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Fernsehen Acosta versus Trump – wer bohrt, der geht
Nachrichten Medien Fernsehen Acosta versus Trump – wer bohrt, der geht
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19:09 08.11.2018
Wehe, wenn der Spalter zürnt: Die Frage nach dem Stand der Russland-Untersuchungen brachte Jim Acosta (l.) erst den präsidialen Vorwurf eine „furchtbare, unverschämte Person“ zu sein. Dann wurde ihm seine Akkreditierung fürs Weiße Haus entzogen. Quelle: Foto: action press
Washington

Jim Acosta taugt nicht als Feindbild. Der 47-Jährige gilt in Kreisen der Washingtoner Korrespondenten eher als untypischer Vertreter der eigenen Branche: Im Gespräch mit Kollegen tritt er betont zurückhaltend auf. Oftmals erzählt Acosta mehr Anekdoten über seine beiden Kinder als über seine früheren Begegnungen mit Barack Obama, Mitt Romney oder Raúl Castro.

Dass ausgerechnet diesen Journalisten der Bannstrahl des amerikanischen Präsidenten trifft, zählt zu den vielen Seltsamkeiten der Trump-Ära.

Acosta wurde am Mittwoch die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen – und viele Amerikaner streiten nun über die Frage, ob der CNN-Chefkorrespondent für die Berichterstattung aus der Regierungszentrale eine Praktikantin der Administration vielleicht zu rabiat angegangen ist.

Eskalation ist Trumps Trumpf, Beleidigungen sind sein Stil

Es herrschte eine aufgeheizte Stimmung, als Trump am Tag nach den Zwischenwahlen von einem „unglaublichen Erfolg“ sprach, obwohl seine Partei gerade die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren hatte. Acosta ließ sich nicht beeindrucken und kam auf die Ermittlungen in der Russland-Affäre zu sprechen.

Trump war offensichtlich genervt von den Nachfragen, beleidigte ihn („Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person“) und forderte den CNN-Mann schließlich auf, das Mikrofon weiterzugeben. Acosta weigerte sich, bestand auf eine Antwort – und schob den Arm der jungen Regierungsmitarbeiterin weg, als sie ihm das Mikro entziehen wollte.

Als körperlichen Angriff lassen sich die Turbulenzen freilich kaum bezeichnen. Es sei denn, man schaut sich das Video an, das Trump-Sprecherin Sarah Sanders von der Situation auf Twitter hochgeladen hat. Zahlreiche Nutzer der Plattform werfen Sanders vor, dass Video sei bearbeitet worden, die Berührung ähnele durch Beschleunigung einem Karateschlag.

Eine Situation, die den vorläufigen Tiefpunkt in einem Kleinkrieg markiert, der weit mehr Schaden anrichtet, als es die giftigen Bemerkungen aller Beteiligten vermuten lassen. Trump gefällt sich in seiner Rolle, Attacken gegen die unabhängigen Medien zu reiten, und es schert ihn kein bisschen, dass die Auseinandersetzungen immer weiter eskalieren.

Die großen TV-Sender richten sich mit klarer Rollenverteilung ein

So verurteilte er vor den Midterms zwar die versuchten Bombenanschläge auf die prominentesten Persönlichkeiten der Demokratischen Partei und auf den Sender CNN. Aber Stunden später hetzte er wieder gegen die Medien.

Die wüsten Attacken halten nun schon seit mehr als zwei Jahren an, und hinter den Kulissen richten sich die beiden großen TV-Sender in dem Konflikt mit klarer Rollenverteilung ein: Hier die Trump-Kritiker von CNN, dort die Trump-Höflinge von Fox News.

Während die Washington Post, die New York Times und andere Medien viel Geld investieren, um ihre Reporterpools für investigative Recherchen aufzustocken, setzen die Kollegen auf den kurzen, aber besonderen Moment. Acosta streitet sich mit dem Präsidenten, während sich die Fox-News-Leute Sean Hannity und Jeanine Pirro während Trumps Wahlkampfrallye in Missouri von ihm ungeniert auf die Bühne bitten lassen.

Inwieweit der Übereifer von den Sendern eingefordert wird, lässt sich schwer beurteilen. Fox News gab am Dienstag ein Statement heraus, in dem die unerwartete Wahlkampfwerbung gerügt wird: Der Auftritt von Hannity und Pirro sei eine „unglückliche Ablenkung“.

Die Zeit der sinkenden Zuschauerzahlen ist für die Sender passé

Auch Acostas leidenschaftliche Einsätze werden intern offenbar unterschiedlich bewertet. Als er sich im August eine Auseinandersetzung mit Trumps Sprecherin Sarah Sanders lieferte, spitzte er einige Zitate mehr zu als es statthaft war.

Aber diese Details fallen nicht allzu sehr ins Gewicht: Die langen Jahren, in denen die Sender mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen hatten, sind längst vergessen, die Geschäftszahlen der Sender können sich wieder sehen lassen. Auch Acosta kann sich nicht beklagen: Vor wenigen Monaten erst wurde er zum Bürochef befördert.

Von Stefan Koch/RND

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