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Netzwelt Fitness-App verrät Daten von Geheimnisträgern
Nachrichten Medien Netzwelt Fitness-App verrät Daten von Geheimnisträgern
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15:57 09.07.2018
Eine Joggerin. Quelle: dpa
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Kempele

Das finnische Fitness-Unternehmen Polar hat seine interaktive Trainings-Karte deaktiviert. Reporter hatten gezeigt: Mithilfe der Karte ließen sich die Namen und Wohnorte von zahlreichen Menschen, die beim Militär, dem Geheimdienst oder auch an Orten arbeiten, an denen Atmowaffen gelagert werden, herausfinden.

Dazu sei kein Hacking nötig gewesen, sondern einfach nur ein bisschen cleveres Suchen, schreiben die Reporter von De Correspondent, die die Sicherheitslücke gemeinsam mit dem Portal Bellingcat aufgedeckt haben. Denn mit der Fitness- und Trainingsplattform Polar Flow können Nutzer ihr Training tracken. Auf einer Karte könne man dann jede Lauf-, Fahrrad oder Schwimmrunde nachvollziehen, die der Nutzer seit 2014 absolviert hat.

Wer trainiert, verrät sich

Auf diese Art und Weise fanden die Journalisten 6460 Menschen, die ihre sportlichen Aktivitäten an „sensiblen“ Orten aufgezeichnet hatten. Darunter Menschen, die zum Beispiel für die NSA oder das MI6 arbeiten oder an Orten wie Guantánamo Bay stationiert waren. Mit nur wenig Aufwand konnten die Journalisten die Adressen und Namen der Personen herausfinden – Daten, die eigentlich geheim sein sollten.

Dazu suchten sie einfach nach einer Militärbasis, wählten eine Trainingseinheit aus, die dort publiziert wurde und schauten, wo die Person sonst noch so trainiert hatte. Wenn eine bestimmte Route immer wieder von und zu einem bestimmten Haus führt, liegt der Verdacht nahe, dass die Person dort wohnt. Oft hatten die User in ihrem Profil auch ihren echten Namen angegeben und ein Profilbild eingestellt, schreibt Bellingcat.

Ähnlicher Vorfall bei Strava

Der Vorfall erinnert an das Netzwerk Strava: Auf einer Heatmap der Fitness-App waren die Bewegungen und Routen von Soldaten erkennbar. In dem Fall war es aber noch schwieriger, einzelnen Personen bestimmten Strecken zuzuordnen.

Polar hat reagiert und die Karten-Funktion mittlerweile deaktiviert. Doch das Unternehmen betont auch: Der Funktion, Daten zu teilen, mussten die Nutzer zustimmen, es sei keine Standard-Einstellung gewesen. Ob das immer so war, ließ die Firma auf Nachfrage von De Correspondent aber offen.

Von asu/RND

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