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Fernsehen Die Schlange lebt: „Kobra, übernehmen Sie!“
Nachrichten Medien Fernsehen Die Schlange lebt: „Kobra, übernehmen Sie!“
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18:00 18.12.2017
Das Team der fünften Staffel: Bei der Impossible Missions Force arbeiteten (v. l.) Paris (Leonard Nimoy), Barney Collier (Greg Morris), Dana Lambert (Lresley Ann Warren), Willy Armitage (Peter Lupus) und – der Chef – Jim Phelps (Peter Graves). Quelle: picture alliance / landov
Hannover

Ein Streichholz wurde angezündet, eine Lunte brannte ab, dazu spielte ein Orchester Lalo Schifrins verheißungsvolle Vorspannmelodie. Und die jazzte einem sofort im Kopf herum wie das James-Bond-Thema. 007 war es auch, dem sich das TV-Team von Agent Dan Briggs verdankte. Mit den Filmen „Goldfinger“ und „Feuerball“ befand sich der Hype um den smarten Britspion Mitte der Sechzigerjahre auf dem Höhepunkt.

Die Produktionsfirma Desilu, die zur selben Zeit das „Raumschiff Enterprise“ ins All schickte, baute eine amerikanische Agentenwelt auf. Die befand sich ab 29. Dezember 1967 auch in Deutschland regelmäßig am Abgrund, musste von Briggs und seinen Spezialisten gerettet werden. Kalter Krieg, heißes Fernsehen. Am Freitagabend hieß es im Ersten fortan: „Kobra, übernehmen Sie!“

Das sich selbst zerstörende Tonband wurde Kult

Die spezielle Art der Auftragsübermittlung wurde schnell zum Kult: „Dieses Band wird sich innerhalb von fünf Sekunden selbst zerstören“, war der obligatorische Satz, den Briggs und sein Nachfolger Jim Phelps zu hören bekamen. Die Helden waren auf sich gestellt, eine Beteiligung der US-Regierung an den Einsätzen sollte nicht zurückverfolgt werden können.

Zu Anfang musste der Auftragnehmer das Band freilich noch selbst ins Kaminfeuer werfen. Und in der ersten Folge der ersten Staffel war es gar die Schallplatte einer obskuren „Pavane in G“, die sich in einem plötzlichen Säurebad auf dem Plattenspieler auflöste. Und zwar im Hinterzimmer eines Antiquitätenladens – das Geheime ist immer und überall. Der erste Auftrag: Ein Diktator von Santa Costa weilt im Hotel Nationale, zwei Atomsprengköpfe liegen im Tresor dieses Hotels. Die Waffen sicherzustellen, war ein Himmelfahrtskommando, eine „Mission: Impossible“ – so hieß die Serie im US-Original. Der stussige „Kobra“-Satz war eine rein deutsche Erfindung.

Die besten Serien kamen von jenseits des Atlantik

Alles war cool an „Kobra“. Vor allem, weil es amerikanisch war. Amerika war 1967 noch das verheißene Land, der Inbegriff des Guten und Modernen, der Weltpolizist, der es mit den bösen Mächten des Ostblocks, der Bananenrepubliken und schrägen Weltbeherrschungsprätendenten aufnahm. England dagegen, die Heimat von James Bond, war eher eine Weltmacht am Abtakeln. Wenig wusste man als deutscher Durchschnittszuschauer damals schon von Rassenunruhen in den USA. Und das Massaker von My-Lai war noch nicht passiert. Amerika hatte Rock’n’Roll, die besten Kinofilme und die besten Fernsehserien – und „Kobra“ war die beste. Jede Folge war wie ein kleiner Spielfilm, in dem von der Impossible Missions Force unglaubliche Realitäten inszeniert wurden, um die Bösewichte zur Strecke zu bringen.

Besser noch als die erste war die zweite Staffel von, in der der etwas gesichtssteife Higgs (der Schauspieler Steven Hill war ein orthodoxer Jude, der nicht mehr am Sabbat arbeiten wollte) durch den fast väterlich wirkenden Jim Phelps ersetzt wurde. Der Schauspieler Peter Graves war der Bruder von James Arness, der Marshal Matt Dillon aus der Westernserie „Rauchende Colts“. Er wurde zum freundlichen Gesicht des Kalten Kriegs.

In der vierten Staffel kam Mister Spock ins Spiel

Phelps führte bis 1973 eine unschlagbare Spezialistengang an: den klugen Haudrauf Willy Armitage (Peter Lupus), den Technikspezialisten Barney Collier (Greg Morris), das Maskengenie Rollin Hand (Martin Landau) und die blonde Charmeoffensive Cinnamon Carter (Barbara Bain). Als Landau und seine Ehefrau Bain, die mit der Serie als erste Schauspielerin drei Emmys in Folge einfuhr, die Mission wegen Unterbezahlung verließen, kam der Illusionist Paris ins Spiel. Den spielte Leonard Nimoy, der bis dato für Desilu drei Jahre als Mister Spock auf der „Enterprise“ gedient hatte – einer Serie freilich, die für deutsche Fernsehzuschauer noch fünf Jahre in der ZDF-Zukunft lag.

Der Sieg des Guten war Folge um Folge gebongt, niemand von den wichtigen Figuren war je in Gefahr. In seinem Bettchen dachte man nach dem Nachtgebet behaglich darüber nach, dass mit solch gewitzten Leuten wie denen von der Impossible Missions Force nichts schief gehen könne in der Welt. Gut sie auf unserer Seite zu haben.

Die Mission geht auch 2018 weiter

So populär war die Fernseh-Charade, dass sie 1996 fürs Kino wiederbelebt wurde. Der „Kobra“-Titel wurde fallen gelassen, Thrillerspezialist Brian De Palma inszenierte den Kino-Blockbuster „Mission: Impossible“, mit dem Tom Cruise als Agent Ethan Hunt zum US-Bond aufgebaut wurde. Um den Preis, dass der brave Jim Phelps – für Fans der Serie unvorstellbar – zum Verräter werden musste.

Und die charmante Serie zum abgebrühten Action-und Technikspektakel, für dessen aufregendste Szene, den Diebstahl aus einem perfekt abgesicherten Computerraum, sich der sonst so findige De Palma ungeniert bei Jules Dassins „Topkapi“ (1965) bediente. Der Erfolg des Franchise hält bis heute an, am 4. August 2018 kämpft Cruise in „M:I 6“ gegen Henry Cavill als Bösewicht. Dessen Schnurrbart das Studio der Warner Brothers Millionen kostete. Weil Cavill ihn sich für den Nachdreh zu „Justice League“ nicht abrasieren durfte, musste er in der Nachproduktion im Computer entfernt werden.

Die Schlange lebt. Auch wenn kaum noch jemand die „Kobra“-Serie mit ihr in Verbindung bringt. Und Tonbänder sich in digitalen Zeiten nicht mehr selbst zerstören müssen sondern in Technikmuseen den wohl verdienten Ruhestand genießen.

Von Matthias Halbig / RND

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