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Panorama Berliner Polizei testet Elektroschockwaffen
Nachrichten Panorama Berliner Polizei testet Elektroschockwaffen
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15:58 06.02.2017
Die Elektroschock-Pistolen machen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock sofort aktionsunfähig. Quelle: dpa
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Berlin

Die Berliner Polizei erprobt ab sofort drei Jahre lang Elektroschockwaffen für ihren täglichen Dienst. Die ersten sogenannten Taser wurden am Montag an Beamte ausgegeben. Bisher verfügten in Berlin nur Spezialeinsatzkräfte darüber.

Die Elektroschock-Pistolen machen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock sofort aktionsunfähig. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, die Zielperson zu überwältigen. Auch wenn es keine Verletzungen wie durch eine Pistolenkugel gibt, kam es im Ausland schon zu Todesfällen.

Wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte, können die Waffen möglicherweise Leben schützen und Polizisten vor traumatischen Situationen bewahren. Der Test ist zunächst auf zwei Polizei-Abschnitte begrenzt, 20 Beamte wurden geschult.

Taser werden als Schusswaffe eingeordnet

Die Spezialeinsatzkommandos (SEK) in vielen Bundesländern verwenden Taser schon länger. Streifenpolizisten sind damit vielerorts aber noch nicht ausgestattet. Bisher werden sie laut Polizei lediglich in Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und bei der Bundespolizei genutzt. Auch in Rheinland-Pfalz ist ein Pilottest angekündigt, der im März beginnen soll. Hessen prüft ebenfalls eine Ausweitung des Einsatzes von Elektroschockern.

Taser werden in der Hauptstadt rechtlich weiterhin als Schusswaffe eingeordnet. Damit sei ihr Anwendungsbereich relativ stark beschränkt, kritisierte ein Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP). Diese Einordnung widerspreche dem Sinn, für Beamte die Lücke zwischen Pfefferspray und Schusswaffe zu schließen.

Elektroschock-Pistolen

Elektroschock-Pistolen – sogenannte Taser – sollen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock sofort aktionsunfähig machen. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, ihre Zielperson zu überwältigen. Auch wenn es keine Verletzungen wie durch eine Pistolenkugel gibt, kam es im Ausland schon zu Todesfällen. Gefährlich kann die Waffe etwa für Herzkranke sein. Berliner SEK-Beamte haben sich testweise selbst damit beschießen lassen – den Angaben nach ohne Zwischenfälle.

Eingesetzt werden kann der Taser aus Entfernungen von bis zu 7,60 Meter, optimal sind 2,50 bis 4 Meter. Ein Laserpunkt hilft beim Zielen. Bei den pistolenähnlichen, manchmal farbigen Geräten werden mittels Gasdruck Pfeile verschossen, die über dünne Drähte mit der Waffe verbunden sind. Darüber fließt Strom mit etwa 50.000 Volt. Bei neueren Modellen können zwei Kartuschen mit Pfeilen abgegeben werden, falls man beim ersten Versuch nicht trifft.

Beamte müssen darauf achten, dass ein Sturz nach einem Taser-Einsatz für den Angreifer gefährlich sein kann und dass die Pfeile nicht durch dicke Kleidung dringen können.

Von dpa/RND

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