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Laschet und Maas fehlt die Lust an der GroKo

Polit-Talk bei Anne Will Laschet und Maas fehlt die Lust an der GroKo

Die Verhandlungen sind gerade vertagt, da sehen sich zwei der Protagonisten im TV-Studio auch schon wieder. Am Ende steht vor allem eine Erkenntnis: Merkel ist nicht Macron.

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Moderatorin Anne Will, Armin Laschet (CDU, Mitte) und Heiko Maas (SPD).

Quelle: dpa

Berlin. Es hätte die große GroKo-Werbeshow werden können: 60 Minuten, die einem Millionenpublikum den Geist oder die Überschrift dieses neuen Bündnisses erklären. Dazu war CDU-Vize Armin Laschet ins Studio nach Berlin-Adlershof geeilt, dazu der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas von der SPD. Die Koalitionäre in spe diskutierten mit Grünen-Chef Robert Habeck, der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und der Journalistin Elisabeth Niejahr.

Moderatorin Will fühlt gleich zu Beginn nach bei Laschet und Maas, will wissen, was denn das Mitreißende an dieser GroKo sein könnte, die sich da angekündigt. Die Antworten fallen mal nüchtern-ehrlich, mal hölzern aus. Er wisse nicht, ob eine solche Regierung unbedingt Lust an der gemeinsamen Arbeit verströmen müsse. „Das ist in der vierten Legislaturperiode die dritte Große Koalition“, erinnert SPD-Mann Maas. Er sei zurückhaltend damit, den Leuten zu vermitteln, dass das es da noch einen mitreißenden Geist gebe. Es gehe darum, die Gesellschaft zusammenzuhalten. „Ein starkes, weiterhin viele Arbeitsplätze habendes, dynamisches, weltoffenes Deutschland“ sei das Ziel, beschreibt es Laschet. Was wiederum so uninspiriert klingt wie manche Passage aus dem Koalitionsvertrag, die bereits bekannt ist. Und spätestens als Laschet dann auch noch in einem seltsam verrutschten Satz über „dieses Internet“ spricht, ist ihm der Spott in den Sozialen Netzwerken sicher.

Maas und sein Kollege von der CDU bleiben blass. Da wittert Grünen-Chef Robert Habeck seine Chance. Die große Idee könne er nicht erkennen bei Union und SPD. Die kleinen Dinge mache Schwarz-Rot groß. Und die großen packe man erst gar nicht an. „Herr Laschet hat keine Lust auf GroKo, Herr Maas hat keine Lust, und ich habe auch keine Lust darauf...“, zählt Habeck auf. „Aber die latschen da irgendwie rein.“ Die Weiterführung der Koalition sei wie „ausgelatschte Schuhe mit neuen Schnürsenkel“. Damit wäre der Esprit der GroKo ganz gut auf den Punkt gebracht.

Merkel ist eben nicht Macron

Journalistin Niejahr vermisst bei Union und SPD gar das Verständnis, dass es eine Ehre sei, dieses Land zu regieren. Laschet lässt sich schließlich auf das Gedankenspiel ein, was denn wäre, wenn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit seinem Charisma die gleichen Inhalte präsentieren würde wie die GroKo. Das würde dann als modern, hip und stark gelten, analysiert der CDU-Mann. Und räumt damit ein, dass Union und SPD vor allem ein Problem: Eine neue Erzählung zu finden, die der gemeinsamen Regierung eine übergeordnete Richtung gibt. Merkel ist eben nicht Macron. „Man kann gute Ergebnisse schlecht kommunizieren. Man kann schlechte Ergebnisse gut kommunizieren. Bei uns ist es meistens das Erstere“, bestätigt später auch Maas.

Während Grünen-Chef Robert Habeck an der GroKo nicht alles falsch, aber auch nicht alles richtig findet, beschränkt sich AfD-Fraktionschefin Alice Weidel auf wenige Wortmeldungen: Genug aber, um in der eigenen Filterblase gefeiert zu werden. Sie grüßt die Demonstranten in Cottbus, die gegen „messerstechende Migranten“ auf die Straße gehen. Sie wirft der Union Wortbruch in der Steuerpolitik vor und spricht von Kontrollverlust an Deutschlands Außengrenzen. Mag die AfD auch erst seit vier Monaten im Parlament sein: Sehr ritualisiert wirkt das alles inzwischen.

Und sonst? Als Anne Will einen Film über die Stimmung in einem besonders GroKo-kritischen SPD-Ortsverband einspielen lässt, wird Justizminister Maas unwirsch. Allerdings kurz nur: Am Ende der Sendung ist der Ärger auch schon wieder dem Zweckoptimismus gewichen. „Es wird heute klappen“, rechnet Maas fest mit einem GroKo-Durchbruch am Montag.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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