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Kreischalarm für Potsdamer Youtube-Star

Seine Videos werden von 30 Millionen Menschen geschaut Kreischalarm für Potsdamer Youtube-Star

Er ist ein Star, seine Filme werden bis zu 30 Millionen Mal angeklickt. Trotzdem: Viele werden den Namen Marik Roeder nicht kennen. Er ist ein Youtube-Star, den vor allen jüngere Fans wie einen Megastar verehren. Und die Fans sind leidensfähig und geduldig. Das beweist eine Autogrammstunde, die der Potsdamer alias „darkviktory“ jetzt gegeben hat. Kreisch!

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YouTuber Marik Roeder alias „darkviktory“ am Freitag mit Fans in einem Elektromarkt in Berlin-Steglitz.

Quelle: privat

Potsdam/Berlin. Wann wohl ein Potsdamer Künstler das letzte Mal für einen Massenauflauf in einem Berliner Elektroladen gesorgt hat? Man weiß es nicht. Zur Autogrammstunde mit Jungstar Marik Roeder versammelten sich am Freitagnachmittag jedenfalls hunderte kreischende Fans im Markt mit dem Planetensymbol an der Schlossstraße. Äh, Marik wer? Ein No-Name für jene, die nicht in der bunten, unübersichtlichen Welt des Videoportals zuhause sind. Für viele, viele YouTube-Konsumenten dagegen ein Superstar.

Mehr als 30 Millionen Aufrufe

Mit so bissigen wie intelligenten Zeichentrick-Parodien auf TV-Unterhaltung wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ startete der 25-Jährige – Künstlername „darkviktory“ – seine Karriere im Netz. Inzwischen haben mehr als 320 000 Fans seinen Youtube-Kanal abonniert. Die erste Staffel seiner über Spenden im Internet finanzierten Web-Serie „TubeClash“ verfolgten rund 13 Millionen Fans. Mit 30 Millionen Seitenaufrufen gehörte „TubeClash“ zu den erfolgreichsten YouTube-Formaten – beim Deutschen Webvideopreis 2015 ausgezeichnet für die beste Animation und das beste Skript. Eine dritte Trophäe könnte in der Kategorie Video am 13. Juni folgen.

Einige Fans können Dialoge mitsprechen

Jetzt ist Roeders Animationsserie – Inhalt: acht bekannte YouTuber kämpfen auf einer Insel gegeneinander – als „TubeClash –The Movie“ auf DVD erschienen. Sogar auf bundesweite Kinotour ging das Kreativtrio – Roeder, Kostas Kind, Ali Can – und spielte in ausverkauften Multiplex-Sälen. „Die Hardcore-Fans können die Dialoge mitsprechen, kommen in selbst gebastelten Kostümen der Figuren, das ist echt lustig“, erzählt Marik Roeder. Demnächst sind Kinovorführungen in München, Düsseldorf und Frankfurt am Main dran. Während Leonie Messer (15) am Freitag geduldig auf ein Autogramm wartet, schwärmt sie: „,Darkviktory’ ist sooo kreativ. Ich mag seine Ideen, seinen Stil. Toll, dass man mitbestimmen konnte, wie es mit den Folgen weiter geht.“ Anton Schneider (11) hebt beide Daumen für den YouTube-Star: „Ich mag total, was er macht.“

Aus dem Internet auf DVD

Worum geht’s in der Animationsserie „TubeClash“, die im Videoportal YouTube zu sehen ist? Die acht beliebtesten YouTuber treten auf einer Insel gegeneinander an, bis es einen Sieger gibt. Das Publikum entscheidet per Klick etwa, wer in die nächste Runde schafft, und bestimmt, wer mit wem streitet oder turtelt. Das komplette Skript wird aus Zuschauerkommentaren geschrieben.

Marik Roeder ist ein Multitalent: Mit 16 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch, stellte mit 18 im Landtag Brandenburg aus, beschäftigte sich mit Filmsynchronisation, leitete Sprach-Workshops und nahm an Tanz-Wettbewerben teil. Roeder hat auf seinem YouTube-Kanal „darkviktory“ mehr als 320 000 Abonnenten. Seit 2014 arbeitet er mit der Firma Endemol beyond zusammen, die YouTube-Kanäle produziert. „TubeClash – The Movie“ ist als DVD und Blu-ray erschienen. rn

Die zweite Staffel „TubeClash“ soll im Herbst folgen. Roeder will das Team verdoppeln, um Druck rauszunehmen. „Wir haben zu dritt je 16 Stunden an sechs Tagen gearbeitet und das zehn Wochen lang. Da war Zeit für nix mehr. Meine Mutter kam und brachte einen Topf Kartoffelsuppe und räumte die Wohnung auf.“

So sehr Roeder Potsdam mag, es zieht ihn mit seinem Freund Dennis („Kostas Kind“) für ein Jahr nach London. „Arbeiten können wir beide auch dort. Und London ist so ähnlich wie Potsdam. Nur größer.“ Mit Parodien auf RTL-Shows ist jedoch Schluss: „Die bringen immer denselben Blödsinn. Dazu habe ich alles gesagt.“

 

Von Ricarda Nowak

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