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Panorama Eine ehrliche Haut
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20:02 23.03.2018
Der perfekte Bruch zum Blümchenkleid, die sportliche Alternative zum Trenchcoat: Die Jeansjacke feiert ein Comeback. Quelle: iStockphoto
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Hannover

Waren die Pullover dieses Winters wirklich aus Wolle? Wohl kaum. Und der Pelz an den Kapuzen der knülledicken Daunenjacken, die uns wie ein Schutzschild vor dem Ostwind schützten? Echt? Oder nur ein Fake? Oder noch viel schlimmer: Ein Fake-Fur-Fake und somit wieder echtes Fell, einfach, weil Tierhaar billiger in der Herstellung ist als Kunstfasern. Unsere Schuhe – Leder oder Kunststoff? Wer weiß es schon. Polyester schmeichelt wie Seide, und uns erschien die Welt der Mode selten unübersichtlicher als dieser Tage.

Eine Ausnahme macht die Jeansjacke. Sie ist eine ehrliche Haut und vielleicht der einig wirkliche Klassiker bei uns im Schrank. Stets genäht aus festem Denimstoff – von den kurzen Verirrungen in Stretchvarianten einmal abgesehen – ist sie uns seit Jahrzehnten ein treuer wie verlässlicher Begleiter. Die Hippies trugen Jeansjacke, als sie gegen den Vietnamkrieg demonstrierten. In den Achtzigerjahren konnte Bruce Springsteen in Jeansjacke noch stolz “Born in the USA“ singen.

Und wer später ein Popper sein wollte, trug zwar Kaschmirpulli und Perlenkette zur überweiten Jeanshose, aber dazu gehörte immer wieder auch Jeansjacke mit Krempelärmeln. Heute sieht man sie ebenso an Heavy-Metal-Fans (auch mal ohne Ärmel, dafür mit Aufnähern) wie an Managern nach Feierabend. Der Hipster ohne Jeansjacke? Undenkbar.

Aufbruch in den Frühling

Noch dazu ist das Auftreten der Jeansjacke ein handfester Beweis dafür, dass der Winter sich dem Ende neigt, ganz egal, was dieses Thermometer auch anzeigen mag. Dieses eine Kleidungsstück bedeutet uns den Aufbruch in den Frühling, und in diesem Jahr ist dieser besonders abwechslungsreich. Jeansjacken gibt es in diesen eklektizistischen Zeiten tatsächlich in allen Formen und Farbnuancen, sogar uni eingefärbte Modelle in Violett und Gelb (ja, da war in den Neunzigern mal so was) sind vereinzelt wieder da.

Die Vielfalt der Schnitte in diesem Sommer – mal weit, mal eng, kurz oder lang – lässt sich als unentschlossen oder gar verwirrt deuten, man kann sie aber auch einfach als das betrachten, was sie ist: einen Ausdruck der Demokratie. Endlich bekommt in diesem Sommer einmal jeder, was er braucht.

Eine Jeansjacke kann ganz klassisch und lässig getragen werden, kombiniert mit Turnschuhen kann sie sportlich wirken, bevor sie bei der nächsten Gelegenheit die romantische Opulenz des Blümchenkleids unauffällig herunterregelt.

Ein bisschen Rebell sein

Viel wichtiger aber ist, dass die Jeansjacke immer auch etwas trotzig, manchmal sogar rebellisch sein kann. Aber niemals baut sie eine solche Wand auf, wie es eine knallharte Lederjacke vermag. Die Jeansjacke ist somit so etwas wie das lässige, noch viel alltagstauglichere Gegenstück zum Trenchcoat.

Sie ist ein Gebrauchsgegenstand, ein einfacher, anspruchsloser Begleiter durch den Alltag, der auch ohne Kapuze vor etwas Wetter schützt. Bisher galt die strenge Regel: Kombiniere niemals Jeans zu Jeans. In diesem Frühjahr hat die Jeansjacke auch diese Konvention der Vergangenheit abgestreift.

Wann auch immer dieser sogenannte Frühling auch kommen mag. Es tut gut, einen ehrlichen Begleiter dafür schon jetzt im Schrank zu wissen.

Von Dany Schrader

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