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07:20 21.11.2016
Wieder auf der Hatz: DeWolff aus den Niederlanden. Quelle: Promo
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Potsdam

DeWolff sind auf der Hatz. Sie heulen, dass es dir ins Mark dringt. Und sie stoßen mit Macht eine Tür in die Vergangenheit auf. Dafür brauchen die drei Niederländer nur drei Dinge – Gitarre, Schlagzeug und Hammond-Orgel. Sind diese erst mal in Stellung gebracht, sind die drei Teppiche auf der Bühne erst mal ausgebreitet, dann geht die Reise los. In eine legendäre Zeit.

Luka van de Poel an den Saiten, sein Bruder Pablo an Stöcken und Fellen und ihr Freund Robin Piso an den Tasten. Der würde momentan wohl jeden Lookalike-Wettbewerb für sich entscheiden, wenn darum ginge, wie Richard Manuel von The Band darzustellen. Gleichwie: Robin wiegt sich über der Orgel, kniet sich richtig rein. Auf Tastendruck erscheinen sofort jene Lichtgestalten, die Hardrock, Bluesrock, den aus den Südstaaten und psychedelische Töne, die aus dem Genuss bestimmter Rauchwaren und chemischer Substanzen stammen, einst definierten. Helden wie Deep Purple, Led Zeppelin und wie sie alle hießen.

Angestaubt klingt das musikalische Angebot mitnichten, das Luka, Pablo und Robin da unterbreiten. In dem höchst produktiven Trio, das sich vor neun Jahren zusammenraufte, lebt zwar der Geist großer Zeiten, doch sie führen das Ganze zu neuem Glanz. Wie jüngst auf ihrer Platte „Roux ga Roux“. Entschieden, einzigartig und elektrisierend.

Der kernige Blues-Kerle aus der schwedischen Provinz. Quelle: Promo

Mitten in der schwedischen Provinz haut es drei Jungs vom Hocker, als sie eine Radiostation entdecken, die Musik spielt, die sich echt anfühlt und von weither kommt. Erik Jacobs, Erik Nilsson und Pontus Ohlsson aus Bollnäs nennen sich fortan Black River Delta und träumen sich – nach Amerika. Das Trio, ganz unorthodox mit Gitarre, Gitarre und Schlagzeug besetzt, lässt den Blues, wie er ihnen vorschwebt, förmlich explodieren.

Die Debütanten brennen ein Feuerwerk auf ihrer Platte „Devil On The Loose“ ab. Mit einem Sound schmutzig wie ein langer Tagesritt. Schlammig und trübe wie der Mississippi. Scharf, ungezügelt und lärmend wie die lockeren Ladies in der Kaschemme nebenan. Ärger ist ihr zweiter Vorname. Man spürt die Einflüsse von R.L. Burnside oder The Raconteurs. Ein Erstling, der einschlägt wie die Revolver-Kugel ins Holz der Theke. Acht Nuggets. Roh, schwer, aber golden. Wüstes Stampfen, dreckige Slides, überblasene Harmonika.

Konzert: Dienstag, 22. November, 20.30 Uhr, Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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