Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Medien Brandenburger zerlegen Leichen: Wie die Krimiserie „Dead End“ das Genre aufmischt
Nachrichten Medien Brandenburger zerlegen Leichen: Wie die Krimiserie „Dead End“ das Genre aufmischt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 26.02.2019
Emma (Antje Traue) und ihr Vater Peter (Michael Gwisdek) aus Mittenwalde lösen kuriose Fälle in „Dead End - Gestorben wird immer". Quelle: Carolin Ubl/ZDF/dpa
Berlin/Mittenwalde

Mittenwalde (Dahme-Spreewald) ist eine Kleinstadt in Brandenburg wie viele andere. In der beliebtesten Kneipe wird oft zu viel getrunken. Der Bürgermeister träumt von besseren Zeiten. Und die Polizei ist chronisch überfordert – wenn denn tatsächlich mal ein Verbrechen passiert. Die Toten landen meist auf dem Tisch von Dr. Peter Kugel (Michael Gwisdek, 77), dem örtlichen Leichenbeschauer.

Mittenwalde wandelt sich

Und der ist schon etwas in die Jahre gekommen. Manchmal fürchtet er, er könnte an Alzheimer leiden. Zu seinem 75. Geburtstag reist überraschend seine Tochter Emma (Antje Traue, 38) an, die als Forensikerin in den USA arbeitet. Und schon bald ist in Mittenwalde nichts mehr wie es war.

Klingt nach Dorfkrimi und Provinzschmonzette? Nach der Brandenburg-Variante der „Rosenheim-Cops“? Kein bisschen! Ganz im Gegenteil: Das ist „Dead End“, die neue, ungewöhnliche Crime-Serie auf ZDFneo, spannend, mit vielen starken Dialogen und toll besetzt. Sie startet am Dienstag (26. Februar, 21.45 Uhr) mit der Folge „Mit den Cowboys kam das Verbrechen“.

>> Lesen Sie auch: Das sagen die Mittenwalder zu „Dead End“

Emma Kugel, die promovierte Rechtsmedizinerin, hat in den USA so einiges gelernt, was ihr Vater in Mittenwalde noch nicht mitbekommen hat. Aber als Duo ergänzen sie sich gut und schneiden die ein oder andere Leiche bald gemeinsam auf.

Wie die beiden beim Aufklären absonderlicher Todesfälle Hand in Hand arbeiten und sich als auch Vater und Tochter langsam näher kommen – da passiert oft viel im Kleinen. Das haben Magdalena Grazewicz, Thomas Gerhold (Drehbuch) und Christopher Schier (Regie) ziemlich gut hinbekommen.

Große Liebe mit der Dorfpolizistin

Auch die übrigen Rollen sind erstens ungewöhnlich und zweitens ungewöhnlich gut besetzt: Lars Rudolph etwa spielt den immer etwas vertrottelt wirkenden Dorfpolizisten Schubert. Am Anfang nervt er nur, von Folge zu Folge wird er sympathischer, auch weil der Zuschauer erfährt, dass er zu Hause im Keller schlafen muss und von Frau und Tochter getriezt wird.

Betti (Victoria Schulz) und Emma (Antje Traue) – die beiden kommen sich in „Dead End“ näher. Quelle: ZDF/dpa

Noch besser macht sich Victoria Schulz als Schuberts junge Kollegin Betti Steiner. Sie merkt nicht nur schnell, dass Emma als Forensikerin viel drauf hat und ihnen bei der Verbrecherjagd helfen kann, sie fühlt sich von der schweigsamen Frau mit den etwas soziopathischen Zügen auch bald angezogen – ihr erster Kuss ist zart und vorsichtig und trotzdem vielversprechend.

Corinna Kirchhoff spielt Dr. Eva Diestelfink, Ärztin in Mittenwalde, und Dr. Kugels späte, aber große Liebe – auch das hätte leicht in Kitsch und Rosarot untergehen können, passiert aber nicht.

Fußknochen im Kühlschrank

Die Fälle, die in Mittenwalde zu klären sind, sind immer etwas kurios. In der ersten Folge entdeckt Emma im Kühlschrank ihres Vaters die Fußknochen eines menschlichen Skeletts und rollt einen alten Fall wieder auf.

Mal wird an einem Feldweg eine nackte Leiche gefunden, mal ist im Altersheim eine 100-Jährige unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen, mal hängt ein Gleitschirmflieger tot im Baum.

Die Dreharbeiten zu „Dead End“ fanden in Mittenwalde statt. Quelle: Gerlinde Irmscher

Und am Schluss kommt auch Kevin (Nikolai Kinski) ums Leben – der Mann, den alle für Emmas Lover halten und an dessen Tod sie alles andere als unschuldig ist. Tote gibt es tatsächlich mehr als genug oder jedenfalls mehr, als man im Alltag in Mittenwalde erwarten würde.

Den Bürgermeister macht das ganz wuschig. Aber das kann man den Drehbuchautoren nun wirklich nicht vorwerfen. Nach ZDF-Angaben ist noch unsicher, ob es eine zweite Staffel geben soll. Dabei endet die erste so, dass man schon wissen möchte, wie es weitergeht.

ZDFneo zeigt die sechs Folgen der Serie jeweils dienstags um 21.45 Uhr. Premiere ist am 26. Februar mit „Mit den Cowboys kam das Verbrechen“. Alle Folgen sind ab dem 26. Februar in der Mediathek abrufbar.

Von Andreas Heimann

In einer Umfrage sprechen sich die meisten Deutschen für ein Verbot von Tabak- und Alkoholwerbung aus. Auch die Besteuerung darf gern erhöht werden.

25.02.2019

Wulstige Lippen, krause Haare: Eine im September 2018 von der Zeitung „Herald Sun“ in Australien veröffentlichte Zeichnung von US-Tennisspielerin Serena Williams sorgte für Ärger. Jetzt entschied der Presserat über die Karikatur.

25.02.2019

Die „Süddeutsche Zeitung“ hat sich von einem freien Mitarbeiter getrennt. Er hat nach Überzeugung der Chefredaktion in einer Geschichte einen Protagonisten erfunden.

21.02.2019