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Nachrichten Medien Schauspielerin startet Kampagne gegen sexuelle Belästigung
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07:21 18.10.2017
Alyssa Milano Quelle: Paul Buck
Los Angeles

Der Vergewaltigungs-Skandal um US-Regisseur Harvey Weinstein findet mittlerweile auch international immer mehr Beachtung. Mehrere Schauspielerinnen hatten im Oktober öffentlich bekannt gegeben, von Weinstein sexuell belästigt oder vergewaltigt worden zu sein. Der Sachverhalt ist Anlass für zahlreiche Frauen, sich ebenfalls zu ihren Erfahrungen in Bezug auf sexuelle Belästigung zu äußern.

Jetzt startete Alyssa Milano auf Twitter eine Aktion (Charmed). „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, schreib ‚Ich auch‘ als Antwort auf diesen Tweet“, twitterte US-Schauspielerin am Sonntag. Ein Freund habe ihr das vorgeschlagen. So solle ein Gefühl über die Größe des Problems vermittelt werden.

Alyssa Milano spielte zusammen mit Rose McGowan in der amerikanischen Serie „Charmed“. Rose McGowan hatte ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst bekannt gegeben, dass Hollywood-Regisseur Harvey Weinstein sie vergewaltigt habe.

Den Tweet von Milano haben bisher knapp 65.000 Menschen kommentiert, rund 20.000 retweetet und mehr als 45.000 mit einem Herzen markiert (gefavt). Darunter melden sich auch weitere Prominente, wie Schauspielerinnen Anna Paquin (X-Men-Triologie) und Debra Messing (Seinfeld, Will & Grace).

Dazu kommen zahlreiche Tweets, die mit dem Hashtag markiert wurden und in denen Erfahrungen geschildert werden. Sie berichten davon, wie sie als Kinder vergewaltigt wurden, dass sie in den unterschiedlichsten Situationen sexuell belästigt wurden und dass sie in Gesprächen mit anderen feststellten, dass es ihrem Gegenüber genauso oder ähnlich erging.

Französische Frauen nutzen den Hashtag #balancetonporc

Auch in Frankreich solidarisieren sich Betroffene unter dem Hashtag #balancetonporc („Balance ton porc“, auf deutsch: „Verpfeif dein Schwein“). Die Aktion wurde initiiert von der französischen Journalistin Sandra Muller, die in New York lebt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin L’Express. Muller fordert in ihrem Tweet mit dem Hashtag #balancetonporc dazu auf, dass Betroffene ihre Geschichte erzählen und Namen nennen.

Die meisten nennen den Vornamen des mutmaßlichen Täters.

Beide Aktionen resultieren aus dem Vergewaltigungs-Skandal um Harvey Weinstein. Nachdem der Regisseur von der Oskar-Akademie ausgeschlossen wurde, fordert auch der französische Präsident Emmanuel Macron, dass Weinstein eine Auszeichnung der Ehrenlegion entzogen wird. „Ja, ich habe in der Tat die Schritte eingeleitet, um die Ehrenlegion zu entziehen“, sagte der Staatschef am Sonntagabend den TV-Sendern TF1 und LCI.

Weinstein war nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP im März 2012 vom damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden.

Isländische Sängerin Björk schilder Vorfall mit dänischem Regisseur

Eine weitere prominente Stimme meldete sich auf Facebook. Die isländische Sängerin Björk berichtet in einem Post von ihrer Arbeit mit einem dänischen Regisseur. Ihr sei bewusst geworden, dass es normal sei, dass ein Regisseur seine Schauspielerinnen nach Belieben berühren und belästigen könne und die Institution Film das zulasse. Aufgrund dieser Erfahrungen, bei denen sie sich zur Wehr setzte und nicht schwieg, habe sie sich aus der Schauspielwelt zurückgezogen. Seit dieser Konfrontation soll der Regisseur eine faire Beziehung zu seinen Schauspielerinnen pflegen, schreibt Björk in ihrem Post. Es bestehe also Hoffnung.

i am inspired by the women everywhere who are speaking up online to tell about my experience with a danish director ....

Gepostet von Björk am Sonntag, 15. Oktober 2017

Von far/RND/dpa

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