Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Yehudit Sasportas visualisiert ihr Unterbewusstein

Bildende Kunst Yehudit Sasportas visualisiert ihr Unterbewusstein

Die israelische Künstlerin Yehudit Sasportas liebt es geheimnisvoll. Ihre abstrakten Bilder beschränken sich auf ein strenges grafisches Schwarzweiß. Es sind Landschaftsbilder der Seele. Im Gespräch gibt sie einige Hinweise, wie sie auf ihre Motive kommt.

Voriger Artikel
Mit großer Burger Spreewaldhaube verewigt
Nächster Artikel
Leslie Mandoki trommelt für die Freiheit

Yehudit Sasportas und der Manager Mathias Döpfner am Sonntag in der Villa Schöningen, Berliner Straße 86, in Potsdam.

Quelle: Foto: imago stock&people

Potsdam. Im gleißenden Licht ihrer israelischen Heimat hat Yehudit Sasportas eine romantische Sehnsucht nach deutschen Wäldern und Mooren entwickelt. Aber es sind keine Landschaftsbilder, die die 48-Jährige bis 31. Mai 2017 in der Villa Schöningen an der Glienicker Brücke in Potsdam ausstellt. Es sind großformatige Seelenspiegel und Gedankenräume, die sie in strengem grafischen Schwarzweiß filigran ausgearbeitet hat.

So detailfreudig ihre Zeichnungen sind, so abstrakt sind sie auch. So plakativ ihr Gestus ist, so kontemplativ und zart wirken zehn der elf gezeigten Arbeiten auf den Betrachter. Die elfte ist eine Neuversion von Kasimir Malewitschs Skandal-Ikone „Das Schwarze Quadrat (1915). Es besteht aus schwarz lackierten, symmetrisch angeordneten Holzelementen, die sich zu einem dekorativen Hochformat fügen.

Die 48-Jährige lebt mit ihrer Familie in Tel Aviv und in Berlin und wird von der Galerie Eigen+Art vertreten, deren Eigner Judy Lybke in Potsdam lebt. Die Künstlerin erzählt, dass sie stundenlang in einem Naturschutzgebiet bei Oldenburg auf die dunkle, feuchte Erde starren kann und sich vom Innenleben der Torflandschaft inspiriert fühlt. Das Unbewusste sei ihr sehr wichtig. Ihre Arbeiten wecken Assoziationen an den deutschen Maler Anselm Kiefer (Jahrgang 1945), setzen aber auf Sterilität. Die Idee der Haptik wird oft als optische Täuschung inszeniert. Es stellen sich aber Tiefenwirkungen her, die dem Spiel der Augen guttun.

Noch einen Aspekt hebt die natürlich ganz in Schwarz gekleidete Künstlerin hervor. Ihre Zeichnungen seien eigentlich Gedankenschriften. Zum Beispiel habe sie darin Gespräche ihrer Ursprungsfamilie visualisiert, die sie als Kind heimlich mit dem Tonband mitschnitt. Auch Freunden konzeptioneller Kunst bietet sie also einen Anreiz, sich mit ihrer Malerei zu beschäftigen. Wer etwa mit den „Sprachblättern“ von Carlfriedrich Claus (1930– 1998) etwas anfangen kann, dürfte auch in den Werken von Yehudit Sas­portas als Leser fündig werden.

Von Karim Saab

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg