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Fernsehen „Hard Sun“ – Endzeit ist die schönste Zeit
Nachrichten Medien Fernsehen „Hard Sun“ – Endzeit ist die schönste Zeit
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16:00 20.10.2017
Partner wider Willen: Die grundverschiedenen Detectives Elaine Renko (Agyness Deyn) und Robert Hicks (Jim Sturgess) haben alle Hände voll zu tun, um in „Hard Sun“ zu überleben. Quelle: BBC/Hulu
Hannover

Ist der Tote im Thriller ein Computerhacker, dann ist Gefahr im Verzug, dann ist mit dem Leichenfund meist auch die Spitze eines Eisbergs des Bösen aufgetaucht. Wobei die zuständigen Polizisten anfangs noch an „death business as usual“ zu glauben pflegen. So ergeht es auch den beiden Londoner Ermittlern Charlie Hicks (Jim Sturgess) und Elaine Renko (Agyness Deyn), die in der Serie „Hard Sun“ den Tod eines solchen digitalen Freibeuters zunächst nur mit der üblichen Routine untersuchen. Dann aber stoßen sie auf ein Geheimnis: Das Ende der Welt ist nur noch fünf Jahre entfernt. Plötzlich stehen sie in den Fadenkreuzen ruchloser Mordgesellen im Auftrag einer Regierung, die diese Wahrheit unterm Deckel halten will. Die britische BCC und der kalifornischen Video-on-Demand-Dienstes Hulu haben sich für dieses Projekt zusammen getan. Zuletzt ist vor einigen Tagen auch das ZDF ins Produktionsteam eingestiegen.

Alle lieben Endzeitserien

Endzeitserien haben schon seit längerem Konjunktur. Ob die Katastrophe nun durch Aliens („Falling Skies“), Maschinen („Battlestar Galactica“, „Terminator S.C.C.“) Atombomben („Jericho“) oder Zombieseuchen („The Walking Dead“, „Z Nation“) eintritt, ist für den Erfolg weitgehend egal. Der Zuschauer, selbst in äußerst unruhigen Zeiten lebend, gruselt sich gern auf dem Sofa, während auf dem Bildschirm Leute, denen es deutlich schlechter geht, versuchen, irgendwie mit den Nöten und Zwängen der Apokalypse klarzukommen. Keine Dusche und Heizung mehr, Supermärkte geplündert und niemand auf Erden scheint mehr eine Ahnung von Ackerbau, Viehzucht, analogem Leben zu haben. Alphamännchen schwenken Speere und Gewehre: Das Recht des Stärkeren kommt unter dem zerbröselten Firniss der Zivilisation zum Vorschein.

Zwei grundverschiedene Helden

In „Hard Sun“ ist es noch nicht soweit, das Schlimmste ist vielleicht noch abwendbar. Freilich müssen sich die unter Beschuss stehenden Helden zunächst zusammenraufen. Das ist nicht ganz leicht, denn wir sind nicht mit Heller und Stone in den trauten „Strassen von San Francisco“ oder im gemütlichen Mörder-München von „Derrick“. Der Familienvater Hicks ist korrupt bis ins Mark, während die seelisch beschädigte Renko völlig unbestechlich durchs Leben geht. Zwei Cops an entgegengesetzten Enden des moralischen Spektrums, geprägt von tiefem Misstrauen füreinander – wo doch jede Sekunde zählt. Viel mehr ist über die Handlung nicht bekannt. Geheimniskrämerei ist die halbe Miete im Biz der bewegten Bilder.

Ein Thriller aus der Feder von Neil Cross

Geschrieben hat den zunächst auf sechs Teile angelegten Thriller Neil Cross, dessen Nerven aufreibende Thrillerserie „Luther“ mit Idris Elba zum besten Spannungsfernsehen der vergangenen Dekade zählt. Auch dort stand ein Polizist im Mittelpunkt, für den Recht und Gesetz eher den Rang von Vorschlägen hatten (eine fünfte Staffel ist für 2018 geplant). Regisseur ist Brian Kirk, der mit Folgen von „Luther“, „Penny Dreadful“, „Game of Thrones“ und vielen Serien mehr weidlich Erfahrung mit dem sogenannten Qualitätsfernsehen besitzt. Die Ausstrahlung von „Hard Sun“ im englischsprachigen Raum steht für Januar 2018 an, wann der Sechsteiler im ZDF zu sehen sein wird, ist noch offen. Vermutet wird das Frühjahr 2018, in jedem Fall aber noch vor Ablauf der Fünfjahresfrist.

Von Matthias Halbig / RND

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