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Zufälligkeit und Zauber: Eckersberg-Schau in Hamburg

Ausstellungen Zufälligkeit und Zauber: Eckersberg-Schau in Hamburg

Unter dem Titel "Eckersberg - Faszination Wirklichkeit" macht die Hamburger Kunsthalle mit dem bedeutendsten dänischen Maler des frühen 19. Jahrhunderts bekannt. Klassizität trifft dabei auf Innovation.

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Christoffer Wilhelm Eckersberg, Rast der Israeliten nach dem Durchzug durch das Rote Meer, 1815.

Quelle: Lukas Schulze

Hamburg. Er gilt als Vater des Goldenen Zeitalters der Malerei in Dänemark, begründete 1816 in Rom die dänische Tradition der Freilichtmalerei, schuf Porträts und Akte, Landschafts-, Historien- und Marinebilder sowie Genre-Szenen, verfasste wichtige Schriften über Perspektiventheorie - und lehrte vierzig Jahre lang an der Kunstakademie in Kopenhagen.

Dennoch ist Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783-1853), der wohl bedeutendste Maler seines Landes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bislang fast nur in Skandinavien und bei amerikanischen Museen und Sammlern bekannt.

Das will eine Sonderausstellung mit 90 Gemälden sowie 40 Zeichnungen und Druckgrafiken in der Hamburger Kunsthalle ändern: Unter dem Titel "Eckersberg - Faszination Wirklichkeit" macht sie vom 11. Februar bis 16. Mai mit einem Werk bekannt, das Tradition und Innovation, Klassizität und Wirklichkeitsnähe, Konstruktion und Zufälligkeit, Nüchternheit und Raffinesse vereint. Es handle sich um die erste Eckersberg-Retrospektive in Europa außerhalb Dänemarks, sagte Museumchef Hubertus Gaßner. Die Schau war zuvor in anderer Zusammenstellung im "Statens Museum for Kunst" in Kopenhagen gelaufen. Im Anschluss wird sie in Paris präsentiert.

Im damaligen Schleswig - heute Süddänemark - geboren, gewann Eckersberg nach seiner Ausbildung zum Historienmaler in Kopenhagen 1809 ein Reisestipendium. Das ermöglichte ihm langjährige Aufenthalte in Paris, wo er Schüler des Klassizisten Jacques-Louis David wurde, und in Italien. Zurück in seiner Heimat, avancierte der junge Künstler schnell zum gefragten Porträtisten. So ist in Hamburg sein Ölbild "Die Familie Nathanson" von 1818 zu erleben. Der vermögende, im damals dänisch verwalteten Altona bei Hamburg geborene Kaufmann Nathanson war Mäzen Eckersbergs. Er gab auch das ausgestellte Doppelbildnis seiner Töchter Bella und Hanna (1820) in Auftrag.

Klassische Ruhe bei neuartiger lebhafter Wirklichkeitsnähe zeichnen nicht nur die beiden Arbeiten aus. Dieser Dualismus trifft ebenfalls auf das auf Initiative des Juden Nathanson geschaffene Riesenformat "Rast der Israeliten nach dem Durchzug durch das Rote Meer" (1815) zu. In leuchtenden Farben zeigt der Künstler hier, wie das Volk Israel in einer dramatischen Situation einen Moment innerer Sammlung und Familienglücks genießt.

So wie die Stille zum wiederkehrenden Thema bei Eckersberg gerät, so ist es bei seinen oft unvermittelt direkten Perspektiven und Ausschnitten auch seine Berücksichtigung des Bildbetrachters. Deutlich wird das etwa bei den kleinen skurrilen Genrebildern. Man meint gar, den "Seemann, seine Freundin verabschiedend" (1840) oder die drei fast aufeinander prallenden Person seiner "Straßenszene bei Wind und Regen" (1846) live zu erleben. "Diese absoluten Momentaufnahmen wirken beinahe wie vorausgenommene Fotoästhetik", erklärte Ausstellungskurator Markus Bertsch dazu am Mittwoch.

Das Sehen thematisiert der Maler auch im berühmtesten seiner Werke: Im "Blick durch drei Bögen im dritten Stock des Kolosseum" (1815), eine Leihgabe aus Kopenhagen, setzt er eine Aussicht aus drei Blickwinkeln zusammen. Auf den unermüdlich tätigen wegweisenden Künstler kann man in der vielfältigen Retrospektive auch persönlich schauen. Im "Selbstbildnis" von 1807/10 erkennt man ihn als jungen Mann. Und im "Bildnis Christoffer Wilhelm Eckersberg" (1850) seines Kollegen Johan Vilhelm Gertner als würdig ergrauten Herrn mit Bildermappe in der Hand. Beide Male jedoch mit dem intensiven Blick eines Künstlers.

dpa

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