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Netzwelt WhatsApp erlaubt Kunden-Chats – und plant Werbung
Nachrichten Medien Netzwelt WhatsApp erlaubt Kunden-Chats – und plant Werbung
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16:10 02.08.2018
Facebook will mit WhatsApp endlich Geld verdienen. Quelle: Martin Gerten/dpa
Mountain View

Whats App ermöglicht es künftig größeren Firmen, über den Kurzmitteilungsdienst im großen Stil direkt mit Kunden zu kommunizieren. Das kündigte die Facebook-Tochter am Mittwoch in Mountain View an. Zu den ersten Unternehmen, die den neuen Dienst „WhatsApp Business API“ in Anspruch nehmen, gehören die Fluggesellschaften KLM und Singapore Airlines, das Online-Reiseportal Booking.com, die Einkaufsplattform Wish sowie der Fahrdienstleister Uber. Online-Händler können über die Schnittstelle beispielsweise die Kunden in Echtzeit über den Verlauf der Paketzustellung informieren.

Um mit den Firmen in Kontakt treten zu können, müssten die Anwender der Kommunikation zustimmen, betonte WhatsApp-Geschäftsführer (COO) Matt Idema. Damit würden auch die Vorgaben der Europäischen Datenschutzgrundverordnung umgesetzt. Die Kommunikation laufe wie immer verschlüsselt und sicher ab, WhatsApp bekomme die Inhalte nicht zu sehen. „Die Anwender sollten sich allerdings darüber bewusst sein, dass sie nicht mit einer Privatperson chatten, sondern einem Unternehmen Informationen zur Verfügung stellen.“ WhatsApp-Nutzer könnten Firmen, die sie nach vorheriger Einwilligung kontaktieren, jederzeit mit einem Klick blockieren. „Diese Wahl wird selbstverständlich respektiert.“

WhatsApp Bussinesss API ist erster kostenpflichtiger Dienst

Im Januar hatte WhatsApp bereits einen Business-Service für kleinere Unternehmen in Form einer eigenen Android-App gestartet. Der neue Service für größere Unternehmen läuft in der herkömmlichen WhatsApp-Anwendung ab. Für die Firmen ist die Einrichtung der Schnittstelle sowie das Chatten mit den Kunden kostenlos.

Rund 55 Prozent der Deutschen kommunizieren laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie täglich über Whatsapp. Doch obwohl viele Smartphone-Besitzer routiniert im Umgang mit der Messenger-App sind, gibt es zahlreiche Funktionen, die noch nicht jeder kennt. Wir zeigen Ihnen 13 Funktionen, die die Kommunikation erleichtern.

Benachrichtigungen in Echtzeit („Notifications“) müssen allerdings nach Stückzahlen bezahlt werden. Zu den genauen Kosten machte das Unternehmen keine Angabe. „WhatsApp Business API“ ist damit der erste kostenpflichtige Dienst der Facebook-Tochter nachdem die eigentliche App seit Jahren kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

WhatsApp will Werbung im Status

Idema kündigte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur außerdem an, dass WhatsApp vom kommenden Jahr an Werbung in seiner App schalten wird. Die Anzeigen sollen aber nicht in den privaten WhatsApp-Chats erscheinen, sondern im „Status“-Bereich geschaltet werden.

Mit dem Format hatte WhatsApp auf den Erfolg von Snapchat reagiert: Mit WhatsApp Status kann man Texte, Fotos, Videos und animierte GIFs teilen, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Am 30. Juli hatte WhatsApp Sprach- und Videoanrufe für Gruppen eingeführt. Das Feature wird derzeit von rund 450 Millionen Menschen genutzt.

Die Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton hatten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen einen Finanzierung des Dienstes durch Werbung ausgesprochen. Sie haben aber den Facebook-Konzern verlassen, zu dem WhatsApp gehört. Die WhatsApp-Nutzer sollen selbst einstellen können, ob sie Werbung sehen wollen oder nicht. Die geplanten Werbeeinnahmen sollen dazu beitragen, WhatsApp aus der Verlustzone zu bringen.

Von asu/RND

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