Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fernsehen Viel Ballerei in Budapest
Nachrichten Medien Fernsehen Viel Ballerei in Budapest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:12 26.04.2018
Und Action: Die Schauspieler Daniel Roesner (l.) als Paul Renner und Erdogan Atalay als Semir Gerkhan drehen eine Schießszene für die RTL-Action-Serie „Alarm für Cobra 11“ Quelle: dpa
Anzeige
Budapest

Zum Showdown kommt es keine 50 Meter vor dem prächtigen Gebäude des Budapester Parlaments. Ungarische Polizeiautos mit zerschossenen Scheiben und Blinklichtern, ein von Kugeln durchsiebter Zeitungskiosk künden von Ungemach. Weiter hinten steht quer über die breite Straße, die zum Parlament hinführt, ein mit Gasflaschen beladener Pritschenwagen. Noch mehr Unheil liegt in der Luft.

Das ist der Moment für Stunt-Koordinator Christoph Knobloch. „3-2-1, go!“, brüllt er durch sein Megafon. Ein scharfer Explosionsknall gellt durchs Regierungsviertel. Aus dem Kleinlaster schießen Stichflammen, Gasflaschen purzeln durch die Luft. Die Flammen vereinigen sich zu einer gelb-orange lodernden Feuersbrunst. Dicker, schwarzer Rauch steigt auf.

Jenny Dorn unter falschem Verdacht

In Budapest entsteht in diesen Apriltagen eine neue Folge der beliebten Action-Serie „Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei“. Unter dem Titel „Most Wanted“ (Regie: Darius Simaifar) eröffnet sie im kommenden Herbst die 33. Staffel der seit 22 Jahren laufenden Autobahncop-Saga. Die Handlung führt Kommissar Semir Gerkhan (Erdogan Atalay) und seinen Partner Paul Renner (Daniel Roesner) in die ungarische Hauptstadt.

Die beiden haben sich eigenmächtig auf den Weg in die Donaumetropole gemacht. Ihre Ex-Kollegin Jenny Dorn (Katrin Heß), die inzwischen in den USA lebt, wird vom FBI fälschlicherweise verdächtigt, einen aus Ungarn stammenden Millionenerben entführt zu haben. Sie setzt sich nach Budapest ab, um auf eigenen Faust zu ermitteln und ihre Unschuld zu beweisen. Semir und Paul, das ist Ehrensache, helfen ihr – ohne Wissen und Zustimmung ihrer deutschen Dienststelle.

Auslandslocations sind nicht typisch für die Krimiserie

„Es ist ein Special für den Herbst 2018, mit einem erhöhten Budget“, sagt Produzent Heiko Schmidt von der Firma Action Concept, die „Alarm für Cobra 11“ im Auftrag von RTL herstellt. Es wurden schon Folgen in Österreich, Albanien und der Türkei gedreht, doch typisch sind Auslandslocations für die Serie nicht. Dabei wird sie in über 120 Ländern der Welt gezeigt. „Auch in Ungarn haben wir eine erhebliche Fanbase“, betont Schmidt.

Für Ungarn als Drehort sprach auch, dass dort die nötige filmindustrielle Infrastruktur für derartige Großproduktionen vorhanden ist. Ausländische Produzenten sind darauf angewiesen, dass sie vor Ort zuverlässige Techniker, Komparsen, Requisiteure, Caterer vorfinden. Und dass sie jemanden haben, der ihnen die nötigen Genehmigungen für schöne Locations und Verkehrssperren beschafft. In Budapest ging man bis zu Oberbürgermeister Istvan Tarlos, um sich dessen Segen zu holen, lässt Heiko Schmidt durchblicken.

Die pittoresken Stadtwahrzeichen werden wirkungsvoll inszeniert

Dafür werden die Wahrzeichen der ungarischen Hauptstadt wirkungsvoll ins Bild gesetzt. Wenn sich Semir und Paul durch die Stadt ballern, ist häufig das neogotische Parlamentsgebäude, erbaut von 1885 bis 1904, im Hintergrund zu sehen. Ihren ungarischen Vertrauensmann Gabor (Boris Aljinovic), der sich als gaukelnder Hütchenspieler tarnt, treffen sie auf der malerischen Burg von Buda, vor dem ehemaligen Königspalast, der heute die Nationalgalerie beherbergt.

Dort müssen sie vor den FBI-Agenten – unter ihnen eine von der Deutsch-Afrikanerin Florence Kasumba verkörperte Figur – davonlaufen. Auf dem zweispurigen Budaer Donaukai kommt es zu einer wilden Verfolgungsgjagd. In guter „Cobra 11“-Tradition geht es ans Limit, schleudert es die Autos hin und her, überschlägt sich der eine oder andere Wagen. In der Action-Serie sind seit ihren Anfängen 5900 Fahrzeuge geschrottet worden.

Fast von Anfang ist Erdogan Atalay der Autobahnkommissar Semir Gerkhan. In 22 Jahren hat er die Figur geprägt und behutsam weiterentwickelt. „Semir verkörpert alte Werte wie Treue und Mut“, sagt er zu Reportern am Set. „Er ist ein Held, aber kein Supermann, denn er hat auch Schmerzen.“ Ob er manchmal ans Aufhören denke, will eine Reporterin wissen.

Ans Aufhören denken die Cobra-Cops nicht

„Eher werden wir aufgehört, bevor wir aufhören“, witzelt der 51-Jährige. So lange das Publikum mitmacht, will er sagen, stelle sich die Frage des Aufhörens nicht. „Ich mag außerdem die Art der Erzählung“, fügt er hinzu. „Es ist tolle Unterhaltung.“

Am Set ist Atalays ungebrochene Begeisterung für seine Rolle deutlich spürbar. Die Explosion des Pritschenwagens fordert von allen Beteiligten höchste Konzentration – wegen der aufwendigen Vorbereitung der Sprengkörper und Brandsätze kann sie nur ein einziges Mal gedreht werden. Semir und Paul sind, die Waffe im Anschlag, hinter einem zerschossenen ungarischen Polizeiwagen in Deckung gegangen. Im Augenblick der Detonation müssen sie sich wegdrehen, um nicht von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden.

Alles klappt bestens. Atalay ist höchst zufrieden. „Es war ein schönes Timing“, kommentiert er. „Wir konnten uns wegdrehen, und der Laster brannte schön weiter. Das sieht richtig gut aus.“

Von Gregor Mayer/RND

Ein türkisches Gericht verhängt hohe Haftstrafen gegen Journalisten der regimekritischen Tageszeitung „Cumhuriyet“. Journalistenverbände werten das Urteil als Schande.

26.04.2018

Von Kuhdamm 59 bis Dark: Deutsches Fernsehen ist in den USA so beliebt, wie nie zuvor. Der Grund: Die Produktionen weichen immer mehr vom deutschen Klischee „Tatort-Krimi“ ab.

25.04.2018

Die Mannschaften von ARD und ZDF für die Fußball-WM in Russland stehen. Aber wie trennt man Sport und Politik? Ein neuer prominenter Gastkommentator wurde auch vorgestellt.

23.04.2018
Anzeige