitte auf.

Von Ralf Thürsam

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