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Panorama 12.000 Euro: Riesige Handy-Rechnung nach Kreuzfahrt
Nachrichten Panorama 12.000 Euro: Riesige Handy-Rechnung nach Kreuzfahrt
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17:07 13.06.2018
Telefonieren im Ausland kann teuer werden – erst recht auf einem Kreuzfahrtschiff. Quelle: dpa
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Kiel/Oslo

Um das schnelle Internet ist es auf hoher See besser bestellt als auf dem flachen Land in Schleswig-Holstein. Aber Achtung. Auf See kann schnelles Internet auch horrende Kosten verursachen. Immer wieder folgt auf eine Seereise eine böse Überraschung für Handynutzer. Wer auf See mit seinem Smartphone oder Tablet ohne Prüfung der Datenverbindung ins Internet geht, kann schnell Kosten von mehreren 1000 Euro verursachen. Grund sind die an Bord vorhandenen Netze von Telefonabietern mit Satelitten-Verbindung.

„Wir erleben es immer wieder, dass Menschen dann plötzlich unbewusst Kosten in enormer Höhe produzieren“, sagt Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Inzwischen gibt es bei vielen Netzanbietern deshalb Warnmitteilungen, wenn bestimmte Kosten-Grenzen bei den Gebühren fürs Internet überschritten werden.

Diese Warnungen lassen sich aber auch ignorieren und sind für Kinder nicht sofort verständlich. So geschehen auch einer Familie aus Berlin. Kurz nach dem Urlaub bekam die Familie eine deftige Rechnung des Mobilfunkanbieters: 12.000 Euro für rund 470 Megabyte genutzte Daten.

Horrende Rechnung nach Mini-Kreuzfahrt

Wie der NDR berichtet, tappte die Familie auf der Color Line in diese Kostenfalle. Dem zwölfjährigen Sohn war die Seereise von Kiel nach Oslo selbst zu langweilig. Er nutzte die Überfahrt zum Surfen im Internet und lud dabei laut NDR-Bericht mit mehreren Video–Filmen insgesamt 470 Megabyte an Daten aus dem frei empfangbaren Datennetz des Anbieters des Satelitten-Netzes runter.

Diese Netze sind inzwischen auf allen großen Fähren und Kreuzfahrern vorhanden, da Geschäftsleute diese Netze nutzen. „Das ist ein Service für unsere Passagiere, der aber von externen Dienstleistern an Bord bereitsgetellt wird und auch bezahlt werden muss“, so ein Sprecher der Reederei.

Anwalt wurde eingeschaltet

Das Handy des Jungen habe sich offenbar in das über Satellit ausgestrahlte Mobilfunknetz „Telenor Maritime“ eingewählt, sagt der Geschäftsführer der Reederei, Dirk Hundertmark. Gemäß der Geschäftsbedingungen des norwegischen Betreibers entstanden dabei 12.000 Euro an Roaming-Gebühren.

Diese Summe hält der Anwalt der Familie für sittenwidrig und will dagegen vorgehen. Der Telefonanbieter der Familie hat den Rechnungsbetrag bereits aus Kulanzgründen auf 5000 Euro reduziert, doch auch das reicht dem Anwalt nicht.

„Wenn man so eine Rechnung bekommt, sollte man keineswegs sofort zahlen. Wir bieten da auch Beratung an und informieren über Möglichkeiten für Einsprüche“, sagt Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale. Nicht selten gibt es es Möglichkeiten über einen Vergleich.

Gezahlt werden muss aber in jedem Fall, da die Tarife für Satelitten-Verbindungen nun einmal deutlich höher als normale Funkverbindungen sind und auch nicht unter die Roaming-Regelungen der EU fallen sondern global von den Netzbetreibern festgesetzt werden.

Tipp: Mobile Daten ausschalten

„Wir empfehlen deshalb jedem Passagier die Überprüfung der Einstellungen im Smartphone oder dem Handy. Die Mobilen Daten lassen sich ja manuell abstellen“, so Rehder. Ohne Internet muss an Bord dennoch niemand reisen.

„Alle Reedereien bieten heute Internetpakete für die WLAN-Netze an Bord der Schiffe an, mit denen der Kunde zu festen Datentarifen das Internet nutzen kann. So lassen sich bösen Überraschungen sehr gut vermeiden und man hat eine Kostenkontrolle“, sagt Rehder.

Hinweis in Reiseunterlagen

Die Stena Line bietet dieses Netz an Bord kostenlos an. Nachteil ist hier jedoch die Bandbreite. Da das Datennetz für die Passagiere begrenzt ist, lassen sich hier Videos oder große Bilddateien nicht schnell runterladen.

Die Color Line versuche Passagiere vorab auf ihrer Internetseite über mögliche Kosten zu informieren, sagt Hundertmark. Es sei sehr selten, dass Passagiere sich unbemerkt in das Satellitennetz einwählten. Kunden würden per SMS von ihrem Anbieter über mögliche Kosten informiert.

„Das ist wirklich ein Extremfall, den die Familie da erlebt hat“, sagt der Geschäftsführer. Die Reederei versuche vorab zu informieren und biete kostenpflichtige WLAN-Pakete über ein internes Netzwerk als Alternative an.

Von Frank Behling/RND

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