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Daran erkennt man ein verdächtiges Paket

DHL-Erpressung Daran erkennt man ein verdächtiges Paket

Nach dem Fund einer Paketbombe am Freitag in Potsdam warnt die Polizei die Bevölkerung vor präparierten Paketen. Die Polizei erklärt, was eine Sendung verdächtig macht. Zum Potsdamer Fall gibt es inzwischen zahlreiche Hinweise. Bundesweit mehren sich (Fehl-)Alarme.

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Nach dem Bombenalarm warnt die Polizei in der Vorweihnachtszeit vor Paketen von unbekannten Absendern.
 

Quelle: dpa

Potsdam. Im Zuge der Ermittlungen zum Bombenfund in Potsdam hat die Polizei Paketempfänger in der Vorweihnachtszeit gewarnt. „Wenn Leuten etwas seltsam vorkommt, sollte unbedingt die Polizei gerufen werden“, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Montag. Dies gelte etwa, wenn der Absender nicht eindeutig zugeordnet werden könne oder ganz und gar fehle. Mit dem gefährlichen Paket, das am Freitag in die Luisen-Apotheke am Potsdamer Weihnachtsmarkt geliefert wurde, sollte nach aktuellem Ermittlungsstand der Paketdienst DHL erpresst werden.

Im Verlauf des Vormittags wurden bundesweit verdächtige Postsendungen gemeldet und Alarme ausgelöst. So gab es am Montagmorgen Ermittlungen an einer Schule und einem Seniorenheim in Kiel. In Thüringen wurde in zwei Behörden Alarm ausgelöst, darunter war die Staatskanzlei in Erfurt, wo ein Paket mit zusammengerollten Katalogen für Wirbel sorgte. Kurzzeitig war auch in der Bußgeldstelle in Gransee (Oberhavel) ein Paket in Verdacht geraten. Der Inhalt entpuppte sich jedoch schnell als Christstollen. Diese Fälle wurden nach den bisherigen Ermittlungen als harmlos eingestuft.

Was ein Paket verdächtig macht:

Die Brandenburger Polizei rät zur Vorsicht bei Sendungen mit

- unbekanntem oder fehlendem Absender

- handgeschriebenen und schlecht leserlichen Adressen oder Adressen, die nicht am üblichen Platz stehen 

- auffälligen Rechtschreibfehler, Flecken oder Verfärbungen an dem Paket

- herausstehenden Drähten

Entsprechende Sendungen sollten keinesfalls geöffnet werden . Stattdessen sollten Empfänger sofort die Polizei verständigen . Die Brandenburger Polizei hat für Meldungen zu verdächtigen Postsendungen ein Hinweistelefon geschaltet hat, das rund um die Uhr besetzt ist. Die Nummer lautet: 0331/505950.  

Entscheidender Tipp im Potsdamer Fall noch nicht dabei

Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Potsdamer Polizei bereits zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte die Brandenburger Polizei per Twitter mit:

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte in einem Interview beim rbb-Sender radio eins am Montagmorgen: „Die Gefahr ist abstrakter geworden. Es ist Vorsicht geboten, vor allem wenn Pakete zu Hause oder im Unternehmen ankommen,  deren  Absender nicht bekannt ist.“ Er sei froh, dass das Ziel der Paketbombe vom Freitag weder die Apotheke war noch der Weihnachtsmarkt. „Es gab Freitag große Unruhe. Die Potsdamer haben das mit großer Gelassenheit genommen und sich besonnen verhalten. Es waren Samstag und Sonntag genauso viele Besucher da“, so Jakobs weiter. Das zeige ein „großes Zutrauen in die Polizei“, deren Arbeit der OB lobte.

Die Sonderkommission „Luise“ wurde auf inzwischen rund 50 Mitarbeiter aufgestockt. Zudem arbeitet die Polizei eng mit der DHL zusammen. Der Paketdienst werde auch interne Ermittlungen einleiten. Das Unternehmen selbst wollte sich bisher nicht dazu äußern. Die Polizei bittet weiter um Hinweise auf die Person(en), die am Donnerstagmorgen die am Tag darauf in eine Potsdamer Apotheke gelieferte Paketbombe in eine Potsdamer Packstation legte(n). Es werde weiter rund um die Uhr ermittelt, sagte der Polizeisprecher. 

Ähnlicher Vorfall in Frankfurt (Oder)

Die Brandenburger Behörden gehen aktuell von einem Täter oder einer Tätergruppe aus der Region aus. Der Erpresserbrief weist eine märkische Grammatik auf. Nachfragen an alle Landeskriminalämter in Deutschland hätten ergeben, dass kein anderes Land betroffen sei. Die Pakete seien jeweils in Brandenburg aufgegeben und an Adressen in Brandenburg geliefert worden.

Die Polizei geht davon aus, dass eine bereits Anfang November verschickte erste Paketbombe des oder der Täter in Berlin aufgegeben wurde. Sie war an einen Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) geschickt worden. Dort geriet sie beim Öffnen in Brand. Der Absender der Bomben fordert von der DHL einen Millionenbetrag und droht andernfalls mit weiteren Sendungen, wie er in einem Brief in der Potsdamer Paketbombe schrieb.

Weitere Gefahrenpakete möglich

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte am Sonntag die Menschen gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein und im Zweifel die Polizei zu informieren. Die Paketbomben könnten zu schwersten Verletzungen oder sogar zum Tod führen. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich. Der Potsdamer Sendung habe eine Nachricht beigelegen, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Sonntag, die als sogenannter QR-Code im Internet verschlüsselt wurde, aber eindeutig rekonstruiert werden konnte. Betroffen seien bislang kleine Unternehmen. Sendungen an Privatpersonen seien aber nicht auszuschließen, hieß es.

Von MAZonline/grm mit RND/dpa

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