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Medien Sie ist die Stimme von „Sex and the City“
Nachrichten Medien Sie ist die Stimme von „Sex and the City“
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22:30 09.03.2018
Irina von Bentheim Quelle: privat
Potsdam

Am Samstagabend moderiert die deutsche Synchronstimme von Carrie Bradshaw in der Metropolis-Halle die 8. Ladies Fashion Night. Ein Gespräch über ihren Wohnort Kleinmachnow, Mode und natürlich „Sex and the City“.

Irina von Bentheim – das ist ein toller, sehr melodischer Name. Haben Sie russische Vorfahren?

Von Bentheim: Nein, meine Mutter war Leichtathletin. Sie wollte meinen Bruder Nicolai nennen, aber das missbilligten die Behörden. Schließlich war es die Zeit des Kalten Krieges. Also erzählte meine Mutter, sie habe russische Vorfahren – was aber nicht stimmte. Um die „russische“ Tradition fortzuführen, bekam ich dann auch einen russischen Namen. Ich wurde nach Irina Rodnina benannte, einer sowjetischen Eiskunstläuferin.

Am Samstagabend werden Sie die Ladies Fashion Night in der Metropolis-Halle moderieren. Wie kam das zustande?

Ich lese jedes Jahr zum Valentinstag im Ellington-Hotel. Da kam die Direktorin des NH Voltaire Hotels Potsdam auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, die Fashion Night zu moderieren. Mittlerweile bin ich begeistert. Die Organisatorinnen sind echte Powerfrauen. Sie sind so enthusiastisch und kreativ – das hat mich mitgerissen, denn eigentlich mache ich so etwas nur selten. Ich kriege mit, was das für ein Wahnsinnsding das ist mit über 2000 Frauen und super Labels. Zum Glück weiß ich mittlerweile, was ich anziehe: Ich komme im Berliner Label Nanna Kuckuck. Aber davor musste ich ziemlich lange grübeln.

Ein Problem, das Carrie aus „Sex and the City“ wohl nicht hätte als bekennender Fashion-Victim, die jeden Tag ein anderes Designer-Teil spazieren führt. Ähneln Sie sich gar nicht darin?

Nein, das bin nicht ich. Jeder denkt, ich kenne mich ganz toll mit Mode aus, aber das stimmt nicht. Ich habe allerdings Freundinnen, die sich sehr gut damit auskennen. Und ich habe ein paar Labels, von denen ich weiß, dass sie passen. Früher konnte man einfach so einen Fummel anziehen, mittlerweile achte ich auf Qualität. Aber Absätze sind nicht so meins. Ich bewundere Sarah Jessica Parker – die Schauspielerin, die Carrie spielt – dafür, wie sie mit ihren hohen Absätzen sogar rennen kann. Aber sie ist 1,60 Meter groß und ich bin zwölf Zentimeter größer – insofern brauche ich das gar nicht so.

Wie sind Sie zur Rolle der Carrie gekommen?

Auch da kam ich ein bisschen aus’m Mustopp. Ich synchronisiere ja, seitdem ich sechs Jahre alt bin. Als Kind habe ich mit Peter Alexander, Heinz Erhard, Heinz Rühmann und solchen Leuten gespielt, da wurden die Außenaufnahmen im Studio nachsynchronisiert. Seit damals habe ich immer synchronisiert. Für solche großen Rollen wie die der Carrie gibt es ein Casting. Dazu würde ich eingeladen und bin es geworden. Aber ich habe erst durch die Kollegen erfahren, dass das so ein Straßenfeger in den USA ist.

Sex and the City“ war ja nicht nur eine Serie um vier beste Freundinnen in New York, sondern bedeutete in gewisser Weise auch einen Tabubruch: Da wurde so offen über Sex gesprochen, wie nie zuvor.

Ja, das war das erste Mal, dass alles aus weiblicher Sicht angesprochen wurde. Da ist was ins Rollen gekommen. Die Sexualität, die Weiblichkeit – das wird wunderbar dargestellt.

Werden Sie auf der Straße eigentlich oft an Ihrer Stimme erkannt?

Es kann passieren, dass mir jemand sagt: „Sie müssen mal darauf achten, aber Ihre Stimme klingt wie die von Carrie aus ,Sex and the City’.“ Als ich mal in Österreich war, sagte ich irgendwo „Grüß Gott“ – die Reaktion war: „Oh, Carrie!!!“. In Österreich herrschte ein irrer „Sex and the City“-Hype.

Mussten Sie Ihre Stimme „verstellen“, um Carrie zu synchronisieren?

Mein Job ist nicht, einer Figur etwas aufzupfropfen, sondern in eine Figur reinzugehen. Ich quietsche im normalen Leben nicht so wie Carrie. Es gibt aber Sequenzen, in die ich viel von mir selbst reingegeben habe! Ich synchronisiere auch die Schauspielerein Robin Wright in der Serie „House of Cards“ – das ist eine ganz andere Figur, die auch anders spreche. Ich habe ja auch selbst viele Facetten. Aber wenn mir jemand sagt: „Sprich mal wie Carrie!“, dann geht meine Stimme automatisch eine Oktave höher. Die Stimme ist wie ein Instrument und natürlich ein Spiegel der Seele.

Sie haben eine sehr warme Stimme, das fällt besonders auf .

Meine Stimme war nicht immer so angesagt. Früher waren eher die rauchigen Stimmen beliebt. Erst mit der Carrie-Rolle ist etwas in Bewegung gekommen.

Wie laufen Synchronaufnahmen ab? Spricht da jeder seine Rolle für sich allein und interagiert mit den Schauspielerin in deren Originaldialogen?

Ja, inzwischen sprechen wir immer allein unsere Rolle und müssen uns unsere Dialogpartner vorstellen! Früher standen wir noch gemeinsam vorm Mikro! Das war für das Spiel besser, technisch und organisatorisch allerdings komplizierter! Nun muss der Regisseur/ die Regisseurin höllisch aufpassen, dass das alles auch zahnt. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die ich übrigens auch sehr liebe.

Hätten Sie so jemanden wie Carrie Bradshaw gerne als Freundin oder welche wäre Ihnen persönlich die Liebste von den Vieren?

In jeder von und stecken doch diese vier Facetten, oder? Freundschaft ist mir sehr wichtig! Und : ja, ich habe tolle Freundinnen, die SaTC in nichts nachstehen!

Sie sind Kleinmachnowerin. War das nicht eine große Umstellung nach Berlin?

Im Herzen bin ich immer Berlinerin, aber ich liebe Kleinmachnow, auch weil es nicht zu weit weg ist von Berlin! Ich hatte schon einiges Jahre bevor ich nach Kleinmachnow gezogen bin, im Südwesten Berlins gelebt. Ich liebe die Natur und die Ruhe!

Was wäre Ihnen lieber, wenn Sie die Wahl hätten? New York oder Kleinmachnow?

Zum Leben in jedem Fall Kleinmachnow!

Ihr Vater, Alexander von Bentheim, war ein im Osten und Westen bekannter Fernsehpionier; er war beim Radio und später beim SFB „Mister Abendschau“, der die täglichen Nachrichten vortrug. 1963 war er beim Besuch von John F. Kennedy in Berlin dabei, als dieser den historischen Satz „Ich bin ein Berliner“ im Rathaus Schöneberg sagte. Werden Sie oft auf ihn angesprochen?

Früher ständig! Heutzutage nicht mehr sooft, was ich sehr bedauere! Viele Menschen sind ja tatsächlich mit ihm aufgewachsen. Er war ein toller Journalist und in Berlin bekannt wie ein bunter Hund! Er gehörte übrigens auch zu dem Team, das die Tagesthemen aus der Taufe gehoben hat!

Sie haben mit Größen wie Peter Alexander, Heinz Rühmann und Heinz Erhard gedreht – waren die privat auch so launige und umgängliche Charaktere wie in ihren Filmrollen oder gab es da große Diskrepanzen?

Heinz Erhard war sehr witzig, auch privat! Heinz Rühmann eher distanziert und Peter Alexander war einfach großartig , bodenständig, humorvoll, unglaublich talentiert, charmant! Mein großer Schwarm! Den wollte ich heiraten!

Von Ildiko Röd

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