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„Unter anderen Umständen“ – Tod im Ruderclub

Krimireihe „Unter anderen Umständen“ – Tod im Ruderclub

„Liebesrausch“ heißt der 13. Krimi aus der Reihe „Unter anderen Umständen“ (Montag, 4. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF). Natalia Wörner ermittelt als Kommissarin Jana Winter im Fall einer unmöglichen und tödlich endenden Liebe. Die zunächst winzige Rolle des Mordopfers ist nicht von ungefähr prominent mit Andreas Pietschmann besetzt.

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Auf der Flucht ermordet: Jana (Natalia Wörner, l) findet im Umkleideraum den toten Karsten Rogge (Andreas Pietschmann).
 

Quelle: foto: dpa

Mainz.  Der Vorteil von Filmreihen ist die Möglichkeit, an alte Handlungsstränge anzuknüpfen, ohne gleich eine Fortsetzung draus zu machen. „Unter anderem Umständen“ erzählt auch eine Familiengeschichte, weil der Sohn der verwitweten Kriminalhauptkommissarin Jana Winter (Natalia Wörner), deren einstiger Schwangerschaft die Reihe ihren Titel verdankt, im Verlauf der elf Jahre mitgewachsen ist.

Für einen der Flüchtenden endet die Nacht tödlich

Diesmal spielt der familiäre Teil gleich in mehrfacher Hinsicht eine Rolle. Die Polizistin kommt bei der Heimkehr von der Beerdigung ihres Schwiegervaters direkt an einen Tatort: Im Rahmen einer nächtlichen Polizeikontrolle ist ein Beamter gezielt überfahren worden. Der Film erzählt das im spannend montierten Prolog auf drei Ebenen: hier ein Auto mit feiernden Jugendlichen, dort die Streife, und dazwischen das seltsame Paar, das für den Titel „Liebesrausch“ steht.

Geistesgegenwärtig hat die Polizistin auf den Reifen des davonrasenden Autos geschossen. Sie findet den Wagen in einem nahen Waldstück. Von dort haben die Flüchtigen ihren Weg zu Fuß fortgesetzt. Für einen endeten die Flucht wie auch sein Leben im verlassenen Vereinshaus eines Ruderclubs. Aber wer hat ihn getötet?

Und wer war die Frau im Auto, deren Deo Winter riecht? Die Spur führt nach Kopenhagen: Der tote Mann ist Karsten Rogge (Andreas Pietschmann), dänischer Staatsbürger mit deutschen Wurzeln. Seine Frau, eine vermögende Reederin, wähnt ihn in Norwegen. Dass er eine Wohnung in Barcelona gekauft hat, weiß sie ebenfalls nicht. Und nun entfaltet der Film ein komplexes Drama mit zwei Paaren, die schon ewig miteinander befreundet sind.

Eine Liebelei wird angenehm beiläufig inszeniert

Von Drehbuchautor André Georgi stammt auch die vorletzte Episode der Reihe, „Das Versprechen“ (2016) – dort ging es ebenfalls um einen unglücklichen Liebesrausch. Und noch eins eint die beiden Filme: Weil Jana dänische Amtshilfe braucht, darf erneut der Schwede Magnus Krepper als Kopenhagener Kollege Malte Larssen mitwirken. Die beiden hatten einen kleinen Flirt, und das setzt sich fort, auch wenn der melancholische Malte kurz für Missstimmung sorgt, weil er seine Suspendierung verschweigt.

Judith Kennel, die bislang bei allen Folgen der Reihe Regie geführt hat, inszeniert die Liebelei angenehm beiläufig, zumal Natalia Wörner ihre Hauptfigur auch in diesen Szenen mit kühler Reserviertheit verkörpert. Umso angenehmer ist der Ausgleich, für den die weiteren Mitwirkenden sorgen. Trotz der klaren zentralen Rolle Winters ist „Unter anderen Umständen“ eine Ensemble-Reihe.

Vorzügliche Besetzung bis in die Nebenrollen

Im Lauf der Jahre sind einige Kollegen gekommen und wieder gegangen – von den Gründungsmitgliedern sind nur noch Martin Brambach und Ralph Herforth dabei. Gerade Herforth sorgt diesmal für die unterhaltsamen Momente. Brambach verkörpert den Vorgesetzten mit gewohnter Klasse. Ähnlich gut besetzt sind auch die Gastrollen. Das gilt vor allem für die beiden weiblichen Mitglieder des deutsch-dänischen Freundschaftsquartetts, Anna und Pernille. Die werden ganz vorzüglich von Regula Grauwiller und Lia Boysen verkörpert. Die Ermittler konzentrieren sich bald auf Anna, weil sie überzeugt sind, dass sie eine Affäre mit ihrem Jugendfreund Karsten hatte.

Die erste Hälfte des Films verdankt ihre Spannung nicht zuletzt der Musik (Jean-Paul Wall). In der zweiten, die überwiegend aus Vernehmungen im Kommissariat spielt, sind vor allem die Schauspieler gefragt. Dank der Rückblenden wird auch klar, warum der winzige Part des Mordopfers recht prominent mit Andreas Pietschmann besetzt worden ist. Am Ende ist die Lösung nicht nur Janas Spürnase, sondern auch ihrem Sohn zu verdanken, weil Leo (Kian Schmidt) die Ermittler unfreiwillig auf die richtige Spur bringt.

Von Tilmann P. Gangloff

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