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Panorama Der Flughafen Lübeck hat einen tierischen Mitarbeiter
Nachrichten Panorama Der Flughafen Lübeck hat einen tierischen Mitarbeiter
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09:32 09.10.2018
Der Hund„Teddy“ beobachtet die Landebahn des Flughafens Lübeck. Quelle: Markus Scholz/dpa
Lübeck

Wenn Flughafenhund „Teddy“ im Dienst ist, haben Kaninchen und Wildschweine auf dem Gelände des Flughafens Lübeck nichts zu lachen. Der fünfjährige Magyar Vizsla oder Ungarische Vorstehhund vergrämt das Wild auf dem Flughafen, damit es startenden und landenden Flugzeugen nicht gefährlich werden kann. Er scheucht die Tiere von der Start- und Landebahn weg in Richtung Zaun, aber er rührt sie niemals an. „Das war ein hartes Stück Arbeit, ihm das beizubringen“, sagt sein Besitzer Michael Zimmermann. 

Immer wenn Zimmermann seinem Hund das Brustgeschirr anlegt, weiß „Teddy“, dass es gleich losgeht. Aufmerksam scannt er das Flughafengelände mit seinem Blick, ungeduldig zieht er an der Leine. Dann beugt Zimmermann sich zu ihm hinunter und flüstert ihm ins Ohr: „Wo ist der Hase?“ Auf dieses Stichwort hat der Hund gewartet. Er sprintet los in die Richtung, die sein menschlicher Partner ihm mit ausgestrecktem Arm weist. „Unsere Verständigung läuft in erster Linie über Gesten, da es auf einem Flughafen recht laut werden kann“, sagt Zimmermann. 

Der fünfjährige Magyar Vizsla „Teddy“ vergrämt am Regionalflughafen Lübeck das Wild, damit es startenden und landenden Flugzeugen nicht gefährlich werden kann. Er scheucht die Tiere weg, rührt sie aber niemals an.

Seit rund zwei Jahren sind er und „Teddy“ als Wildlife-Control-Team auf dem rund 135 Hektar großen Regionalflughafen im Einsatz. „Wir haben hier vor allem Hasen, Rehe, Dachse, Füchse und Wildschweine, von denen eine Gefahr für den Flugbetrieb ausgehen kann“, sagt Zimmermann, der hauptberuflich als Systemadministrator für die Flughafen-IT zuständig. Sein Hund hat einen eigenen Mitarbeiter-Ausweis. Der Flughafen zahlt Hundesteuer, Tierarztkosten und Haftpflichtversicherung. „Ein Gehalt bekommt "Teddy" aber nicht“, sagt der Hundebesitzer.  

Vorbild war ein Border Collie aus den USA

Inzwischen hat der Hund, der schon als Welpe zu Zimmermann kam, auf einer Grasfläche ein Loch entdeckt. Eifrig schnüffelt er daran und fängt an zu graben. „Ein Kaninchenbau“, stellt Zimmermann fest. „Ist gut, ’Teddy’, komm“, kommandiert er. Gehorsam lässt der Hund den Kaninchenbau links liegen und wendet sich dem Zaun um das Flughafengelände zu. Prompt findet der Hund ein Loch im Zaun, das Zimmermann markiert, um es später zu verschließen. 

„Teddys“ Karriere als Flughafenhund begann eher zufällig. „Als er etwa sechs Monate alt war, nahm ich ihn öfter mit zur Arbeit und stellte fest, dass er sehr gelassen mit den Geräuschen der Flugzeuge umging“, schildert Zimmermann. „Und da Magyar Vizslas sehr gelehrig sind und geistige Beschäftigung brauchen, entstand die Idee, "Teddy" zum Vergrämen von Wildtieren abzurichten“, sagt er.

Vorbild dafür war nach Angaben Zimmermanns Border Collie „Piper“, der auf dem Flughafen von Traverse City im US-Bundesstaat Michigan Füchse und Greifvögel von Rollbahn und Vorfeld vertrieben hat. „Anfang dieses Jahres ist er leider gestorben“, sagt Zimmermann bedauernd. 

Auch andere Tiere werden an Flughäfen eingesetzt

„Der Einsatz von Tieren an Flughäfen ist nicht ungewöhnlich“, sagt Christian Hellberg, Geschäftsführer des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) in Bremen. „Am Flughafen Hamburg werden regelmäßig Falken und Bussarde eingesetzt, um Krähen zu vertreiben“, sagt Hellberg. „An anderen Airports kontrollieren Flughafenjäger mit Jagdhunden die Wild- und Vogelpopulationen“, sagt er.

Doch Zimmermann sagt, „Teddy“ habe zwar eine Ausbildung als Jagdhund, könne aber noch mehr. „Er hat darüber hinaus gelernt, bestimmte Flächen nicht zu betreten und das Wild nicht zu berühren oder zu töten. Das hat er auch durch eine Prüfung bei der Luftfahrtbehörde nachgewiesen“, sagt Zimmermann stolz. Damit sei „Teddy“ wohl der einzige amtlich geprüfte Flughafenhund Deutschlands.

Von RND/dpa