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Panorama „Es fehlt nur der Statistik-Beweis“
Nachrichten Panorama „Es fehlt nur der Statistik-Beweis“
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10:28 11.09.2017
„Irmas“ Kurs: Während des Wegs an der Westküste soll sich der Wirbelsturm abschwächen. Quelle: imago/UPI Photo
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Miami

Die Zeichen scheinen eindeutig: Der Hurrikan namens „Irma“, der jetzt über Florida wütet, ist der stärkste, der je gemessen wurde. Kein anderer tropischer Wirbelsturm hat es bislang geschafft, über so lange Zeit eine Windgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde zu halten. Auf der anderen Seite konstatieren Klimaforscher eine allmähliche Erwärmung der Erde, für die praktisch der gesamte seriöse Teil dieser Zunft wiederum den Menschen verantwortlich macht. Der Zusammenhang liegt also nahe: „Irma“ ist ein Produkt des Klimawandels – oder?

Die seriöse Antwort lautet, trotz aller berechtigter Warnungen der Klimaforscher: Ganz so einfach ist es nicht. Wie „Irma“ und der Klimawandel exakt zusammenhängen, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen.

Dabei haben die Mahner viele plausible Argumente und die gesamte Welt der wissenschaftlichen, computergestützten Wetter- und Klimasimulation auf ihrer Seite. Tatsächlich macht die Erderwärmung Hurrikans erheblich wahrscheinlicher und stärker: „Wenn wir die Atmosphäre erwärmen, erwärmen wir den Ozean, und das ist Energie, aus der die Stürme ihre zerstörerische Kraft ziehen“, erklärt Andreas Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Den derzeit besonders hohen Wassertemperaturen in der Region verdankt auch „Irma“ ihre Wucht. „Die Gefahr beim Klimawandel ist, dass sich diese Extreme so weit intensivieren, dass sie nicht mehr beherrschbar sind“, warnt auch der Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung der Universität Kiel.

„Alles spricht für einen Einfluss des Klimawandels auf Tropenstürme“

Das Problem ist jedoch, dass sich eine Häufung oder Intensivierung der Stürme statistisch derzeit (noch) nicht belegen lässt. Zwar zeigt die Hurrikan-Statistik der vergangenen 50 Jahre für die Atlantik- und Golf-Region der USA einen Höhepunkt im Jahr 2005 und eine auffallende Häufung in den Jahren 2010, 2011 und 2012.

All das reicht jedoch nicht, um den von Wissenschaftlern prophezeiten Zusammenhang statistisch schon zu beweisen. „Das können immer noch Ausreißer sein“, sagte Christopher Letchford vom Rensselaer Polytechnic Institute in New York, der Hurrikan-Daten der vergangenen 150 Jahre analysiert hat, der „Zeit“. Viele Faktoren beeinflussen die Entstehung der Stürme, zudem ist die Zahl der Hurrikans mit bis zu 20 pro Saison für eine statistische Reihe sehr gering.

Tatsächlich weist die Zahl der Hurrikans seit 1966 – dem Jahr, seit dem es tägliche Satellitenbilder und somit belastbarere Daten gibt – zuletzt allenfalls minimal nach oben. „Alles spricht für einen Einfluss des Klimawandels auf Tropenstürme“, erklärt Letchford. Allerdings werde es noch bis mindestens 2050 dauern, bis es statistisch größere Gewissheit gebe. „Es fehlt nur der Statistik-Beweis.“ Dann jedoch, ist sich die wissenschaftliche Gemeinschaft der Klimaforscher praktisch einig, ist es für eine wirksame Begrenzung der Erderwärmung bereits zu spät.

Von Thorsten Fuchs/RND

Hurrikan „Irma“ schwächt sich zwar über Florida ab, dennoch ist die Lage im US-Staat angespannt: In einigen Küstenorten machten Plünderer die Straßen unsicher und gerieten mit Polizei-Einheiten aneinander. 3,4 Millionen Haushalte sind ohne Strom.

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Im Prozess um den Sexualmord an einer 19 Jahre alten Studentin in Freiburg hat der Angeklagte gestanden, die junge Frau missbraucht, gewürgt und bewusstlos ins Wasser gelegt zu haben. Sie sei ihm zufällig begegnet, als er betrunken und bekifft am Flussufer der Dreisam entlang gegangen sei.

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Es klingt wie ein Scherz – aber die Polizei meint das wirklich ernst. Auf Twitter schreibt das Büro des Sheriffs von Pasco Country (Florida), dass bitte niemand „mit Waffen auf den Hurrikan schießen“ soll. Was steckt dahinter?

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