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Helga Rackwitz fiebert mit Tochter Hanka mit

Dschungelcamp Helga Rackwitz fiebert mit Tochter Hanka mit

Hanka Rackwitz (47) aus Sachsen-Anhalt kämpft sich durch die RTL-Show – ihre Mutter fiebert jeden Tag am Fernseher mit. Ein Besuch im Müchelner Wasserschloss, wo auch die Tochter lebt, wenn sie sich nicht gerade in Australien mit Krabbeltieren auseinandersetzt.

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Helga Rackwitz fiebert am Fernseher mit, wenn Tochter Hanka Prüfungen im Dschungelcamp bewältigen muss.

Quelle: Haig Latchinian

Mücheln. Knallrote Haare, fesche Brille, kultige Lederstiefel – nein, Helga Rackwitz ist sicher keine typische 76-Jährige in der sachsen-anhaltischen Provinz. Wer öffnet schon spät am Abend einem unangemeldeten Reporter? Vor allem: Wer sonst bittet einen Monat nach Heiligabend noch unter den festlich geschmückten Weihnachtsbaum? – „Ach wissen Sie, solange Schnee liegt, wird nicht abgeschmückt“, sagt Helga Rackwitz und fühlt sich im Müchelner Wasserschloss so wohl wie das rotbäckige Försterkind an frischer Waldluft.

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Am zwölften Tag müssen Hanka und Marc zur Prüfung antreten: RTL serviert ihnen Straußen-Anus, Krokodil-Penisse und Fischaugen-Saft. Am Abend wird es emotional.

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Sie ahnt, dass sie momentan die wohl gefragteste Mutter in ganz Sachsen-Anhalt ist – denn ihre Tochter Hanka kämpft in Australien im Camp von RTL um die Fernseh-Dschungelkrone. Zwar war sie schon im Jahr 2000 in der zweiten Staffel von „Big Brother“ am Start, saß bereits bei Markus Lanz und Bettina Böttinger genauso auf der Couch wie im „Riverboat“, wirkte beim „Perfekten Promi-Dinner“ mit, spielte eine Nebenrolle bei „Soko Leipzig“ und war als TV-Maklerin in der Vox-Doku „mieten, kaufen, wohnen“ der Publikumsliebling – doch die Nachfrage jetzt übersteigt alles. Das Telefon bei Mutter Helga steht praktisch nicht still. Zumeist sind es Damen und Herren, die sich von Tochter Hanka eine Wohnung vermitteln lassen wollten. Aber sie ist nicht in Mücheln, sondern am anderen Ende der Welt im Dschungelcamp.

Ein Fan von Kakerlaken, Känguruhoden & Co. sei sie bestimmt nicht, sagt die im genieteten Ledersessel sitzende Mutter, modisch schick, mit Kettchen, Armreif, Ring – als wolle sie gleich in die Oper. „Wer geht schon freiwillig in den Urwald? Ob es das Geld ist, das lockt, oder das Abenteuer? Sicher beides.“ Die Maklerserie auf Vox sei ausgelaufen, da brauche Hanka nun jeden Euro. Außerdem müsse sie im Gespräch bleiben. „Ich weiß, ihr größter Traum ist eine eigene Fernsehsendung“, verrät die Mutter. Weil sie ihre Tochter ohnehin nicht hätte halten können, gab sie ihr zumindest noch einen Rat mit auf den Weg in den australischen Dschungel: „Rede nicht so viel, und vor allem, lästere nicht über andere.“ Die Fernsehleute wollten ja nur, dass sich die Dschungelbewohner in die Haare bekämen, damit die Zuschauer was zu lachen hätten, winkt sie ab. Und was macht Hanka in Australien? Sie streitet viel und redet noch mehr.

Helga Rackwitz ist trotzdem nicht sauer. Sie macht eine gute Miene zum bösen Spiel, läuft für das Fernsehteam von „Stern TV“ artig die Treppen auf und ab, geht für den Kameramann im Schlosspark spazieren und reist sogar nach Köln, um am Mittwochabend im Fernsehstudio als Gast aufzutreten.

Was tue man nicht alles für die geliebte Tochter, lacht die Mutter. 1963 heiratete sie ihren Wolfgang, der wie sie Lehrer war. Beide begannen ihre pädagogische Laufbahn an ein und demselben Tag, an ein und derselben Schule. In Kemberg bei Wittenberg lernten sie sich auch kennen und lieben. Sie bezogen in Schafstädt eine Neubauwohnung. 1966 wurde Tochter Antje geboren, drei Jahre später erblickte Hanka in Merseburg das Licht der Welt. Der Vater starb früh, an Darmkrebs. Die Geschwister waren unzertrennlich, studierten in Leipzig. Antje Russisch und Englisch, Hanka Kunst, Deutsch und Pädagogik. Sie wohnten im Internat, gingen zusammen zur Disko und wollten – wie die Eltern – Lehrer werden. Antje ist verheiratet und unterrichtet noch heute am Müchelner Gymnasium, Hanka überlegte es sich kurz vorm Ziel anders. „Ich sagte ihr, wie wichtig ein Abschluss ist“, erinnert sich Helga Rackwitz.

Vergeblich. Hanka hatte ihren eigenen Kopf. Kurzzeitig arbeitete sie als Barfrau in einem Techno-Lokal. Danach gründete sie mit ihrem damaligen Freund in Dresden eine Abrissfirma, die zwischenzeitlich so gut lief, dass Entertainer Karl Dall sie in einer Sendung als „Abrissbirne“ des Ostens titulierte. Von der Immobilienbrache in die Immobilienbranche: Die Mutter ihres späteren Leipziger Freundes war Maklerin. Durch sie wurde auch Hanka Maklerin und schließlich TV-Maklerin. „Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht – kess und taff“, sagt die Mutter, die keine Sendung von „mieten, kaufen, wohnen“ verpasste. Lange wohnte die Tochter in Leipzig, zog etliche Male um, ehe sie zu Schwester Antje in die Mühle nach Mücheln übersiedelte. Seit 2012 wohnt Single Hanka in einem echten Schloss, im mehr als 500 Jahre alten Wasserschloss St. Ulrich. Dort hat sie ebenso wie ihre Mutter Helga von Schlossbesitzer Meinolf Schultebraucks eine Wohnung gemietet.

Das Kontrastprogramm liefert derzeit der Dschungel mit seinen besonderen Prüfungen: An der Seite von der inzwischen herausgewählten Nicole Mieth wurde Hanka Rackwitz zum Beispiel in zwei Kästen geschnallt, die an den Flügeln einer Mühle befestigt waren. „Zwickmühle“ taufte RTL das Spiel – und ließ die Kästen mit den begehrten Sternen befüllen, aber auch mit 50.000 Kakerlaken, 20.000 Grillen und zehn Kilogramm Mehlwürmern. Dann setzte sich die Windmühle in Bewegung und kippte mit jedem Umlauf den Insekten-Mix immer schön hin und her. Nun wurden Wissensfragen gestellt. Hanka glänzte mit großer Allgemeinbildung – und ließ die Prüfung trotz ihrer Angst vor Schmutz geduldig über sich ergehen. Nur 15 Fragen benötigte sie, um zwölf Mal richtig zu liegen. „Wahnsinn, wir sind richtig stolz“, lobte Moderatorin Sonja Zietlow.

Nichts blieb der Ex-Leipzigerin erspart: Eingesperrt in einem Tank voller Krabben und Ratten schnellte Hankas Puls sofort in die Höhe, als die Tierchen um ihre Beine wuselten. „Die beißen! Bitte nicht! Ich will nicht, lasst mich raus!“, kreischte sie. Den berühmt-berüchtigten Satz „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ verkniff sie sich aber. Ganz im Gegenteil! Die Ratten, die sich auf ihrem Oberkörper putzten, setzte sie selbst mit der Hand um. Die Würmer, die auf ihrem Gesicht verteilt wurden, akzeptierte sie mit stoischer Ruhe.

Trotz der Puppen in ihrer Wohnung fühlt sich Mutter Rackwitz gerade jetzt ziemlich einsam. In Gedanken ist sie bei ihrer Hanka, pflichtbewusst versorgt sie die Katzen und gießt Blumen. „Hanka ist sehr aufgeschlossen und kreativ. Sie malt und liest gern.“ Ja, es stimme, die Maklerin habe auch manche Macke: „Sie wäscht sich andauernd die Hände. Die Wasserrechnung, oh je!“, stöhnt die Frau Mama. Die Tochter habe ihren neuen Daunenmantel verschmäht, nur weil sie sich einbildete, er könne herunter gefallen sein. „Ich habe den Mantel nochmals gewaschen, aber es half nichts. Alles, was am Boden liegt, ist in den Augen meiner Tochter dem Tode geweiht.“ Ein Thema sei auch deren Kontrollzwang: Sie verlässt ihre Wohnung erst, wenn sie sich wieder und wieder davon überzeugt hat, dass der Herd aus ist, ja sie fotografiert ihn sogar, um später noch mal nachzuschauen, ob wirklich alles auf Null steht. Über ihre Zwänge und Ängste hat die sonst so unbeschwert wirkende Hanka ein Buch geschrieben. Titel: „Ich tick’ nicht richtig – Geschichten aus meinem Neurosengarten“. Mutter Rackwitz lacht: „Vielleicht ist das Dschungelcamp so eine Art Schocktherapie.“ Und siehe da, aus der Maklerin ist keine Mäklerin geworden.

Helga Rackwitz ist kein Fan des RTL-Dschungelcamps. Aber sie will keine Spielverderberin sein, nur deshalb schaue sie sich die Übertragungen jeden Abend an. Sie drückt die Daumen und stimmt per Telefon immer und immer wieder für Hanka. Koste es, was es wolle. Wenn sie Dschungelkönigin wird, sei es schön. Sollte sie vorher ausscheiden, nicht so schlimm, relativiert die Mutter: „Dann könnte sie sich wenigstens noch ein paar Tage am Pool erholen.“ Egal, wie es am Ende ausgeht: Weil Helga Rackwitz weiß, dass man von Reis und Bohnen allein nicht satt wird, will sie ihre australische Urwald-Heldin mit einem Festessen empfangen: „Leber mit Zwiebeln und Kartoffelbrei.“

Von RND/Haig Latchinian

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