Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Zeit ist Leben: Oper "Momo" in Stuttgart

Theater Zeit ist Leben: Oper "Momo" in Stuttgart

Momo ist geheimnisvoll. Poetisch. Sie schafft alles: In ihrer Gegenwart spielen Kinder fantasievolle Spiele, versöhnen sich zerstrittene Menschen. Momos Geheimnis: Sie nimmt sich Zeit für ihre Freunde, hört ihnen aufmerksam zu.

Voriger Artikel
Trendfrisuren 2013: Pilzschnitte und "Mister Spock"-Look
Nächster Artikel
Zwischen Tradition und Moderne - Mode entdeckt die Trachten

Jeanne Segiun ist Momo.

Quelle: Bernd Weißbrod

Stuttgart. Die Junge Oper Stuttgart hat den berühmten Märchen-Roman "Momo" von Michael Ende (1929-1995) als Musiktheater auf die Bühne gebracht. Das Publikum goutierte die Uraufführung am Donnerstag im Kammertheater mit viel Applaus.

 Momo ist ein Waisenmädchen. Sie besitzt nur wenige Dinge, dafür aber umso mehr Freunde. Und sie hat eine besondere Gabe: Sie kann Menschen zuhören, nimmt sich die Zeit dazu und zieht sie damit in ihren Bann. Doch die Grauen Herren von der Zeitsparkasse wollen immer mehr Menschen zum Zeitsparen bringen - für später mal, für das "richtige Leben". Aber Momo erkennt, dass die Menschen um ihre Zeit betrogen werden, da sie vor lauter Sparen vergessen, zu leben.

 Nach "Träumer" ist "Momo" das zweite Musiktheaterstück, das Michael Heep für die Junge Oper Stuttgart komponiert hat. Sein klares - manchmal aber auch fremd anmutendes - Klangbild verbindet die unterschiedlichen Welten des Stücks: die Kälte der Grauen Herren mit der poetischen Hingabe Momos an Menschen und Dinge. Die Titelpartie spielt und singt die junge Sopranistin Jeanne Seguin. Tadellos, wenn auch ihre Distanz zum Kinderchor bisweilen etwas zu groß erscheint. Regie führt Barbara Tacchini, die Leiterin der Jungen Oper Stuttgart. Von ihr stammt auch das Libretto. Die muskikalische Leitung hatte Till Drömann.

 Mit weiteren Profi-Sängern, die etwa die Partien von Hora, Gigi Fremdenführer, Beppo Straßenkehrer, Wirt Nino und Friseur Fusi singen, stehen Laien-Ensembles auf der Bühne: 26 Kinder und Jugendliche spielen und singen im Chor von Momos Freunden. Erstmals in einer Inszenierung der Jungen Oper Stuttgart gibt es aber auch einen Erwachsenenchor: 35 Laiensänger stellen die Grauen Herren dar, 18 zusätzliche Laienschauspieler verkörpern weitere Graue Herren und Touristen. Einen Sonderapplaus gab es für Bibigirl, die vollkommene Puppe, dargestellt von Jasmin Arndt von der John-Cranko-Ballettschule Stuttgart.

 In der Oper lebt Momo auf einem riesigen Baum in einem geschlossenen Theater, ihr Bett hängt in den Ästen. Der Rauch aus den Zigarren der Grauen Herren wird ebenso auf die Rückwand der Bühne (Uta Materne) projiziert, wie die Schildkröte Kassiopeia, die Momo hilft. Auch lösen sich dort die Grauen Herren später in Rauch auf, denn natürlich geht alles gut aus: Momo bekommt Hilfe von Meister Hora, dem surrealen Hüter und Verwalter der menschlichen Zeit. Er hält die Zeit an und Momo gelingt es, die geraubte Zeit zu befreien. Horas Rat: Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. "Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Begleitetes Fahren schon ab 16 statt 17 – eine gute Idee?