Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Zdenek und Jan Sverak in Cottbus

Festival des osteuropäischen Films Zdenek und Jan Sverak in Cottbus

Wenn der Vater mit dem Sohne... Sie sind derzeit das Erfolgsduo des tschechischen Kinos: Zdenek und Jan Sverak. Sohn Jan führt Regie, Vater Zdenek stellt sich vor die Kamera. Beim Festival des osteuropäischen Films in Cottbus sind sie mit ihrem neuesten Werk „Barfuss übers Stoppelfeld“ vertreten. Und Jan Sverak ist auch da – livehaftig.

Voriger Artikel
Antaris-Tänzer kommen auch im Jahr 2018
Nächster Artikel
David Guetta wird 50 – welcher ist Ihr Lieblingssong?

Regisseur Jan Sverak

Quelle: promo

Cottbus. Der Senior erinnert sich an seine Jugend und schreibt die Drehbücher, der Junior macht daraus erfolgreiche Filme – in denen der Alte mitspielt. Dieses bewährte Rezept hat dem kreativen Vater-Sohn-Duo Zdenek und Jan Sverak bereits große Zuschauererfolge beschert – und einen Oscar dazu. Den haben die beiden Tschechen 1996 für ihren gemeinsame Arbeit „Kolya“ erhalten.

Cottbus zeig „Barfuss übers Stoppelfeld“

Aktuell werden die Sveraks in Tschechien für ihre neueste Zusammenarbeit gefeiert: die bittersüße Retro-Kommödie „Po strnisti bos“ – „Barfuß übers Stoppelfeld“. Die Produktion ist auf dem Cottbuser Filmfestival in der Sektion „Nationale Hits“ zu sehen. Regisseur und Produzent Jan Sverak gehört zu den prominentesten Gästen der diesjährigen Filmschau und präsentiert sein jüngstes Werk dort persönlich - und zwar am Donnerstag um 19.30 Uhr im Weltspiegel und während des Publikumstages am Sonntag um 12 Uhr in der Stadthalle.

Die auf autobiografischen Elementen fußende Story ist die Vorgeschichte zum Kinofilm „Obecná škola“ – auf deutsch „Die Volksschule“. Das war im Jahr 1990 die erste gemeinsame Arbeit des Duos. Das Werk betrachtete die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Augen eines Kindes. Beim Publikum und bei den Kritikern kam der Film sehr gut an, er war danach für den Auslands-Oscar nominiert.

Die Zeit der deutschen Besatzung

Auch „Barfuß übers Stoppelfeld“ entspringt den Erinnerungen Zdenek Sveraks: Zur Zeit der deutschen Besetzung Böhmens und Mährens spielend, erzählt er die Geschichte des achtjährigen Eda, der mit seinen Eltern von Prag in die Provinz ziehen muss. Dort, auf dem Hof des mürrischen Großvaters (Jan Tríska), erwarten den Jungen nicht nur kampflustige Dorflümmel, sondern auch ein dunkles Familiengeheimnis.

Vor allem Hauptdarsteller Alois Grec punktet mit weiten blauen Kulleraugen und einer großen Portion kindlicher Leichtigkeit. Glaubhaft verkörpert er so den jungen Eda, der sich vom verhuschten Mamakind zum selbstbewussten Jungen entwickelt. Tragischerweise ist der Film die letzte Produktion, in der der tschechische Hollywood-Schauspieler Jan Tríska mitgespielt hat. Er fiel im September unter ungeklärten Umständen in die Moldau und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Für das erfolgreiche Vater-Sohn-Duo war das ein Schock.

Hoffenlich nicht die letzte Kooperation

Trotzdem wird „Barfuß übers Stoppelfeld“ hoffentlich nicht ihre letzte Kooperation sein. „Ich habe kein weiteres Thema mehr in meinem Leben und bereite auch keine weiteren Filme vor“, sagte zwar der heute 81-jährige Zedenek Sverak den tschechischen Medien. Doch sein 53-jähriger Sohn ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Dasselbe haben wir auch schon bei unserem vorletzten Film gesagt.“

Damit meint er den Zuschauerliebling „Leergut“, der das Finale der „Trilogie der Lebensalter“ bilden sollte. Darin geht es um einen Lehrer, der in Pension gehen muss und sich gegen das Altern wehrt. Natürlich spielt ihn Zdenek Sverak, dem oft Ähnlichkeit mit Sean Connery nachgesagt wird. Er hat auch das Drehbuch verfasst und traf mit viel Ironie den Zeitgeist. Auch hierzulande füllte der Film die Kinosäle.

Aber ganz so harmonisch, einfach und leicht, wie es von außen scheint, ist es nicht, wenn der Vater Sverak mit dem Sohne... Das beweist der Dokumentarfilm „Tatinek“ – „Vati“, den Jan Sverak über seinen Vater gedreht hat. Der studierte Lehrer für Literatur ist nicht nur Schauspieler und Drehbuchautor, sondern auch ein erfolgreicher Dramatiker, Kinderbuchautor und Kinderliedermacher. Und der bekam einen Wutausbruch und beschimpfte seinen Nachkommen wild, als dieser ihn in der Funktion des Produzenten dazu zwang, eine fünfte überarbeitete Version des Leergut-Drehbuchs zu verfassen.

Von Barbara Breuer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Worüber machen Sie sich am meisten Sorgen?