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„Tabula Rasa“ – Frau ohne Gedächtnis

Medien „Tabula Rasa“ – Frau ohne Gedächtnis

Spät, aber ungemein spannend – in der belgischen Thrillerserie „Tabula Rasa“ (Mittwoch, 31. Januar, 23.15 Uhr, ZDFneo) sitzt eine Frau mit Gedächtnislücken in der Psychiatrie fest. Die Polizei hat sie im Verdacht, mit dem Verschwinden eines Mannes zu tun zu haben. In der Hauptrolle: Telenovela-Star Veerle Baetens.

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Die „Röhre“ wartet: Die Polizei fordert eine Tomographie bei Mie D'Haeze (Veerle Baetens) an, um zu sehen, ob ihre Gedächtnislücken echt sind.

Quelle: Fotos: ZDFneo

Mainz. Ihre Erinnerungen sind flüchtig wie lockerer Sand, den der Wind wegweht: Das poetische Bild zieht sich als Leitmotiv durch die raffinierte Thrillerserie „Tabula Rasa“, in der eine Frau mit rätselhaften Vorkommnissen konfrontiert wird, vor allem aber unter ihrem lückenhaften Gedächtnis leidet. Seit einem mysteriösen Unfall ist ihr Erinnerungsvermögen löchrig wie ein Sieb. Der Sender ZDFneo, der immer mal wieder mit außergewöhnlichen neuen Serien aus dem Ausland auf sich aufmerksam macht, zeigt den neunteiligen belgischen Thriller ab 31. Januar immer mittwochs.

Die Amnesie der jungen Annemie

Belgiens Schauspielstar Veerle Baetens („The Broken Circle“) spielt in der spannenden und auch optisch anspruchsvollen Serie eine junge Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs: Annemie, genannt Mie, wurde verletzt und hochgradig verwirrt im Wald gefunden und sitzt nun in der Psychiatrie. Weil sie anscheinend der letzte Mensch war, der einen spurlos verschwundenen Schrotthändler gesehen hat, gilt sie als wichtige Zeugin und wird von Inspektor Wolkers (Gene Bervoets) eingehend befragt.

Das Problem: Mie kann sich seit einem Autounfall, der schon eine Weile zurückliegt, zwar an alles erinnern, was bis zum Unfall passierte. Was sie danach erlebt hat, schafft es jedoch nur in den seltensten Fällen in ihr Langzeitgedächtnis. Was mit dem Schrotthändler passiert ist, vermag sie also nicht zu sagen, was Mie für Kommissar Wolkers auch zur Verdächtigen macht. Der erfahrene Kriminalist weiß, dass er den Verschwundenen nur dann finden kann, wenn Mies Erinnerung zurückkommt.

Ein düsterer Kasten mitten im Wald

Auf einer zweiten Zeitebene schildert die belgisch-deutsche Koproduktion, was mit Mie in den Wochen zuvor passiert ist: Gemeinsam mit ihrem Mann Benoit (Stijn Van Opstal) und ihrer kleinen Tochter zog sie in das Haus ihres Großvaters – ein mitten im Wald gelegener, düsterer alter Kasten wie aus einem Horrorfilm. Dort wird die Frau mit Gedächtnisstörungen schon bald von äußerst beunruhigenden Eindrücken gequält: Das Licht flackert, merkwürdige Geräusche hallen durchs Haus, in der Toilette findet sich ein toter Vogel, im Keller eine merkwürdige Puppe, und ihre Tochter ist bei einem Versteckspiel plötzlich wie vom Erdboden verschluckt – geschickt spielt die Serie mit Versatzstücken aus Gruselfilmen, die verschieden interpretiert werden können.

Die Zeit verhält sich in diesem Thriller merkwürdig

Wirklich unheimlich aber ist, dass die Zeit selber nicht wie gewohnt abläuft, sondern Sprünge macht und Schleifen dreht: Ganze Nächte sind mit einem Wimpernschlag vorbei, Telefonanrufe wiederholen sich. Für den Zuschauer stellt sich schon bald die Frage: Bildet sich die psychisch angeschlagene Mie das alles nur ein, ist sie das Opfer einer Verschwörung oder ist gar Übersinnliches im Spiel? Verzweifelt versucht Mie in der Psychiatrie, Licht ins Dunkel ihrer Erinnerungen zu bringen. Doch je mehr sie über die vergangenen Wochen herausfindet, desto weniger vertraut sie ihrer Familie und schließlich auch sich selber.

Veerle Baetens wurde mit der flämischen Telenovela „Sara“ vor zehn Jahren in Belgien zum Star, danach überzeugte die aus Flandern stammende Schauspielerin in Kinofilmen und weiteren Fernsehserien. 2013 wurde Baetens, die vor kurzem ihren 40. Geburtstag feierte, mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Von Martin Weber

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