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Kultur Wundertäter aus Kalifornien
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17:46 06.12.2017
Hat aus Blues, Soul und vielem mehr seine eigene Sprache geformt – Son Little. Quelle: Marc Lemoine
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Potsdam

Son Little hat die Magie angezapft, wie das geschehen ist vermag der Musiker auch nicht so genau zu sagen. Aber sie ist da. Davon ist er fest überzeugt. Eines Tage verhalf ihm sogar eine Frisierkommode im Hotel zum Rhythmus für einen neuen Song: „Es kann jederzeit passieren.“

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Es ist nur eine Frage der Zeit, dann sind die Leute vereinigt. Und Freiheit gilt für alle. Nichts anderes haben Martin Luther King und seine Anhänger gefordert. Nicht anderes haben die Vereinigten Staaten von Amerika bitter nötig. Jetzt erst recht, finden Sharon Jones & The Dap-Kings. Eine optimistische Botschaft sendet die im Süden geborene Sängerin, die vor gerade einem den Kampf gegen den Krebs verloren hatte. Diese elf Aufnahmen zeigen die unnachahmliche Sharon und ihre Band noch einmal in Höchstform. Kaum jemand verstand es so passioniert, den Soul der alten Schule wieder im Gedächtnis der Hörer zu verankern wie diese 60-Jährige. Sie war eine Seele von Frau. Mit Ganz und gar. Wütend, wild, aufregend. Ein letztes Mal. Danke, Sharon!

Sharon Jones & The Dap Kings: Soul Of A Woman. Daptone/Groove Attack.

Es ist ein Flirren, ein Sehnen, ein Rauschen in dem alte mächtige Erinnerungen stecken: an den Norden Afrikas, an Soul und Funk von James Brown, an unglaubliche Klänge, die psychedelischen Filmexperimenten entstammen oder Überbleibsel eines längst vergessenen Besuchs von Raumfahrern aus fremden Welten sein könnten. Dies sind die Elemente, die Gil Yalo in Tel Aviv miteinander verfugte. Es groovt. So einiges klingt da ganz nach Mulatu Astatke, einem der gefeierten Jazz-Stars aus Äthiopien. Genau dort liegen auch Yalos Wurzeln, denn er paart traditionelle Sounds mit moderner Aufnahmetechnik. Singt Englisch und Amharisch. Wie einst daheim. Seine Familie, äthiopische Juden, entflohen 1984 der Hungerkatastrophe im Sudan.

Gili Yalo: Gili Yalo. MEM Records/Believe Digital.

Und Son Little – ein Bühnenname, den man eher einem knurrigen Blues-Mann aus dem Mississippi-Delta zuschreiben würde – greift sie mit seinen Händen. Kraftquell dieser Magie bleibt für Aaron Earl Livingston auf seinem phänomenalen zweiten Album „New Magic“ der breite Fluss afroamerikanischer Musik – als prägende Einflüsse nennt er Stevie Wonder und Jimi Hendrix. Doch neben Soul und Rock finden sich HipHop, Funk und Gospel, deren Reichtum an Stil und Gefühl Son Little mitunter nur stimmlich aufnimmt – für die Konstruktion seiner neuen Magie. Damit geht der Kalifornier viel weiter als sein Landsmann Curtis Harding.

Flotter Vierer: The King's Parade. Quelle: Juan José Ortiz Arenas

Da sind sie nun für Wochen über die Weltmeere geschippert – für The King’s Parade eine vortreffliche Gelegenheit rings um Hawaii nicht nur abendliches Stehvermögen für das Tanzbein schwingende amüsierfreudige Patry-Publikum zu beweisen. Sondern auch am eigenen Repertoire zu feilen – im Ganzen eine schwer aufzulösende Bandchemie zu entwickeln. Was dem Vierer aus London durchaus gelungen ist: Das Quartett bewegt sich elegant zwischen Pop, Soul und etwas kantigem Blues. Und sie lassen alles schön tanzbar. Aber das haben sie ja längst verinnerlicht.

Die Konzerte: Son Little spielt am Freitag, dem 8. Dezember, um 20 Uhr im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg. The King’s Parade gastieren am Dienstag, dem 12. Dezember, um 20 Uhr im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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