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Panorama 85-Jähriger zweifelt an Legende und wird angeklagt
Nachrichten Panorama 85-Jähriger zweifelt an Legende und wird angeklagt
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11:48 09.10.2017
Sulak Sivaraksa wollte seine Zuhörer zur kritischen Betrachtung der thailändischen Geschichte animieren. Quelle: AP
Bangkok

Jemand musste Sulak S. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.

Nun, so ganz kafkaesker Natur ist der Fall des 85-jährigen Thailänders nicht, schließlich wusste Sulak Sivaraksa im Vorfeld, dass auf die Beleidigung des Königshauses in dem südostasiatischen Staat eine Haftstrafe droht, bizarr ist der Prozess gegen den alten Mann dennoch.

Es drohen drei bis 15 Jahre Haft

Die Polizei eskortierte Sulak Sivaraksa am Montag zu einem Militärgericht in Bangkok, wo er offiziell beschuldigt wurde. Die Vorwürfe gehen zurück auf einen Vortrag, den Sulak 2014 hielt. Darin hinterfragte er, ob ein thailändischer König vor mehr als 400 Jahren tatsächlich einen Feind auf dem Rücken eines Kriegselefanten besiegte.

Sulak sagte, er wisse nicht, warum der Fall jetzt vor Gericht komme, so lange nach seiner Rede. „Vielleicht mögen sie mich nicht, weil ich nie den Mund halte“, erklärte er. Er sage die Wahrheit, das sei seine Pflicht. Die Klage stützt sich auf das Gesetz gegen Majestätsbeleidigung, das bei Verstößen drei bis 15 Jahre Haft vorsieht. Allerdings werden im Gesetz nur die ranghöchsten Mitglieder des Königshauses erwähnt und keine toten Monarchen. Das Gesetz wird in der Praxis allerdings weit ausgelegt.

„Das hat alles überhaupt keinen Sinn. Das Gesetz beschützt nur den gegenwärtigen König - keinen, der seit 500 Jahren tot ist“, sagte der 85 Jahre alte Geschichtsprofessor, der in Thailand als prominenter Historiker gilt.

Seit 2014 wurden 93 Fälle von Majestätsbeleidigung verfolgt

Sulak forderte seine Zuhörer 2014 auf, die thailändische Geschichte kritisch zu betrachten. Als Beispiel nannte er die Legende, wonach König Naresuan der Große im Siamesisch-Birmanischen Krieg bei Nong Sarai 1593 einen feindlichen Feldherrn zu einem Duell auf dem Rücken von Kriegselefanten herausforderte und ihn dann besiegte.

Die legendäre Elefantenschlacht zwischen der Armee aus Siam, dem heutigen Thailand, und Birma, das heute Myanmar heißt, gilt bei den Thai als einer der wichtigsten Ereignisse in der Geschichtsschreibung des Landes. Dem Vermächtnis des Königs wurde eine Spielfilmreihe gewidmet, die von 2006 bis 2015 gedreht wurde und das Leben und die Zeit des „Herrschers von Siam“ behandelt.

Die historische Schlacht von König Naresuan, der 1593 den burmesischen Kronprinzen auf dem Rücken eines Kriegselefanten besiegt haben soll, ist in Thailand legendär. Quelle: picture alliance / dpapicture alliance / dpa

Seit der Machtübernahme durch das thailändische Militär 2014 wurden mindestens 93 Fälle von Majestätsbeleidigung strafrechtlich verfolgt, wie die Organisation Thailändische Anwälte für Menschenrechte berichtete. Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, mit dem Gesetz Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Sulak Sivaraksa verlässt die Polizeistation in Bangkok in Richtung Militärgericht. Quelle: AP

Sulak will sich nach Angaben seines Anwalts gegen die Vorwürfe wehren. Er soll am 7. Dezember erneut bei der Staatsanwaltschaft erscheinen.

Von RND/AP

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