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00:16 20.04.2018
Mit Ausblick: (von links) Kristoffer Hünecke, Johannes Strate, Jakob Sinn und Niels Kristian Hansen sind Revolverheld Quelle: Benedikt Schnermann
Hannover

Fünf Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten Studioalbums von Revolverheld zurück. In der Zwischenzeit war die Hamburger Band mit ihrem „MTV Unplugged“-Konzept extrem erfolgreich. Kommende Woche erscheint nun endlich das neue Album, „Zimmer mit Blick“. Wir sprachen darüber mit Sänger Johannes Strate (38).

Sind die Füße inzwischen trocken? Das letzte Mal, als ich Sie sah, haben Sie beim Guns-’n-Roses-Konzert in Hannover im Presse-Pavillon nach dem Unwetter Ihre Schuhe ausgeschüttet.

Oh, ja, Das war schon der Wahnsinn, ein legendärer Abend. Dass bei so einem Konzert schnell mal der ganze Platz geräumt wird ... Das war schon witzig.

Gehört so ein Abend zu den ersten Malen, von denen Sie in „Immer noch fühlen“ vom kommenden Album singen?

Das war in der Tat so: Wir haben im vergangenen Jahr versucht, noch ein paar Sachen von der Liste zu streichen. Guns ’n Roses gehörten dazu. Ich bin generell ein großer Freund davon, Sachen einfach zu machen. Das Leben ist eben doch endlich.

Beim Hören des Albums, „Zimmer mit Blick“, fallen zwei Dinge auf. Zum einen: mehr Keyboards ...

Ja. Wir kamen von „MTV Unplugged“, hatten uns drei, vier Jahre nur mit akustischen Instrumenten beschäftigt. Da kam es natürlich zu einer Gegenbewegung. Wir haben eine kleine Pause gemacht, aber nach kurzer Zeit schon wieder gemerkt, dass wir wieder richtig Bock hatten, Musik zu machen, aber eben momentan nicht so akustisch. Als Kristoffer und ich angefangen haben, Songs zu schreiben, waren überhaupt keine akustischen Instrumente darin.

Das musste sein?

Ja. Wir haben auch die Produktion ganz anders aufgezogen, haben angefangen mit Synthies und ganz obskuren Gitarren. Jakob hat Beats programmiert. Ich habe irgendwann darauf gesungen, und Kris hat irgendwelche Synthie-Bässe beigesteuert. Erst ganz am Ende hat Jakob noch mal richtige Drum-Sounds draufgespielt. Das war ganz anders als sonst und auch total spannend.

Wie läuft ansonsten bei Ihnen der Schreibprozess an einem Album?

Wie immer haben sich erst einmal Kris und ich getroffen. Wir sind zum Songschreiben nach Amsterdam gefahren, waren uns schnell einig, auch darin, welche Bands wir gerade gut finden – nämlich Imagine Dragons, Haim, Coldplay ... – und waren froh, so dass wir uns auch erst mal haben volllaufen lassen (lacht), mit unserem Kumpel JB von den Common Linnets. So war der Grundstein gelegt.

Das letzte Studioalbum, „Immer in Bewegung“, erschien vor fünf Jahren. Das ist eine Zeit, in der man jemanden vom Baby zum Vorschulkind aufwachsen sehen kann ...

Wohl wahr (lacht).

Hat Ihr Sohn etwas damit zu tun, dass es so relativ lange gedauert hat?

Naja, das „Unplugged“ war schon unglaublich aufwendig. Wir waren mit einer riesengroßen Tour, mit einem riesengroßen Tross fast zwei Jahre lang unterwegs.

Hat Ihr Dasein als Vater Ihre Art zu arbeiten und zu schreiben verändert? Denn das ist eine zweite Beobachtung: Vieles auf „Zimmer mit Blick“ klingt nach Rückschau. Schon der Titel ist sinnbildlich: Man ist angekommen und schaut trotzdem, was noch passieren kann.

Natürlich hat sich meine Schreibe geändert. Viele Themen relativieren sich. Ich bin nicht mehr so pedantisch und gucke auf alles, was passiert. Da sehe ich doch lieber zu, dass ich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen kann. Ich stehe morgens früh auf, bringe ihn in die Kita, gehe ins Studio und sehe zu, dass ich den Stift früh fallen lasse, damit ich ihn sehen kann. Ich meine: Irgendwann ist er Teenager; dann findet er mich uncool. Was sich auch einstellt, sind solche Gedanken, wie ich sie in „Zimmer mit Blick“ formuliere: dass auf der Welt eben vieles nicht in Ordnung ist. Und wir sind die Generation, die komplett informiert ist; wir können uns nicht wegducken und sagen: Interessiert mich alles nicht. Was ist denn, wenn mein Sohn mich eines Tages fragt: „Ey Papa, das mit dem Klimawandel, das war doch spätestens seit den 80er Jahren bekannt ...“? Und ich sage: „Naja, ich war auf Instagram unterwegs ...“

Wie biografisch gehen Sie an die Texte ran? Es wirkt unterschiedlich: Bei „Unsere Geschichte ist erzählt“ könnte man sich ja fast Sorgen machen um Sie, wenn es denn Ihre Geschichte ist. „Liebe auf Distanz“ klingt nach einer Lebensphase, die Sie längst hinter sich haben ...

Stimmt genau. „Liebe auf Distanz“ ist 100 Prozent autobiografisch: Ich hatte mit meiner Freundin eine längere Fernbeziehung zwischen Köln und Hamburg, was eine wirklich nervige Distanz ist. Das sind die vier Stunden, die man eben nicht mal schnell abends fährt, wenn es einem nicht gut geht. Und wenn man sich dann sieht, muss natürlich alles glatt laufen. Dieses Thema hat mich bis vor sieben Jahren sehr beschäftigt, und ich dachte, dass es viele nachvollziehen können. Und „Unsere Geschichte ...“ ist zum Glück nicht meine Geschichte.

Sie fliegen jetzt erst einmal nach Südafrika, um an der nächsten Staffel „Sing meinen Song“ teilzunehmen. Was sind Ihre Erwartungen?

Ich freue mich total. Es ist eine tolle Truppe. Mit Mark und Rea (Mark Foster und Rea Garvey) sind zwei echte Kumpel dabei. Marian Gold von Alphaville ist eine echte Legende; von dem möchte ich gerne hören, wie die 80er waren. Judith von Wir sind Helden finde ich auch toll. Und Mary Roos kenne ich schon aus Hamburg; das ist eine tolle Frau, mit der man viel Spaß haben kann.

Haben Sie sich schon ein Weihnachtslied für das vermutlich kommende Weihnachtsalbum ausgesucht?

Nee. Da habe ich noch ein halbes Jahre Zeit. wahrscheinlich singe ich einfach „In der Weihnachtsbäckerei“; das kann ich inzwischen ganz gut (lacht).

Von Stefan Gohlisch

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