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Xavier Dolan: Cannes-Film hat nichts mit meinem Leben zu tun

Film Xavier Dolan: Cannes-Film hat nichts mit meinem Leben zu tun

Das Drama "Juste la fin du monde" (Nur das Ende der Welt) handelt von einem Schriftsteller, der sterben wird. Es beruht auf einem Theaterstück, das dem frankokanadischen Filmemacher Xavier Dolan überhaupt nicht gefiel. Ein Interview.

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Xavier Dolan in Cannes.

Quelle: Guillaume Horcajuelo

Cannes. Der frankokanadische Filmemacher und Schauspieler Xavier Dolan (27) ist in Cannes mit einem Film im Wettbewerb, der auf einem in Berlin geschriebenen Theaterstück beruht. Ihm missfiel die Geschichte von der Rückkehr eines todkranken Schriftstellers, der seine Familie besucht.

Warum er aus dem Stück des an Aids gestorbenen Dramatikers Jean-Luc Lagarce dennoch einen Film drehte, erklärt er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Sie haben lange gebraucht, um sich zu entscheiden, aus dem Theaterstück einen Film zu machen. Warum?

Antwort: Als ich es vor mehr als fünf Jahren las, hat es mir überhaupt nicht gefallen. Ich habe nichts verstanden. Mir gelang es nicht, emotional in die Geschichte einzusteigen. 

Frage: Was hat Sie dazu bewegt, das Drama dennoch filmisch umzusetzen?

Antwort: Als ich Marion Cotillard vor zwei Jahren in Cannes sah, wollte ich mit ihr drehen. Auf einmal dachte ich wieder an das Stück. Ich sah darin die Möglichkeit, sie mit Léa Seydoux, Gaspard Ulliel, Vincent Cassel und Nathalie Baye zusammenzubringen. Gleichzeitig bin auch älter geworden.

Frage: Der Film handelt von einer völlig zerstrittenen Familie. Hat die Geschichte etwas mit Ihrem Verhältnis zu Ihrer Familie zu tun?

Antwort: Ich habe eine gute Beziehung zu meiner Mutter und meinem Vater. Wir essen zusammen, nicht nur an Weihnachten. Wir sind sehr eng miteinander verbunden. Das hat nichts mit meinem Leben zu tun.

Frage: Die Protagonisten schreien viel und sind im Umgang miteinander ziemlich aggressiv. Spiegelt eine solche Familie für Sie die Wirklichkeit wider?

Antwort: Ich finde aggressive und traurige Charaktere interessanter. Sie geben die Wirklichkeit und die realen Menschen wieder. Diese Menschen, die jeden Morgen in einer Provinzstadt aufstehen und zur Arbeit gehen. Ich finde sie interessanter als die üblichen Helden, die lächeln.

ZUR PERSON: Xavier Dolan wurde am 20. März 1989 in Montreal geboren. Als Vierjähriger hatte er seinen ersten Auftritt als Schauspieler und 2009 feierte er mit "Ich habe meine Mutter getötet" sein Regiedebüt. Mit "Mommy" kam er 2014 erstmals in den Hauptwettbewerb in Cannes.

dpa

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