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Zwölf Mal rund um den Globus

MAZ-Konzerttipp Zwölf Mal rund um den Globus

Schon wieder Standards aus Jazz und Pop? Aber bitte! Denn Irit Dekel und Eldad Zitirin erweisen sich selbst bei Stücken, die man längst aus dem Effeff zu kennen glaubt, als Meister der genialen Abschweifung und der großartigen Verwandlung. Wie grandios das geht, das kann man am Sonntagabend im Columbia Theater miterleben.

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Begeben sich auf Traumreise: Irit Dekel und Eldad Zitrin.

Quelle: Natasha Zeriker

Potsdam. Da haben sich ja die Sängerin Irit Dekel und Eldad Zitrin (Gitarre, Piano, Akkordeon) ja was geleistet. Landläufig würde man wohl sagen, das Duo aus Israel hat die auf ihrem Album „Last Of Songs“ vertretenen zwölf Stücke mächtig gegen den Strich gebürstet. Stimmt und stimmt auch wieder nicht. Ja, die beiden haben das große American Song-Book auf den Knien gehabt und durchgeblättert. Fündig wurden sie, keine Frage. Denn darin verzeichnet stehen Evergreens, die für eine halbe Ewigkeit gemacht scheinen, mindestens.

Beide zeigen gerade mal so viel Respekt wie nötig

Bei Irit und Eldad wurde es aber nicht der in den Jazz gewandete x-te Aufguss, sondern eine fein schwebende, geradezu filmisch anmutende Annäherung. Und dabei zeigen sie gerade mal so viel Respekt, wie nötig. Um im nächsten Moment alle Fünfe gerade sein und mit Freude etwas völlig anderes aus den mitunter bis zum Überdruss strapazierten Vorlagen zu formen.

Nehmen wir nur die Everly Brothers mit dem Stück „By By Love“. Das wird diesmal extrem verlangsamt und beinahe grüblerisch vorgetragen, angereichert mit schwirrend elektronischen Geräuschen und Clubbeats. Dann mischen sich Tango und osteuropäische Einsprengsel in das vom Bass beschleunigte „No More Blues“. Während „Your My Thrill“ sich tatsächlich einen Agenten-Thriller Istanbul verwandelt.

Drama mit Klangexoten wie Oud, Duduk und Kanun

Das eigentlich tänzelnde und munter swingende „Get Happy“ wiederum hat ganz großen Atem samt Streichern, Hall und Rohrflöten. Drama, Baby! Klangwelten und Sounderfahrungen in einem stetig wechselndem Mix. Je nach Stimmung oder geografischer Wendung mit Instrumenten unterfüttert, die ziemlich exotisch klingen: die Oud, eine Kurzhalslaute, die Duduk, eine türkische Klarinette oder das Kanun, eine Kastenzither. Spannung allenthalben. Davon lässt man sich gern umgarnen.

Konzert: Sonntag, 17. Juli, 20 Uhr, Columbia-Theater in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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