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Facebook löscht künftig aus Essen Hasskommentare

Hass im Internet Facebook löscht künftig aus Essen Hasskommentare

Facebook will in Essen ein neues Löschzentrum für weitere 500 Mitarbeiter einrichten. Die sollen vor allem das soziale Netzwerk nach Hasskommentare durchforsten und auch löschen. Der Konzern reagiert mit diesem Schritt auf das neue Netzwerk-Durchsetzungsgesetz.

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500 neue Mitarbeiter in Essen sollen ein Auge auf die Kommentare bei Facebook behalten.

Quelle: dpa

Esssen/Berlin. Facebook baut die Zahl seiner Mitarbeiter in Deutschland demnächst stark aus. Bis Ende des Jahres wird der Anbieter Competence Call Centerafür in einem ersten Schritt 500 Mitarbeiter am Standort Essen einstellen. Die Prüfer sollen die Arbeit des bereits bestehenden Berliner Löschzentrums ergänzen, das von der Bertelsmann-Tochter Arvato betrieben wird. Dort arbeiten nach Facebook-Angaben rund 700 Mitarbeiter.

Die Arbeit der Teams stelle sicher, dass illegale Inhalte entfernt und die Gemeinschaftsstandards des sozialen Netzwerks konsequenter angewandt würden, teilte Facebook mit. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden unsere Anstrengungen im Kampf um illegale Inhalte weiter intensivieren“, sagte Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook. Am Standort Berlin prüfen bereits seit Herbst 2015 Arvato-Mitarbeiter von Facebook-Nutzern gemeldete Inhalte wie zum Beispiel Hasskommentare oder pornografisches Material.

Facebook steht seit langem in der Kritik, Hasskommentare und strafbare Inhalte auf seiner Plattform nicht oder nicht schnell genug zu löschen. Der Gesetzgeber hat das soziale Netzwerk nun zum Handeln verpflichtet: Der Bundestag hatte Ende Juni das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verabschiedet. Damit werden die Betreiber sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Youtube verpflichtet, von Nutzern gemeldete Beiträge mit offensichtlich rechtswidrigem Inhalt binnen 24 Stunden zu löschen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ die Facebook-Pläne für ein zweites Löschzentrum in Deutschland als „überfällig“ und forderte vom Konzern klarere Entscheidungen im Umgang mit Nutzerbeschwerden. „Kein Unternehmen kann ein Interesse daran haben, dass seine Plattform missbraucht wird, um Straftaten zu begehen. Es ist überfällig, dass Facebook mehr Mitarbeiter einstellt, um sein Beschwerdemanagement zu verbessern, und somit nutzerfreundlicher wird“, sagte Maas dem „Spiegel“. „Die Entscheidungen von Facebook müssen einfach transparenter werden.“

Von RND/epd/dpa

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