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Zauberhaftes neues Album von Oonagh

Musik Zauberhaftes neues Album von Oonagh

Die Sängerin Oonagh verzaubert mit Liedern, die immer einen Trost und etwas Mystik parat haben. Sie heißt bürgerlich Senta-Sofia Delliponti, hat in Potsdam für „GZSZ“ vor der Kamera gestanden und bereits zwei Echos eingeheimst. Jetzt erscheint ihr drittes Album. Mit einigen Geheimnissen.

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Oonagh, bürgerlich Senta-Sofia Delliponti, lässt sich in ihrem Amt als keltische Göttin von Pferden und Kähnen ins Land der Träume geleiten.

Quelle: Label

Potsdam. Der Weg zur Elfe war nicht leicht, er führte Senta Richtung Spreewald, dort hat ein weißes Pferd auf sie gewartet. Die Wolken hingen tief. 20 Minuten kam das Licht hervor, sonst kühler Regen, und alles musste rein in diesen warmen, freundlichen Moment: Der Kunstnebel, die Scheinwerfer, auch dieses lange helle Kleid, das sie als Elfe ausweist – den Träger ließ sie beiläufig und leicht lasziv über die Schulter fallen, damit das immer etwas aufreizende Reich der Popmusik erkennbar bleibt.

Zehn Bilder haben sie geschossen. Eines schaffte es auf Sentas neues Album. Ihr Lächeln auf dem Foto ist verhalten, das lag am Pferd, sie lernte es im Spreewald kennen und hatte es noch nie gesehen. „Ich hatte früher voltigiert, da war ich elf, sehr lange her“, sagt Senta, 26 Jahre alt, die sich ein Glas mit Wasser einschenkt, rote Fingernägel, weißer Pulli, goldener Schmuck im Ohr. Ein Lächeln, das erzählt: Die Geschichte mit dem schlecht gelaunten Pferd im Spreewald ist zum Glück schon eine Weile her.

„Sag ruhig Oonagh zur mir“ – sie sitzt im Berliner Büro ihrer Managerin. Oonagh spricht man „Una“ aus, Senta-Sofia Delliponti benennt sich nach der keltischen Göttin der Leichtigkeit. Ihr drittes Album „Märchen enden gut“ ist gerade erschienen, die ersten beiden Platten kriegten Gold und Platin. Sie hat 2015 den höchsten deutschen Musikpreis „Echo“ in zwei Kategorien erhalten, als bester Newcomer und beste deutsche Sängerin. In der Endrunde hat sie Annett Louisan und Ina Müller besiegt, weil ihre Verkaufszahlen die besten waren.

Keltische Göttin der Leichtigkeit und Kreativität

Senta-Sofia Delliponti kam am 16. April 1990 in Wolfsburg zur Welt. Seit Januar 2014 tritt sie unter dem Pseudonym Oonagh auf, dem Namen der keltischen Göttin für Leichtigkeit und Kreativität. Bislang hat sie drei Alben als Oonagh veröffentlicht.

Die Tochter eines Italieners und einer Bulgarin hatte 2003 ihren ersten großen Auftritt in der Castingshow „Star Search“ auf Sat 1, wo sie ins Finale der Kategorie „Music Act von 10 bis 15 Jahre“ kam. 2007 nahm sie die Punksingle „Scheißegal“ auf.

Zwei Echos erhielt sie 2015 in den Kategorien „Künstlerin national Rock/Pop“ sowie „Newcomer des Jahre national“.

Ihr neues Album heißt „Märchen enden gut“ (We Love Music/Universal).

Wenn Oonagh von den Liedern spricht, die sie während der letzten beiden Jahre in den Rang des Stars gehoben haben, zählt sie viele Wörter auf, die man in sorgfältig gemachten Magazinen mit wehmütigen Fotostrecken findet: „Bei mir geht es um Sehnsucht, Träumen, Achtsamkeit und Zu-sich-selbst-Finden.“ Es sind Lieder gegen das Höher, Schneller, Weiter. Zarte Stücke im Gewand von Pop, Folk und Mittelaltermusik. Nadelstiche gegen die Leistungsgesellschaft. Oonagh möchte ein Mensch sein, keine Maschine. „Der Erfolg ist zweitrangig, wichtig ist mir, dass ich mich als Frau nicht verbiege.“ Vor den Auftritten nimmt sie sich Zeit für ein buddhistisches Gebet.

Nicht nur die Fahrt in den Spreewald hat die Karriere von Oonagh nach Brandenburg geführt. Zwei Jahre drehte sie in Potsdam-Babelsberg „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Sie spielte den rebellischen Teenager Tanja Seefeld von 2011 bis 2013, „eine dankbare Rolle, denn böse Mädchen sind ein Geschenk für mich als Schauspielerin.“ Sie hat den Leuten ins Gesicht geschlagen, hat rumgeschrien. Donnerstags gab es die Texte, montags mussten sie sitzen. Jeden Tag wurde gedreht. „Wer das übersteht, ist fürs Leben gewappnet“, sie lacht.

„Tanja war eine Rolle, Oonagh ist echt, das bin ich selbst!“ Am Selbstsein schätzt sie, dass sie nun allein bestimmt, wohin die Richtung geht. Dieses Mal ging es erneut nach Potsdam, sie hat sich mit Subway To Sally angefreundet, Lokalmatadore der Stadt, deren Musik im Mittelalter zu Hause ist. „Bodenski, der Sänger, hat mir das Spielen auf der Drehleier beigebracht.“ Sie erzählt es mit der Freude, wie andere junge Leute vom bestandenen Führerschein sprechen. „Ein zartes Instrument, wie in Watte gepackt, man dreht, dazu gibt es die Tastatur eines Klaviers.“

Wer zählt zu ihren Fans? Das hat sich Oonagh auch gefragt und bei der Plattenfirma nachgehakt. „35 bis 60-jährige Menschen hören mich, das ist das Alter, in dem sie aufgeschlossen sind für diese Träume, die sich in meinen Liedern finden.“ Ein gutes Sprungbrett, ihre Fans zu erreichen, sind die Shows mit Florian Silbereisen, bei dem sie am 11. November in den „Schlagern des Jahres“ auftritt.

Jeder Traum braucht eine Inszenierung, sei es ein Pferd oder ein Spreewaldkahn. Jede Karriere braucht eine Basis, um zu überleben, emotional und finanziell. Vielleicht lag diese Basis eben auf dem Rücken des Pferdes, bei Regen und wenig Sonnenschein. Dort oben fand sie einen wackeligen Thron, der nicht leicht zu besteigen war. Oonagh hat sich durchgebissen für die Zeiten auf der Bühne, wo der Scheinwerfer sie wärmt.

Von Lars Grote

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