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Netzwelt Mini-Retro-Konsole: Die Playstation Classic im Test
Nachrichten Medien Netzwelt Mini-Retro-Konsole: Die Playstation Classic im Test
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15:45 07.12.2018
Die PS Classic kommt zurück. Quelle: Sony
Hannover

Was wir als Kind erlebt haben, bleibt in unserer Erinnerung groß. Wenn wir es heute in die Hand nehmen, erschrecken wir: Das ist aber klein geworden. Mit diesem Effekt spielt die Playstation Classic. Sie sieht genau so aus wie früher! Aber war sie damals auch schon so winzig?

Sie war es nicht. 1995 war die Playstation riesig. Damals begeisterte sie ein neues Publikum. Vor ihr waren Spiele ein eher beschauliches Hobby. Im Wohnzimmer zeigten Konsolen wie das Super NES ihre Welten meist in zeitlos bunter 2-D-Grafik. Die Playstation aber näherte sich der Realität – sie stieß in die dritte Dimension vor. 3-D-Spiele liefen bis zu diesem Zeitpunkt eher auf den PCs nerdiger Eltern. Nun aber machte die Playstation mit ihrem seriösen Namen Ernst. Das Spiel „Gran Turismo“ wollten nun auch Väter spielen, die sonst nicht daddelten. Das war kein albernes Spiel, das war eine „Rennsimulation“ und einer der ersten Titel, der die visuelle Sprache einer Fernsehübertragung erfolgreich kopierte.

Das Original ist wieder da – nur 45 Prozent kleiner

Jetzt ist die erste „Spielstation“ wieder da, mit 20 vorinstallierten Spielen. Das neue alte Gerät heißt Playstation Classic und ist eine Minikonsole, die genau so aussieht wie das Original – nur dass sie 45 Prozent kleiner ist. Gut, dass die beigelegten Gamepads im Originaldesign nicht geschrumpft sind. Sie liegen immer noch so gut in der Hand wie damals.

Nintendo hat den Trend gestartet – und gut vorgelegt

Eine beliebte Spielekonsole kehrt zurück – falls das irgendwie bekannt klingt, gibt es gute Gründe dafür: Ende 2016 brachte Nintendo mit dem Classic Mini NES bereits eine geschrumpfte Neuauflage seiner ersten großen Spielekonsole. 2017 erschien dann eine Miniausgabe des Nachfolgemodells SNES. Nintendo hat den Trend gestartet, und es gibt bereits eine Reihe von Nachahmern.

Sony kommt da recht spät und hält sich dabei sehr genau an Nintendos Vorlage. Das „Classic“ im Namen, die Zahl der vorinstallierten Spiele, das exakt kopierte und geschrumpfte Design, sogar das fehlende Netzteil und die etwas zu kurzen Controllerkabel – wirklich alles ist wie bei Nintendos Neuauflage. Aber die Vorlage ist ja auch nicht schlecht: Genauso wie Nintendos Minis ist die PS Classic eine hervorragend verarbeitete Konsole, wirkt kompakt und robust. Sie macht sehr genau, was sie soll. Die beigelegten Controller sind kaum vom Original zu unterscheiden. Einige Spieler hätten sich vielleicht eher den sogenannten Dualshock-Controller mit zwei Extra-Joysticks gewünscht, der später zur Playstation dazukam. Aber das beigelegte Original liegt wunderbar in der Hand, ist leicht, robust und verträgt sich mit den meisten Spielen gut.

Doch genau da – bei den Spielen – liegt auch der Knackpunkt. Fans kennen die Binsenweisheit: Jede Konsole ist nur so gut wie die Spiele, die auf ihr laufen. Andere Minikonsolen haben hier gut vorgelegt. Die Playstation tut sich dagegen schwer. Sie hat aber auch ein Luxusproblem: Für sie sind wirklich viele stilprägende Spiele erschienen, entwickelt von vielen verschiedenen Spielefirmen.

Klaffende Löcher bei der Spieleauswahl sind nicht wegzudiskutieren

Dass da viele Hits von früher fehlen müssen, ist klar. Aber in der Summe ist die Liste der Ausfälle doch hart: Lara Crofts legendäre Action-Abenteuer als „Tomb Raider“, die bunten Konsolenmaskottchen „Crash Bandicoot“ und „Spyro“, die Sportklassiker „Fifa“ und „Tony Hawk’s Pro Skater“ und leider auch das große „Gran Turismo“ – alle fehlen. Wer Erinnerungen mit der Playstation gesammelt hat, der bemerkt höchstwahrscheinlich auch die Spiele, die nicht dabei sind. Die klaffenden Löcher in der Auswahl lassen sich nicht wegdiskutieren. Nachkaufen kann man sie nicht, und auch der Besitz der alten Originale hilft nicht – die CD-ROMs lassen sich in die Minikonsole ohne Laufwerk gar nicht einlegen.

Immerhin hat es ein Trio der absolut wichtigsten Spiele auf die PS Classic geschafft. Der überambitionierte Politthriller „Metal Gear Solid“, der Horrorklassiker „Resident Evil“ und das vielleicht populärste Rollenspiel aller Zeiten „Final Fantasy VII“ sind alle mit an Bord. Dazu gibt es einige Insider-Tipps wie das doppelbödige „Oddworld: Abe’s Odyssey“ oder den unsterblichen Multiplayer-Klassiker „Super Puzzle Fighter II Turbo“. Weniger populäre und frühe Titel der Playstation machen die 20 voll, lohnen aber kaum den Start. Die Konsole, das lässt sich in den ernüchterten Gesichtern beim Test daheim ablesen, ist nicht besonders gut gealtert. Vor allem Nintendos Super NES trumpfte mit einer großen Zahl toll spielbarer Titel auf, die heute noch zünden.

Die Anfänge sehen heute einfach nicht mehr gut aus

Die Playstation stand dagegen am Anfang einer Entwicklung. Damals war Grafik in 3-D an sich schon beeindruckend. Heute wirken die matschigen, eckigen Welten aus der 3-D-Urzeit völlig aus der Zeit gefallen. Moderne Spiele mit Bezügen zum Kino, mit einer möglichst realistischen Präsentation haben viel von den Anfängen gelernt, die es hier zu bestaunen gibt. Aber die Anfänge sehen heute einfach nicht mehr gut aus.

Ob sich die Playstation Classic lohnt, ist deswegen eine sehr persönliche Frage. Die Begegnung mit der eigenen Kindheit, mit dem Staunen angesichts der 3-D-Welten, kann durchaus die fälligen 100 Euro wert sein. Doch auch andere Retrokonsolen mit einer besseren Spieleauswahl haben in den letzten Jahren häufig dasselbe Schicksal genommen: Sie werden an gealterte Gamer verschenkt, die dann ein paar Abende mit leuchtenden Augen vor dem Fernseher sitzen. Dann werden sie in den Schrank gestellt neben die verstaubten Originale.

Von Jan Bojaryn/RND

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