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Wenn der „Tatort“ keinen Täter überführt

„Der Fall Holdt“ Wenn der „Tatort“ keinen Täter überführt

Das Bedürfnis von Millionen, dass die Ermittler im „Tatort“ am Ende einen Täter dingfest machen, wird im Film „Der Fall Holdt“ mit Maria Furtwängler nicht erfüllt. Gab es das schon öfter?

Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm.

Quelle: Foto: dpa

Berlin. Der „Tatort“ mit Kommissarin Charlotte Lindholm vom Sonntag sorgte gleich doppelt für Diskussionen: Die eingeblendete Eilmeldung über die Schüsse in einer Kirche in Texas während des „Krimis hat viele Zuschauer irritiert. Auf der „Tatort“-Facebook-Seite gab es am Sonntagabend so viele wütende Kommentare, dass sich die Social-Media-Redaktion für die Einblendungen mehrfach entschuldigte. Die ARD-Programmdirektion in München kritisierte dieses Vorgehen am Montag, die zuständige Kollegin sei den erbosten Zuschauern „zu sehr entgegengekommen“.

Auch das offene Ende war ungewöhnlich, am Schluss wurde kein Täter gestellt. Das Interesse an dem Fall war jedenfalls groß: Nicht ganz jeder dritte Zuschauer um diese Zeit schaltete ein – das ist die höchste Quote seit April.

Gab es bei Deutschlands beliebtester TV-Reihe schon öfter Krimis wie „Der Fall Holdt“? „Allerdings“, sagt der Experte François Werner von „Tatort-Fundus.de“. „Es gibt ein paar Folgen ohne Täter. Die Macher setzen das Mittel aber eher selten ein, denn es verärgert viele Zuschauer, weil es das Bedürfnis nach einem beruhigenden Ende, bei dem Recht und Ordnung wiederhergestellt sind, durchkreuzt.“

Laut Experte François Werner gab es täterlose „Tatorte“ vergleichsweise häufig beim Münchner Team Batic/Leitmayr. Legendär ist der Krimi „Frau Bu lacht“ (1995) von Dominik Graf. Darin verschleppen Batic und Leitmayr bewusst die Ermittlungen, sodass die Mörderin nach Thailand fliehen kann. Einen laufengelassenen Täter hatte auch bereits der erste „Tatort“ – die Folge „Taxi nach Leipzig“ von 1970.

Von Gregor Tholl/RND/dpa

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