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Zehntausende beim Deutschen Chorfest in Stuttgart

Musik Zehntausende beim Deutschen Chorfest in Stuttgart

"Here comes the sun" singen sie - und prompt setzt Regen ein. Die Laune lassen sich tausende Laiensänger beim Deutschen Chorfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz aber nicht vermiesen.

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Ein buntes Meer aus Regenschirmen und viel Gesang beim Deutschen Chorfest in Stuttgart.

Quelle: Franziska Kraufmann

Stuttgart. Trotz Dauerregens haben sich am Wochenende tausende Sänger beim Chorfest zu Deutschlands vielleicht größtem Beatles-Chor zusammengeschlossen. Mit "Here Comes The Sun" sangen sie sich am Samstag unter bunten Schirmen warm, es folgten "Lucy In The Sky With Diamonds" und schließlich "Hey Jude".

Gezählt hat die Schar niemand, 5000 mögen es gewesen sein. Unterm Strich stand bis Sonntag beim Deutschen Chorfest in Stuttgart der Spaß am Singen im Vordergrund und die wohl zentrale Aussage: Jeder, der sprechen kann, kann auch singen.

An vielen Ecken der Stadt wurde musiziert und gesungen. Vom Beatboxen bis zum Volkslied. Mal besser, mal weniger gut - vieles spontan. Mehr als 400 Chöre, Vokalensembles und Vocal Bands aus ganz Europa waren zu Gast in Baden-Württembergs Landeshauptstadt - mit insgesamt mehr als 15 000 Sängern.

Gut 700 Veranstaltungen an mehr als 20 Spielstätten standen seit Donnerstag (dem regionalen katholischen Feiertag Fronleichnam) auf dem Programm. Nach Schätzungen des künstlerischen Leiters, Moritz Puschke, waren täglich rund 100 000 Besucher in der Stadt unterwegs.

Zu John Lennons "Imagine" wurde am Samstag dann der vom Südwestrundfunk (SWR) organisierte "größte Online-Chor aller Zeiten" zugeschaltet. Rund 10 000 Sänger hatten sich in den vergangenen Monaten an der Internet-Aktion beteiligt und ihre Videos geschickt. Die "Imagine"-Collage wurde auf einer Leinwand gezeigt.

Das Deutsche Chorfest gibt es alle vier Jahre. Diesmal kehrte die Bewegung quasi zu den Wurzeln zurück: In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden im Schwäbischen erste Chorfeste veranstaltet. Nationale Sängerfeste gab es hier schon 1896, 1956 und 1968.

Der Präsident des Deutschen Chorverbandes, Henning Scherf, lobte am Sonntag: "Wir haben bereits bei den Vorbereitungen erlebt, dass wir hier überall mit offenen Armen empfangen werden." Die Stuttgarter hätten bei den verschiedenen Mitsingaktionen zahlreich eingestimmt. "Das belegt, dass in den letzten Jahren eine neue Begeisterung für Chormusik und das gemeinsame Singen entstanden ist."

dpa

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