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Kultur Zwei liebliche Vögelchen
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21:45 13.03.2018
Manon Kahle und Lucia Cadotsch sind die singenden Herzen von Yellow Bird aus Berlin. Quelle: Dovile Sermokas
Potsdam

Oha, da haben sich ja zwei gefunden. Mitten in Berlin. Manon Kahle und Lucia Cadotsch vermählen geradezu ihre Stimmen. Diese anmutigen Umarmungen der beiden Sängerinnen aus dem US-Bundesstaat Vermont und aus Zürich muss man einfach gehört haben. Vokaler Hochgenuss. Pur, nah und unauflösbar. Manon und Lucia fanden in der vielseitigen wie versierten Indie-Folk-Band Yellow Bird zusammen.

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Obwohl die Tage freundlicher und wärmer werden: Etwas hält die drei Berliner noch umklammert. Ganz können sich Arionce nicht aus der Melancholie befreien. Zumindest ist das den angenehm weit schwingenden Akkorden zur akustischen Gitarre, schwebenden Keyboards und Sänger Jonas anzumerken. Der Shoegaze der Früh-Neunziger scheint durch. Doch dabei bleibt es nicht. Die Jungs geizen nicht mit Pop-Rock, der auch so einige Kanten aufbietet. Am Donnerstag spielen sie um 21 Uhr mit Badger im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

Arionce: Deep Ocean Grey. Inkwood/Record Jet.

Fantasievolle Finnen erfinden – das ist so ihre Eigenart – manches Genre neu. Diese Selbstständigkeit gilt ganz besonders auch für den Tango, der dort geliebt und deshalb kurz entschlossen abgeändert wird. Den schmückt Johanna Juhola bestens und nach eigenem Gutdünken aus. Ein echter Freigeist, der – falls nötig – Sängerinnen und Rapper einbezieht. Nordische Volksweisen mit Elektronik garniert. Überhaupt ganz locker mit allen Elementen spielt. Ein Lied widmete Johanna ihrem Onkel. Der ist nämlich Schuld, dass sie einst zum Akkordeon griff.

Johanna Juhola: Diivan Jäljet. Westpark Musik/Indigo.

Nach ihrem Debüt, auf dem sie muntere Cover-Versionen von altem Country und frühem Pop vorstellten, geht die Gruppe den nächsten Schritt. Ohne sich irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen sind nun ausschließlich eigene Stücke zu hören. Aus ihnen dringt manches Echo anglo-amerikanischer Folk Music herüber. Was nicht verwundern dürfte. Denn in ihrem kreativen elterlichen Haushalt hörte Manon lange die Klassiker. Und blieb selbst auf Geige, Ukulele und Banjo bei Instrumenten, die wesentlich in diesem Genre sind. Klein, tragbar und wohlklingend.

Aus einer etwas anderen Ecke kommt Lucia. Die Schweizerin tanzt sozusagen auf mehreren Hochzeiten – machte bereits im Jazz auf sich aufmerksam. Erst im vergangenen Jahr konnte sie mit ihrem Debüt „Speak Low“ einen Jazz Echo einheimsen. Yellow Bird pflegen einen sehr unabhängigen Umgang mit dem Material, bei denen Mörderballaden, schwarze Romantik oder Erinnerungen an die Appalachen nur einige Facetten sind.

Das Konzert: Yellow Bird laden am Donnerstag, dem 15. März, um 20 Uhr ins Ballhaus in Berlin-Mitte ein.

Von Ralf Thürsam

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