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Das Jahr der Wetterkatastrophen

Rückblick 2017 Das Jahr der Wetterkatastrophen

Sie trugen harmlos klingende Namen wie „Maria“, „Irma“ oder „Xavier“, richteten aber enorme Verwüstungen an: Das Jahr 2017 war auch das Jahr der schweren Stürme. Vor allem die Ärmsten der Armen waren betroffen.

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Naturgewalt: 2017 wüteten zahlreiche Stürme vor allem in Mittelamerika. Im September etwa traf „Irma“ auf die Antilleninsel St. Maarten.

Quelle: dpa

Berlin. Erdrutsche in Südamerika, Monsterstürme in der Karibik, wahre Sintfluten auch in Deutschland. Nicht immer liegt es am Klimawandel, wenn das Wetter verrückt spielt. Doch führende Forscher sind sich einig: Die Wetterextreme nehmen zu – mit schlimmen Folgen gerade für die ärmeren Länder.

USA

Ende August verwandelt Hurrikan „Harvey“ die texanische Millionenmetropole Houston, viertgrößte Stadt der USA, in eine Seenlandschaft. Wo sich in der Rushhour sonst Auto an Auto reiht, pflügen kleine Boote durch die Häuserschluchten. Menschen waten durch brusthohes Wasser, manche mit Hunden oder Katzen auf den Schultern. Nie zuvor hat der zweitgrößte US-Bundesstaat eine solche Sintflut erlebt, Gouverneur Greg Abbott nennt sie „historisch“. Was bleibt? Dutzende Todesopfer, Tausende zerstörte Häuser, Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe – und die Angst vor Seuchen.

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Sintflutartiger Dauerregen und massive Überflutungen: Der US-Bundesstaat Texas kämpft gegen den Tropensturm „Harvey“. Die Auswirkungen sind verheerend.

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Im September dann hinterlässt Sturm „Irma“ im US-Bundesstaat Florida eine Spur der Verwüstung. Er ist der schwerste Hurrikan seit der Wetteraufzeichnung. Jacksonville, größte Stadt Floridas, steht unter Wasser, Millionen Haushalte im ganzen Land sind ohne Strom, die Inseln vor der Küste Floridas von der Außenwelt abgeschnitten.

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Hurrikan „Irma“ zieht mit heftigem Sturm und starkem Regen über das Festland des US-Bundesstaats Florida. An der Grenze zum Auge des Wirbelsturms werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Stundenkilometern gemessen.

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Karibik

Noch bevor „Irma“ die USA mit voller Wucht trifft, braute sich über dem Atlantik die Katastrophe zusammen: Der Hurrikan zieht seine zerstörerische Bahn zunächst durch die Karibik. Barbuda, Anguilla, St. Martin und Kuba trifft es besonders hart. Es gibt Dutzende Tote.

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„Irma“ hat in der Karibik ganze Inseln verwüstet. Die Bilder zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe.

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Puerto Rico

Der nächste Monster-Sturm mit dem harmlosen Namen „Maria“ sucht im September Guadeloupe und Dominica, vor allem aber Puerto Rico heim – größtes Außengebiet der USA und schon vor dem Hurrikan von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelt. Straßen werden zu Flüssen, Autos wie Spielzeug durch die Luft geschleudert. Es fehlt an Treibstoff und Lebensmitteln, Strom und sauberem Wasser. Der Gouverneur spricht von einer „humanitären Katastrophe“.

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Hurrikan „Maria“ hat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern in Puerto Rico große Schäden und flächendeckende Stromausfälle verursacht. Es gibt überall starke Überschwemmungen und zahlreiche zerstörte Häuser.

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Peru

Seit mindestens 18 Jahren hat es im drittgrößten Land Südamerikas nicht mehr so gegossen wie im März 2017. Erdrutsche und Überschwemmungen, zigtausende unbewohnbare Häuser, Dutzende Tote. Ungewöhnlich auch: Wegen riesiger Wellen müssen mehr als 20 Häfen vorübergehend dichtmachen. Grund für das Klima-Chaos ist wohl das viel zu warme Wasser im Pazifik. Die stärkere Verdunstung bildet besonders regenreiche Wolken.

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Peru wird vom Klimaphänomen El Niño heimgesucht. In diesem Jahr aber sind die Regenfälle noch stärker als in den Jahrzehnten zuvor. Peru steht vor einer Katastrophe.

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Kolumbien

Noch schlimmer trifft es Perus nördlichen Nachbarn Anfang April. Ein Unwetter sucht die 40.000-Einwohner-Stadt Mocoa im Süden Kolumbiens heim, drei kleine Flüsse werden zu reißenden Strömen. Die Wassermassen reißen Brücken ein und Hunderte Menschen in den Tod, ganze Wohnviertel ersticken im Schlamm.

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Hunderte Tote befürchtet: Bei dramatischen Überschwemmungen und Erdrutschen sind in der südkolumbianischen Stadt ganze Wohnviertel unter Schlammmassen begraben worden.

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Mittelmeer

Ganz anders in Südeuropa. Ein Frühjahr mit extremer Trockenheit, ein Sommer mit Rekordhitze und ein regenarmer Herbst. 2017 müssen die Spanier eine schwere Dürreperiode überstehen. In Portugal toben den Sommer über von Hitze und Trockenheit angefachte Waldbrände. Auch viele Italiener leiden unter Temperaturen von über 40 Grad, die Hoch „Luzifer“ aus Afrika mitbringt. In Rom überlegt man gar, das Wasser zu rationieren. Am Horn von Afrika wird die Dürre einmal mehr zur Hungerkatastrophe.

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Bei dem verheerenden Waldbrand im Zentrum von Portugal ist die Zahl der Todesopfer auf 62 gestiegen. Das teilte der Staatssekretär im Lissabonner Innenministerium, Jorge Gomes, am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur Lusa mit. Die Bilder aus der Region.

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Sierra Leone

Nach heftigen Regenfällen brechen nahe der Hauptstadt Freetown in Sierra Leone Mitte August Teile eines aufgeweichten Hügels ab. Hunderte Tote, Tausende Obdachlose, heißt es in ersten Schätzungen. Aus Sicht von Umweltschützern ist die Abholzung der Wälder in und um Freetown für die Katastrophe mitverantwortlich.

Südasien

Die südasiatische Monsunzeit dauert in der Regel von Juni bis September, jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen. In diesem Sommer erleben Indien, Nepal, Bangladesch und Pakistan den verheerendsten Monsun seit vielen Jahren. Mehr als 2100 Menschen sind 2017 durch die Folgen ums Leben gekommen. Hunderttausende Überlebende haben ihr Zuhause oder ihre Ernte verloren. Das Rote Kreuz mahnt nun, dass diese Menschen ums Überleben kämpften.

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Der Monsun in Südasien ist dieses Jahr besonders heftig. Mehr als 2100 Menschen sind bereits infolge der schweren Regenfälle und Überschwemmungen ums Leben gekommen.

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Deutschland

Stillstand bei Zügen, Bussen und Bahnen, Chaos an den Flughäfen, mindestens sieben Tote. Im Oktober versetzt Sturm „Xavier“ Deutschland in den Ausnahmezustand. Laut Meteorologen einer der heftigsten seit Jahrzehnten. Er zieht vor allem über den Norden und Osten hinweg und legt den Verkehr weitgehend lahm. Tausende Bahnreisende müssen in Hotelzügen übernachten, Pendler haben Mühe, von der Arbeit nach Hause zu kommen. Ungewöhnlich sei aber allein „Xaviers“ Tempo gewesen, analysieren die Meteorologen später. Denn heftige Stürme im Herbst seien auch bei uns nicht selten.

Von RND/dpa/iro

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