Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Yehudit Sasportas visualisiert ihr Unterbewusstein
Nachrichten Kultur Yehudit Sasportas visualisiert ihr Unterbewusstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 06.03.2017
Yehudit Sasportas und der Manager Mathias Döpfner am Sonntag in der Villa Schöningen, Berliner Straße 86, in Potsdam. Quelle: Foto: imago stock&people
Anzeige
Potsdam

Im gleißenden Licht ihrer israelischen Heimat hat Yehudit Sasportas eine romantische Sehnsucht nach deutschen Wäldern und Mooren entwickelt. Aber es sind keine Landschaftsbilder, die die 48-Jährige bis 31. Mai 2017 in der Villa Schöningen an der Glienicker Brücke in Potsdam ausstellt. Es sind großformatige Seelenspiegel und Gedankenräume, die sie in strengem grafischen Schwarzweiß filigran ausgearbeitet hat.

So detailfreudig ihre Zeichnungen sind, so abstrakt sind sie auch. So plakativ ihr Gestus ist, so kontemplativ und zart wirken zehn der elf gezeigten Arbeiten auf den Betrachter. Die elfte ist eine Neuversion von Kasimir Malewitschs Skandal-Ikone „Das Schwarze Quadrat (1915). Es besteht aus schwarz lackierten, symmetrisch angeordneten Holzelementen, die sich zu einem dekorativen Hochformat fügen.

Die 48-Jährige lebt mit ihrer Familie in Tel Aviv und in Berlin und wird von der Galerie Eigen+Art vertreten, deren Eigner Judy Lybke in Potsdam lebt. Die Künstlerin erzählt, dass sie stundenlang in einem Naturschutzgebiet bei Oldenburg auf die dunkle, feuchte Erde starren kann und sich vom Innenleben der Torflandschaft inspiriert fühlt. Das Unbewusste sei ihr sehr wichtig. Ihre Arbeiten wecken Assoziationen an den deutschen Maler Anselm Kiefer (Jahrgang 1945), setzen aber auf Sterilität. Die Idee der Haptik wird oft als optische Täuschung inszeniert. Es stellen sich aber Tiefenwirkungen her, die dem Spiel der Augen guttun.

Noch einen Aspekt hebt die natürlich ganz in Schwarz gekleidete Künstlerin hervor. Ihre Zeichnungen seien eigentlich Gedankenschriften. Zum Beispiel habe sie darin Gespräche ihrer Ursprungsfamilie visualisiert, die sie als Kind heimlich mit dem Tonband mitschnitt. Auch Freunden konzeptioneller Kunst bietet sie also einen Anreiz, sich mit ihrer Malerei zu beschäftigen. Wer etwa mit den „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus (1930– 1998) etwas anfangen kann, dürfte auch in den Werken von Yehudit Sas­portas als Leser fündig werden.

Von Karim Saab

Kultur Bildband „Wótmólowane – Mit Licht gemalt“ - Mit großer Burger Spreewaldhaube verewigt

Besondere Zeugnisse ihrer Zeit: Im Bildband „Wótmólowane – Mit Licht gemalt“ aus dem Domowina-Verlag sind mehr als hundert historische Fotos aus der Niederlausitz zu sehen. Sie zeigen den Alltag der Leute, Mühsal, Vergnügen und jenes Erinnerungsbild, als im Mai 1878 eine wendische Abordnung bei Kaiser Wilhelm I. in Berlin war.

09.03.2017

Huch, 30 Jahre sind schon verflogen, seitdem die Trash-Metaller von Anthrax ihr Album „Among The Living“ lautstark in die Gehörgänge des ihnen ergebenen Publikums prügelten. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Band um Gründer und Gitarrenspieler Scott Ian diesen Jahrestag benutzt, um das schöne Teil nochmals in voller Länge zu präsentieren.

05.03.2017

Die Berliner nennen den neuen Konzertsaal hinter der Staatsoper schon scherzhaft „unsere kleine Elbphilharmonie“. Am Sonnabend wurde der Pierre-Boulez-Saal von Hausherr Daniel Barenboim eröffnet. Im Gebäude steckt weit mehr als Musik.

05.03.2017
Anzeige