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Der Prinz und die Offshore-Geschäfte

„Paradise Papers“ Der Prinz und die Offshore-Geschäfte

Ließ sich Prinz Charles für eine Firma auf den Bermudas als Lobbyist einspannen? Die „Paradise Papers“-Enthüllungen lassen dies vermuten. Er soll seinen Einfluss benutzt haben, um sich zu bereichern.

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Prinz Charles machte sich schon immer für Naturschutz stark – doch nutzte eine Firma auf den Bermudas Charles’ Verbindungen für ihre Interessen.

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London. Der britische Thronfolger, Prinz Charles, steht im Verdacht, seinen Einfluss zur Mehrung seines Privatvermögens genutzt zu haben. Charles soll sich intensiv für die Ziele eines Offshore-Unternehmens eingesetzt haben, nachdem seine Finanzverwalter Anteile an dieser Firma erstanden haben. Die Vorwürfe sind Teil der am Wochenende veröffentlichten „Paradise Papers“. Demnach kaufte sich das Herzogtum Cornwall, das den Privatbesitz des Prinzen von Wales umfasst, Anfang 2007 für 113 500 Dollar bei der auf den Bermudas angesiedelten Firma Sustainable Forestry Management (SFM) ein. Die Firma setzt sich für nachhaltige Forstwirtschaft ein.

Den Kontakt stellte Hugh van Cutsem her, einer der engsten Freunde von Charles. Der Vorstand des Unternehmens dankte ihm ausdrücklich für die königliche Verbindung und versprach, Charles’ Investition so geheim wie möglich zu halten.

Auf Anregung van Cutsems hin sandte der Vorstandsvorsitzende von SFM dem Prinzen umfangreiches „Lobbymaterial“ zu. Dem Unternehmen ging es vor allem darum, zwei internationale Klimaabkommen zu ändern.

Vier Wochen nach Erhalt der Lobbydokumente rief Charles in einer Rede erstmals zur Änderung der beiden Verträge auf. Drei Monate später gründete er sein Projekt zum Schutz der Regenwälder, das die gleichen Ziele wie SFM vertritt. Nach Recherchen der BBC hatte Charles eine solche Forderung vor 2007 nie erhoben.

In den Folgemonaten verstärkte der Prinz seine Bemühungen noch. In mehreren Ansprachen wies er auf die „Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Kreditmarkts“ für Regenwälder hin. Im Februar 2008 soll er diese Frage auch bei einer privaten Unterredung mit dem damaligen Premierminister Gordon Brown aufgeworfen haben. Kurz darauf trug er angeblich sein Anliegen dem Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso vor.

Zu einer Änderung der Verträge kam es allerdings nicht. Im Juni 2008 verkaufte das Herzogtum seine Anteile wieder – und erzielte einen fast dreimal so hohen Preis, wie man 2007 gezahlt hatte. Ein Sprecher des Prinzen beteuerte am Mittwoch freilich, Charles habe sich nie als Lobbyist betätigt, schon gar nicht aus irgendwelchen finanziellen Interessen. In der Tat habe sich der Prince of Wales seit Jahrzehnten für Umweltschutz eingesetzt.

Die „Paradise Papers“ geben einen Einblick, wie weltweit Steuerzahlungen vermieden werden – mit Methoden, die sich in juristischen Grauzonen bewegen. Unter den Tricksern sind viele Prominente, die nun unter Druck geraten.

Von Peter Nonnenmacher/RND

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