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Fernsehen „Zum Fernsehen geht ihr ins Kabuff“
Nachrichten Medien Fernsehen „Zum Fernsehen geht ihr ins Kabuff“
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11:31 31.03.2018
Heike Makatsch als Tatort-Hauptkommissarin Ellen Berlinger. Quelle: SWR-Presse/Bildkommunikation

Frau Makatsch, in „Zeit der Frösche“ ermitteln Sie in einem Mordfall – und zum Kreis der Verdächtigen zählen auch Kinder. Wie kann man diese Ihrer Meinung nach davor schützen, gewalttätig zu werden?

Ich habe das ehrlich gesagt noch nicht auf meiner Erziehungsliste, wie ich meine Kinder von Gewalt abhalte. Wahrscheinlich, weil mir schon der Gedanke fremd ist, dass sie gewalttätig werden könnten. Das liegt vielleicht am Fehlen von Computerspielen, überhaupt von Medien, die Kinder in Welten entführen, die man nicht mehr überblicken kann. Man sollte versuchen, den Medienkonsum auf Basics und eben auf kindergerechte Inhalte zu reduzieren.

Der Makatsch-Tatort

Am Ostermontag um 20.15 Uhr ist Heike Makatsch im „Tatort: Zeit der Frösche“ als Kommissarin Ellen Berlinger in der ARD zu sehen.

Ist das nicht schwer zu kontrollieren?

Ich finde es nicht so schwer, das zu unterbinden. Man hat natürlich auch Vorbildcharakter: Wenn man selbst nicht den ganzen Tag den Fernseher anschaltet, auch nicht ständig am Computer sitzt, während Familienzeit ist, dann vermittelt man den Kindern, dass es nicht Teil des Alltags ist. Es hat ja auch einen großen Vorteil, wenn Kinder soziales Interagieren ohne mediale Vorbilder erlernen. Wenn sie miteinander umgehen müssen, statt wie im Computerspiel zu denken: Den knalle ich jetzt mal um. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, wie man Probleme verbal auf den Punkt bringt und sie dann genauso verbal löst.

Ihre Erfahrungen als Mutter helfen Ihnen vermutlich bei der Darstellung von Ellen Berlinger, die ebenfalls Mutter ist. Doch wie haben Sie sich der Arbeitsrealität einer Kommissarin genähert?

Für meinen ersten „Tatort“ bin ich in Freiburg aufs Kommissariat gegangen, wo mich Polizisten durch die verschiedenen Abteilungen geführt und mir ihren Tagesablauf beschrieben haben. Da habe ich gesehen, wie spannend dieses detektivische Spiel ist, wie man mit einem entdeckten Verbrechen umgeht, wie Zeugen befragt werden, wie man immer mehr die Schlinge drum herum zieht, um am Ende den Täter zu fassen. Die Arbeit ist alles andere als bürokratisch, ich dachte sogar: Polizist ist ein Beruf, den ich vielleicht selbst gern ausgeübt hätte. Weil es doch ein Jagen für die Gerechtigkeit ist. Es besteht der Wunsch, ein Verbrechen zu sühnen.

Wie ist eigentlich der Umgang mit Waffen für Sie?

Da haben wir Leute am Set, die draufgucken, wie wir das machen. Für mich ist das nicht dramatisch, ich habe bisher auch nicht abdrücken müssen.

Sie haben im Film noch nie geschossen?

Nein, noch nie. Ellen Berlinger hat aber schon mal gezogen.

Und wenn in Zukunft doch mal ein Schuss im Drehbuch steht?

Ich hätte kein Problem damit, im Film zu schießen – wenn ich das Gefühl habe, dass da eine interessante Psychologie dahintersteckt, und wenn ich den Gesamtzusammenhang, in dem das stattfindet, befürworten kann.

Krimis sind derzeit in TV und Literatur die erfolgreichste Gattung. Was können Sie ihr abgewinnen?

Vielleicht ist ein Grund, dass jedes Mal wieder eine andere Wendung in einem Fall stattfinden kann. Und dann sind es immer Extreme, die zu den Gewalttaten führen: extreme Eifersucht, extreme Wut, Gier, Verzweiflung. Dem auf die Spur zu kommen, ist immer auch ein Blick in unsere menschlichen Seelen. Ich suche generell in jedem Film etwas, was mich mir erklärt – und vielleicht findet man beim Krimi dann Dinge von sich in der Figur des Mörders.

Im Moment sehen wir Sie einmal jährlich im „Tatort“. Könnten Sie sich vorstellen, Ihre TV-Krimi-Frequenz zu erhöhen?

Nein, das fände ich nicht so spannend, vor allem würde ich nicht immer die Kommissarin spielen wollen. Denn als Kommissar stehst du immer wie vor so einer Glaswand: Du kannst nicht so richtig rein in die Emotionalität, der Kommissar ist ja meistens nur der Beobachter, also nicht die wirklich empfindende Figur. Da spielt man als Schauspieler manchmal wie mit angezogener Handbremse. Deswegen wollen viele Kollegen auch lieber die Rolle des Mörders haben.

Ihre Karriere begann beim TV-Sender Viva. Wenn Sie heute Chefin eines Fernsehsenders wären – was würde zur besten Sendezeit laufen?

Ich würde auf jeden Fall Dokumentationen senden. Die gucke ich gerne, die finde ich erhellend – und ich mag es, nach so einem Bilderkonsumabend irgendeine Erkenntnis mitzunehmen.

Was ist mit Talkshows?

Die Polit-Talks von heute finde ich wahnsinnig langweilig, weil sie so vorhersehbar und worthülsig sind. Jeder kann überall noch mal seine Promo runterleiern, sein Parteiprogramm – man kommt nie dazu, hinter die Fassade einer Person zu gucken. Vielleicht würde ich eine Talkshow senden, aber mit ungewöhnlicheren Köpfen als immer nur den ewig gleichen Wiederkäuern. Auf jeden Fall müsste es unsynchronisierte Filme geben. Im Moment kann ich mir im Fernsehen keine nicht deutschen Filme angucken, weil sie ja alle synchronisiert werden. Filme im Original, mit Untertitel, das wäre mir wichtig.

Wie viele Fernseher haben Sie zu Hause?

Einen. Der wird auch eher stiefmütterlich behandelt, steht in einem extra kleinen Zimmer, wo man sich selten drin aufhält. „Zum Fernsehen geht ihr ins Kabuff!“ (lacht)

Der „Tatort“ scheint inzwischen eines der letzten TV-Formate zu sein, das die Leute noch linear gucken, also zur festen Sendezeit ...

... sitzt man gemeinsam vorm Fernseher. Ja, man will natürlich mitreden können am nächsten Tag, deswegen guckt man es am Sonntag um Viertel nach Acht. Ich finde das eigentlich ganz charmant, dass es noch so ein Format gibt, das eine Nation, wo sonst jeder allein vor seinem Handy sitzt, so vereinen kann.

Interessiert es Sie eigentlich, ob Ihr Tatort „Zeit der Frösche“ eine gute Einschaltquote bekommt?

Ich würde mich über eine gute Quote freuen. Auch bei anderen Filmen hofft man ja, dass es ein Erfolg wird, dass den Leuten das Ding gefällt, in das man die ganze Energie gesteckt und an das man geglaubt hat.

Und wenn die Entscheidung, ob Sie noch mal für den „Tatort“ engagiert werden, von der Quote abhängt?

Da bibbere ich jetzt nicht. Es muss halt passen.

Das ist Heike Makatsch

Heike Makatsch, 1971 in Düsseldorf geboren, ist Tochter einer Lehrerin und eines Eishockeytorwarts. Nach dem Abitur studierte sie einige Semester Politik und begann dann eine Schneiderlehre. 1993 engagierte der frisch gegründete Musiksender Viva sie als Moderatorin. In Detlev Bucks „Männerpension“ gab sie 1996 ihr Schauspieldebüt und wurde mit dem Bayerischen Film ausgezeichnet. Nach fünf Jahren in London als Partnerin von Daniel Craig zog Makatsch wieder nach Berlin.

Von Jakob Buhre/RND

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