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Eltern von 13 festgehaltenen Kinder vor US-Gericht

Motive unklar Eltern von 13 festgehaltenen Kinder vor US-Gericht

Nach dem Schock über die Zustände in dem Haus im Süden Kaliforniens beginnt die juristische Aufarbeitung. Experten versuchen zu erklären, weshalb die Kinder sich so lange drangsalieren ließen.

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Medienvertreter stehen in Perris, Kalifornien, vor dem Haus, in dem ein Ehepaar seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten hat.

Quelle: dpa

Los Angeles. Die Eltern der 13 in Kalifornien eingesperrten und unterernährten Kinder sollen am Donnerstag erstmals vor Gericht erscheinen. Möglich seien auch Anklagen wegen Folter und Kindeswohlgefährdung, teilten die Behörden mit. Zuvor wollten die Ermittler eine Pressekonferenz geben.

Eines der Kinder war am Wochenende aus dem Fenster des Hauses im südkalifornischen Perris geklettert und hatte die Polizei alarmiert. Diese fand die Geschwister der 17-Jährigen im Alter zwischen 2 und 29 Jahren in übelriechenden Zimmern, unterernährt und einige von ihnen an Möbel gekettet. Die Zustände im Haus waren auch deshalb nicht aufgefallen, weil die Eltern den Behörden erklärt hatten, sie unterrichteten ihre Kinder privat. Das Ehepaar wurde festgenommen und die Kaution auf neun Millionen Dollar (knapp 7,4 Millionen Euro) festgesetzt. Wie lange genau die Kinder unter diesen sklavenähnlichen Bedingungen leben mussten, sei bis jetzt noch unklar. Es wird gemutmaßt, dass es sich um mehrere Jahre handelt.

Unklar war noch das Motiv für diese Lebensweise und warum keines der Kinder früher geflohen ist. Psychiater sagten, extreme Entbehrung könne zu Hilflosigkeit und Verwirrung führen, so dass die Betroffenen Chancen zur Flucht verstreichen ließen. „So etwas passiert ständig“, sagte der Psychiater Bruce Perry von der Kindertrauma-Akademie in Houston. Die Zahl derjenigen, die in einer solchen Situation eine Chance zur Flucht sofort ergreifen, sei sehr gering, verglichen mit denen, die gelähmt, unsicher und konfus reagierten.

Perry sagte, das System, mit dem die gesamte Familie so lange unter solchen Umständen zusammengehalten wurde, sei wohl ziemlich ausgeklügelt gewesen. Auch die 17-Jährige, die das Ganze ans Licht brachte, habe zuvor wahrscheinlich zahlreiche Fluchtmöglichkeiten ausgelassen. Um so bemerkenswerter sei, dass die Jugendliche schließlich doch ausgerissen sei. Womöglich sei sie so sehr bloßgestellt, geschlagen oder bedroht worden, dass sie sich dann doch ein Herz gefasst habe.

Von RND/tap

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