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Panorama Griechischer Minister vermutet Brandstiftung
Nachrichten Panorama Griechischer Minister vermutet Brandstiftung
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22:25 26.07.2018
Die Feuersbrünste in Griechenland hinterließen eine Schneise der Zerstörung. Quelle: imago/ZUMA Press
Athen

Die verheerenden Brände in der Umgebung von Athen könnten nach den Worten eines griechischen Regierungspolitikers das Werk von Brandstiftern sein. „Es gibt Indizien, die uns zu diesen Gedanken führen“, sagte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, am Donnerstagabend. Aus Aufnahmen von Satelliten ergebe sich, dass westlich von Athen binnen kürzester Zeit mehrere Brände entlang einer Straße ausgebrochen waren. 

Östlich von Athen, wo mehr als 83 Menschen starben, habe sich der Brand wegen enorm starker Winde rasch ausgebreitet. „Es gibt auch hier nicht nur Indizien, sondern auch Anzeichen der Brandstiftung“, sagte Toskas. Details wollte er aber nicht nennen. Er wollte damit die Ermittlungen nicht behindern. Festnahmen von Verdächtigen habe es bislang nicht gegeben, teilte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz weiter mit. 

Windstärken von zehn bis elf erschwerten die Hilfe

Auch Fehler der Feuerwehr und der Polizei schloss der Minister nicht aus. „Es wehten Winde der Stärke zehn bis elf. Sowas hatten wir noch nie gehabt“, sagte Toskas weiter. Er habe dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras seinen Rücktritt angeboten. Tsipras habe ihm gesagt, dass jetzt „die Stunde des Kampfes sei“, und seinen Rücktritt nicht angenommen.    

Der Bürgermeister der Stadt Penteli hatte am Donnerstagvormittag eine andere Version der Ursache des Brandes gegeben: Eine gerissene Stromleitung in seinem Ort habe die verheerenden Waldbrände im Osten Athens verursacht. „Ich habe eine abgerissene Leitung gesehen. Da hat alles angefangen“, sagte Bürgermeister Dimitris Stergiou im griechischen Nachrichtensender 24/7. Aus den gerissenen Kabeln hätten Funken gesprüht. Das habe er schon den Ermittlern der Feuerwehr gesagt. Die Justiz hatte bereits am Vortag eine Untersuchung angeordnet.

Unterdessen werden noch Dutzende Menschen vermisst. „Wir haben von allen Verwandten der Opfer und Vermissten DNA-Proben genommen und werden in den nächsten Tagen die Identifizierungsergebnisse haben“, sagte der Gerichtsmediziner Ilias Bojiokas im Fernsehen. Die meisten Leichen sind seinen Worten zufolge „verkohlt“. Deswegen sind die DNA-Tests notwendig. Die Polizei geht davon aus, dass erst nach der Identifizierung der Leichen Klarheit über die genaue Zahl der Vermissten herrschen wird.

Von RND/dpa