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Zwei Minuten Weltruhm: Missgeschick bei Misswahl

Buntes Zwei Minuten Weltruhm: Missgeschick bei Misswahl

Es gab in der Geschichte Könige, die nur einen Tag regierten. Eine Königin bringt es jetzt auf nicht einmal zwei Minuten - und es ist nicht einmal ihre Schuld. Es ist der Fehler eines Moderators. Der aber bekommt Beistand von ungewöhnlicher Seite.

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Pia Alonzo Wurtzbach ist die neue «Miss Universe». Foto: Miss Universe Organization/Darren Decker

Las Vegas/Manila (dpa) - Der Fehler eines Moderators hat bei der Miss Universe-Wahl für einen Eklat gesorgt. In Las Vegas wurde am Sonntagabend (Ortszeit) die falsche Kandidatin zur schönsten Frau des Universums erklärt.

Miss Kolumbien musste die Krone wieder abgeben, nachdem sie vor einem Millionenpublikum als Gewinnerin gefeiert worden war. Der Moderator hatte die Namen verwechselt. Gekrönt wurde im zweiten Anlauf die Deutsch-Philippinerin Pia Alonzo Wurtzbach, die vor 26 Jahren in Stuttgart geboren wurde.

Moderator Steve Harvey hatte zuerst die fünf Jahre jüngere Ariadna Gutiérrez zur Siegerin gekürt. Miss Kolumbien bekam die Krone, Blumen und Glückwünsche, doch dann gestand der 58-Jährige seinen Fehler ein. Er habe einfach falsch abgelesen. "Ich möchte mich von ganzem Herzen bei Miss Kolumbien und Miss Philippinen für meinen ungeheuren Fehler entschuldigen", schrieb Harvey auf Twitter. Da wurden schon Verschwörungstheorien laut: War alles geplant, um dem Wettbewerb mehr Aufmerksamkeit zu garantieren?

Die beiden Kandidatinnen trugen es mit Fassung. Die neue Siegerin lächelte verlegen in die Kameras und winkte vorsichtig in die Menge, als Ariadna Gutiérrez die Krone wieder abgenommen wurde. Die neue Nummer Zwei war zeitweise sichtlich um Fassung bemüht, zeigte aber Teamgeist: "Ich bin froh über alles, was ich erreicht habe."

Alonzo Wurtzbach ist Tochter einer Philippinerin und eines Deutschen und wuchs in Cagayan de Oro auf den Philippinen auf. Sie arbeitet in der Lifestyle-Redaktion einer Zeitung. Sie habe zwar auch einen deutschen Pass, fühle sich aber als Philippinerin, sagt sie.

Die Philippiner waren begeistert: "Die Leute haben angefangen zu schreien, als klar war, dass Miss Philippinen gewonnen hatte", schrieb ein Fan auf Facebook. Zuvor hatten Frauen aus dem südostasiatischen Inselstaat den Wettbewerb 1969 und 1973 gewonnen.

In Kolumbien war das Mitleid mit Gutiérrez groß. Präsident Juan Manuel Santos twitterte aufmunternd: "Für uns wirst Du immer Miss Universe sein." Kolumbianische Medien reagierten fassungslos: "Keiner kann verstehen, dass ein solches Event, das mit diversen Veranstaltungen fast einen Monat dauert und perfekt funktioniert, so endet", kritisierte die Zeitung "El Tiempo". Das sei "unglaublich".

Im Pressezentrum hatten die Journalisten aus dem Lande bereits gejubelt und erste schnelle Berichte in die Heimat gefunkt. Das Bild der völlig konsternierten Gutiérrez, die die Krone nur für zwei Minuten tragen durfte, war das Bild des Tages am Montag in Kolumbien. Im Netz kursierten Montagen, wie Moderator Steve Harvey die Weltfußballer-Gala moderiert und sagt: "Der Goldene Schuhe geht in diesem Jahr an Cristiano Ronaldo." Und dann sich selbst korrigiert: "Ach, nein, ich meinte Lionel Messi." 

Donald Trump, Ex-Eigentümer des Miss-Universe-Wettbewerbs und nie um einen Kommentar verlegener Präsidentschaftsbewerber, zeigte sich ungewohnt versöhnlich: "Steve Harvey ist ein großartiger Kerl", sagte er in der Sendung "Today". "So etwas passiert nun einmal im Live-Fernsehen." Er hätte beide zu "Co-Gewinnern" gemacht: "Das wäre richtig cool gewesen." "Today" ist ein Flaggschiff des Senders NBC. NBC hatte bislang auch den Miss Universe-Wettbewerb ausgestrahlt, war aber nach Trumps Äußerungen gegen Mexikaner abgesprungen.

dpa

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