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Kultur Yamato kommt nach Berlin
Nachrichten Kultur Yamato kommt nach Berlin
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00:17 11.07.2016
Manchmal wird es auch laut, aber nie unangenehm: Leidenschaftliche Performance der Yamato-Trommler. Quelle: promo
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Berlin

Eine Trommel, denken viele, ist gar kein richtiges Musikinstrument. Wenn auf die gespannten Felle geschlagen wird, macht es plob oder bumm, und wenn sie unberührt bleiben, dann herrscht eben gespannte Ruhe.

„Yamato“, ein Ensemble aus Japan, tourt seit 23 Jahren mit 35 japanischen Schlagwerk-Instrumenten durch die Welt. Mit der aktuellen Show „Kaiki-ten“ demonstriert der Schlägertrupp einmal, wie filigran und bombastisch, elektrisierend und komplex rhythmische Klänge beschaffen sein können. Das akustische Spektrum reicht vom feinen Geflirre bronzener Zimbeln, die zwischen den Fingern nur angetippt werden, bis zum donnernden Vibrato der Odaiko-Trommel, das durch Mark und Beine geht. Das größte Gerät auf der Bühne misst 1,70 Meter im Durchmesser. Es wurde aus einem einzigen Baumstamm hergestellt. Wer meint, ihr durchdringender Basston sei so etwas wie ein natürlicher Feind für das zarte menschliche Gehör, ist auf dem Holzweg. Wenn aus Leibeskräften auf das 400-Kilo-Monstrum eingeschlagen wird, sollen Kinder sogar schneller in den Schlaf finden, da der Sound an die vertraute Herzpumpe der Mutter vor der Geburt erinnert.

Die durchdringenden Schallwellen unverstärkter Trommeln muss man live erlebt haben. Auf DVD- oder CD-Aufnahmen lässt sich die Urkraft und Emotion der Schwingungen nicht vermitteln. Faszinierend ist auch die ausgeklügelte Dramaturgie der Performance. Der Besucher bekommt eine erregende Spannbreite zwischen spiritueller Ruhe und ekstatischer Bewegung geboten. Da sind die weit ausholenden, meditativen Armbewegungen vor dem Schlag, die wie eingefroren wirken. Da sind aber auch wild durch die Luft gewirbelte Trommelstöcke, deren Energie so unbändig scheint, dass sie das menschliche Auge bei 500 Schlägen pro Minute nur noch als lebhafte Muster wahrnimmt. Sehr präzise Lichtspots arbeiten das Bühnengeschehen aus der Dunkelheit heraus und setzen die muskelgespannte Haut, die Gesichter und die traditionellen Kostüme eindrucksvoll in Szene.

Künstlerischer Meister der Wandertruppe ist Masa Ogawa. Unter seiner strengen Leitung üben sich die Taiko-Musiker täglich in Ausdauerläufen und Gemeinschaftsübungen. Durch ihre Lebensweise wollen sie auch in der Fremde den traditionellen Spirit der Taiko-Musik bewahren. Der magische Einklang als Ziel – das klingt nach großem Ernst und nach eiserner, wenn auch gefühlvoller Disziplin. Doch die Show bietet auch humorvolle und ironische Momente. Die Musiker, unter ihnen auch Frauen, betonen gern, dass sie nicht aus dem steifen Tokio stammen, sondern aus der Gegend um Osaka, wo deutlich mehr gelacht werde.

Masa Ogawa hat sämtliche Stücke komponiert. Er möchte nicht nur traditionelle Muster vergegenwärtigen. Er stellt sich zum Beispiel einen Marathonläufer vor, der im Regen eine Straße entlangläuft. „Ich überlege, in welchem Rhythmus seine Füße den Boden berühren, denke darüber nach, in welchen Abständen er ein- und ausatmet und in welchem Takt sein Herz schlägt. Und aus all dem ergibt sich ein Zusammenspiel verschiedener Trommelschläge“, erklärt Ogawa in einem Interview.

Yamato: „Kaiki-ten“. 12. bis 17. Juli. Komische Oper Berlin. Karten in der MAZ Ticketeria und unter 0331/2840 284.

Von Karim Saab

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